Nach der Insolvenz der bisherigen Betreibergesellschaft bleibt die „KALLE Halle“ in Berlin-Neukölln geöffnet. Die Gastronomen führen ihre Konzepte fort, während der Gebäudeeigentümer Organisation, Infrastruktur und Vermarktung übernimmt.

Visualisierung der „KALLE Halle“ im ehemaligen Karstadt-Gebäude in Berlin-Neukölln. Das Konzept einer modernen Food Hall wird trotz der Insolvenz weiterverfolgt. / © Visualisierung: Kalle Halle
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Die Insolvenz der KALLE Halle GmbH bedeutet offenbar nicht das Ende der bekannten Food Hall an der Karl-Marx-Straße. Nur einen Tag nach Bekanntwerden des Insolvenzantrags zeichnet sich eine Zwischenlösung ab. Die Restaurants sollen geöffnet bleiben. Hinter den Kulissen ändert sich der Betrieb jedoch grundlegend.
- Bezirk: Neukölln
- Adresse: Karl-Marx-Straße 101, 12043 Berlin
- Insolvenz: Insolvenzantrag der KALLE Halle GmbH im Juli 2026
- Aktueller Betrieb: Gastronomen führen ihre Konzepte in Eigenregie fort
Die KALLE Halle GmbH hatte Anfang Juli erklärt, den Betrieb nicht länger verantworten zu können. Kurz darauf stellte die Gesellschaft einen Insolvenzantrag. Nach Angaben der bisherigen Betreiber ging diesem Schritt die Kündigung des Mietvertrags durch den Gebäudeeigentümer Maruhn Real Estate Investment voraus.

Die Bar und der Lounge-Bereich der „KALLE Halle“ in Berlin-Neukölln. Trotz der Insolvenz der bisherigen Betreibergesellschaft soll die Food Hall mit einem neuen Betriebskonzept geöffnet bleiben. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Insolvenz der „KALLE Halle“: Aussage gegen Aussage
Das Unternehmen begründete seine wirtschaftlichen Probleme unter anderem mit der angespannten Lage der Gastronomie und mit fehlender Zeit, das gemeinschaftlich angelegte Food-Hall-Modell dauerhaft zu stabilisieren.
Der Eigentümer stellt die Vorgeschichte anders dar. Nach seiner Darstellung kam die frühere Betreibergesellschaft ihren vertraglichen Verpflichtungen über einen längeren Zeitraum nicht nach. Maruhn Real Estate Investment trennte sich deshalb vom externen Betreiber und übernahm die operative Kontrolle über die Food Hall.

Trotz der Insolvenz der bisherigen Betreibergesellschaft soll die „KALLE Halle“ in Berlin-Neukölln mit einem neuen Betriebsmodell weitergeführt werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
„KALLE Halle“ bleibt trotz Insolvenz geöffnet
Für Besucherinnen und Besucher soll sich zunächst wenig ändern. Die Restaurants in der „KALLE Halle“ bleiben nach Angaben des Eigentümers in Betrieb. Die beteiligten Gastronomen führen ihre jeweiligen Küchen und Konzepte weiter. Das Management des Gebäudekomplexes übernimmt im Hintergrund die gemeinsame Infrastruktur, die operative Unterstützung und die Vermarktung des Standorts.
Damit entsteht eine Interimsstruktur, die ohne die bisherige KALLE Halle GmbH auskommt. Die einzelnen Gastronomiebetriebe sollen stärker in Eigenregie arbeiten, während zentrale Aufgaben beim KALLE Neukölln gebündelt werden. Ob daraus später ein dauerhaftes Betreibermodell entsteht oder ein neuer externer Betreiber gesucht wird, ist bislang nicht bekannt. Auch zu möglichen Änderungen am gastronomischen Angebot oder an den Verträgen der einzelnen Restaurants liegen derzeit keine Angaben vor.

Das KALLE Neukölln an der Karl-Marx-Straße aus der Vogelperspektive. Im Gebäudekomplex befindet sich die „KALLE Halle“, deren Betrieb nach der Insolvenz der bisherigen Betreibergesellschaft mit einem neuen Modell fortgesetzt werden soll. / © Foto: Sebastian Rost
Gastronomen führen „KALLE Halle“-Konzepte in Eigenregie fort
Die „KALLE Halle“ befindet sich im Erdgeschoss des umgebauten ehemaligen Kaufhauses an der Karl-Marx-Straße. Der rund 2.300 Quadratmeter große Food Market soll zwölf Restaurants und zwei Bars unter einem Dach vereinen. Zum Angebot gehören außerdem Veranstaltungsflächen, ein Wintergarten sowie Bereiche für Familien und Kinder.
Eine endgültige Rettung der „KALLE Halle“ lässt sich aus der vorübergehenden Lösung jedoch noch nicht ableiten. Offen bleiben vor allem die langfristige Organisationsform, die wirtschaftliche Tragfähigkeit und die künftige Zusammensetzung der Gastronomie. Fest steht bislang nur: Die bisherigen Gastronomen bleiben an Bord und sollen ihre Umsätze künftig in kurzen Abständen direkt erhalten. Das Center Management unterstützt den Betrieb zunächst organisatorisch und übernimmt unter anderem Vermarktung und Infrastruktur. Langfristig sollen digitale Bestellsysteme, Self-Order-Terminals und ein regelmäßiges Veranstaltungsprogramm folgen.
„KALLE Halle“
Quellen: Meininger’s Gastronomie, Food Service, Maruhn Real Estate Investment GmbH, Berlin.de
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2 Kommentare
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Das diese Halle keine Zukunft hatte war mir nach einem kurzem Aufenthalt klar. Die Aufteilung ist unübersichtlich, die Musik zu laut für ein vernünftiges Gespräch beim Essen oder Kaffee. Ich wollte dort am Nachmittag mit meiner Begleitung Kaffee und Kuchen. Kaffee haben wir gefunden, aber kein Kuchenangebot. Wir sind dann wieder gegangen. Wieder mal an den Neuköllnern vorbei geplant.
Diese Halle ist wunderschön, besonders der Sushistand..exklusiv.. unglaublich toll