Nach sechs Jahren Umbau ist das „Kalle Neukölln“ an der Karl-Marx-Straße offiziell fertiggestellt. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner besuchte das Gebäude und hob die Bedeutung des Projekts für den Bezirk hervor. Mit der Eröffnung entsteht ein neuer Ort für Start-ups, Kultur und Gastronomie und ein Symbol für die Transformation Neuköllns.
Vor dem Kalle Neukölln, Berlins regierender Brügermeister Kai Wegner, Martin Hikel Bezirksbürgermeister und weitere Personen vom Kalle Neukölln und ansässigen Unternehmen.

Bei der Eröffnung des „Kalle Neukölln“ waren Bezirksbürgermeister Martin Hikel und Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner anwesend. Begrüßt wurden sie von Hans Stier (Projektentwickler), Julian Teicke (Gründer des Delta Campus) und Tom Bachem (Gründer der Code University). / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT

 

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Nach jahrelangem Leerstand wurde das frühere Kaufhaus an der Karl-Marx-Straße in Berlin-Neukölln umfassend umgebaut. Rund 200 Millionen Euro flossen in die Revitalisierung, die 2019 begann. Heute vereint das „Kalle Neukölln“ auf rund 40.000 Quadratmetern Büroflächen, Gastronomie, Einzelhandel und öffentliche Räume. Damit wird ein zentraler Standort des Bezirks neu belebt. Zur Eröffnung kamen Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel und Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner. Sie wurden von Hans Stier, Partner beim Entwickler des „Kalle Neukölln“, durch das Gebäude geführt.

Das Gebäude, 1971 eröffnet und lange als Kaufhaus genutzt, galt nach der Schließung von Karstadt als Problemstandort. Durch die Zusammenführung des Kaufhauskörpers mit dem ehemaligen Parkhaus entstand nun ein vielseitig genutzter Komplex. Eine gläserne Brücke auf dem Dach und ein Eventbereich im Erdgeschoss verbinden die beiden Gebäudeteile. Zudem begleiteten Architekten wie Max Dudler die Umgestaltung.

Internationale Ausrichtung und wachsendes Netzwerk: Neue Mieter und die Rolle der Code University im „Kalle Neukölln“

Der Delta Campus als Mieter im Kalle Neukölln.

Im Großprojekt „Kalle Neukölln“ hat der Entwickler MREI weitere 7.000 Quadratmeter vermietet, unter anderem an The Delta Group mit nun 6.500 Quadratmetern und an Smartvillage mit 4.000 Quadratmetern. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Bereits im April 2024 eröffnete der Musikvertrieb Rough Trade seine erste Filiale auf dem europäischen Festland. Seitdem folgten weitere Mieter, darunter der Startup-Accelerator The Delta Campus, die Code University of Applied Sciences, Kiez Büro, das Eventflächen-Unternehmen Smartvillage sowie der Streamingdienst Soundcloud, der noch im September einziehen wird. Lediglich eine Fläche von rund 2.700 Quadratmetern steht derzeit noch zur Verfügung.

Die Code University gehört zu den prägenden Mietern im „Kalle Neukölln“. Nach Angaben der Hochschule sind bislang mehr als 120 Ausgründungen entstanden, wodurch über 250 Arbeitsplätze in Berlin geschaffen wurden. Darüber hinaus strebt die Einrichtung eine engere Zusammenarbeit mit internationalen Partnern wie Stanford an und möchte auf diesem Weg weitere Talente nach Deutschland holen.

Kai Wegner würdigt das Projekt und wird von der Code University als Ehrenmitglied aufgenommen

Kai Wegner bekommt eine Urkunde überreicht und wird "Ehrenmitglied" der Code University.

Kai Wegner erhält eine Urkunde der Code University, die ihn symbolisch als Ehrenmitglied der Hochschule würdigen soll. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Zur offiziellen Fertigstellung besuchte Kai Wegner das Gebäude. Er erklärte, Neukölln sei ein Bezirk, über den oft negativ berichtet werde, doch mit Projekten wie dem „Kalle“ entstehe hier etwas Positives für Berlin. Die Hauptstadt brauche noch mehr solcher Orte, um sich international besser aufzustellen. Wegner lobte die entspannte Atmosphäre der Code University und äußerte sich überzeugt, dass am Ende etwas Großes entstehen könne.

Als Anerkennung für seine Unterstützung wurde Wegner von der Code University symbolisch als Ehrenmitglied aufgenommen. Zugleich dankte er allen Beteiligten für ihr Engagement bei der Realisierung des Projekts.

Gastronomie, Veranstaltungen und öffentliche Räume: Die „Kalle Halle“ und Smartvillage prägen das neue Nutzungskonzept

Der Food Campus "Kalle Halle".

Mit der offiziellen Eröffnung der Kalle Halle in Neukölln startet ein neuer Foodmarket, der Streetfood, Fine Dining und Drinks verbindet und als Plattform für Nachbarschaft und Gemeinschaft gedacht ist. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die „Kalle Halle“. Seit April 2025 bietet sie auf 2.300 Quadratmetern Street Food, Fine Dining und Drinks in einem bewusst wohnlichen Ambiente. Die Betreiber verstehen den Ort als Plattform für Nachbarschaft und Gemeinschaft. Ergänzt wird das kulinarische Angebot durch einen Edeka im Untergeschoss sowie weitere Einzelhandelsflächen.

Auch Smartvillage hat hier seinen Berliner Standort eröffnet. Zudem entstehen  auf 4.000 Quadratmetern modulare Räume für Konferenzen und Firmenveranstaltungen. Zwei Bars und der Zugang zur Dachterrasse gehören zum Konzept. Ergänzt wird das Gebäude durch einen öffentlich zugänglichen Dachgarten mit Platz für bis zu 1.500 Personen.

Langfristige Wirkung in Neukölln ungewiss: Potenzial für internationale Anziehungskraft und städtebauliche Impulse

Terasse des Kalle Neukölln mit Fassadenbemalung.

Das frühere Kaufhaus und das angrenzende Parkhaus wurden im „Kalle Neukölln“ zu einem Gebäude verbunden, heute verknüpft durch einen Eventbereich im Erdgeschoss und eine gläserne Brücke auf der Dachterrasse. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Mit der Eröffnung des „Kalle Neukölln“ ist ein neuer Ort im Bezirk hinzugekommen, dessen Wirkung sich in den kommenden Jahren erst zeigen wird. Ob die Mischung aus Arbeit, Kultur, Gastronomie und öffentlichen Räumen dauerhaft angenommen wird, bleibt abzuwarten.

Durch die Präsenz von Start-up-orientierten Einrichtungen wie der Code University könnte das Gebäude jedoch perspektivisch auch für internationale Studierende und Fachkräfte ein Anziehungspunkt werden. Für die Stadtentwicklung lässt sich das Projekt vorerst als Beispiel betrachten, wie Bestandsbauten neu genutzt und in den städtischen Kontext eingebunden werden können.

Die Music Hall im Kalle Neukölln.

© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Eventbereich mit vielen Stühlen und einer Bühne im Kalle.

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EDEKA im Untergeschoss.

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Der Eingangsbereich zum Food Court.

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Kalle Neukölln von Außen.

© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Quellen: Kalle Neukölln, smartvillage, Maruhn Real Estate Investment GmbH, Architektur Urbanistik Berlin, Code University, Wikipedia, Berliner Morgenpost, Tagesspiegel, Deutsches Architektur Forum, Max Dudler, Aukett + Heese, Realace Architekten

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One Comment

  1. M.Hillen 6. September 2025 at 11:17 - Reply

    Allein die RasterFassade zur Karl Marxstr. (mit den extreeem tief liegenden Fenstern.. siehe erstes Foto… mein Gott, wie kann man nur so abweisend bauen???) sieht zum Weglaufen aus…. Ähnliche seelenlose, moderne Häßlichkeit gibt es nicht mal in der Duisburger Fußgängerzone zu sehen, und die ist schon von bemerkenswerter Tristesse, Banalität und typischer FußgängerzonenHäßlichkeit westdeutscher Großstädte geprägt.. Bisher konnte man sich freuen, dass Berlin davon weitestgehend verschont geblieben ist. Bisher…

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