Ein weiteres Jahr intensiver Stadtdebatten geht zu Ende. Zwischen Großprojekten, Infrastrukturfragen und architektonischen Visionen wurde 2025 in Berlin viel geplant, gebaut und natürlich auch gestritten. Besonders zehn Beiträge haben die Leserinnen und Leser von ENTWICKLUNGSSTADT dabei überdurchschnittlich bewegt.

Ocean Berlin
Lidl im ehemaligen Karstadt-Gebäude
Spreepark
Hochhäuser am Alexanderplatz
Landsberger-Allee-Brücke
REWE mit Dachfarm

© Visualisierung Titelbild: Ozean Berlin (CWB) GmbH

 

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Mit dem Jahresende bietet sich Gelegenheit, auf zwölf Monate intensiver Stadtentwicklung zurückzublicken. In Berlin wurde 2025 an vielen Stellen gebaut, geplant und neu gedacht; nicht immer geräuschlos und oft begleitet von kontroversen Diskussionen. Neben ambitionierten Neubauprojekten bestimmten auch Verkehrsfragen, der Umgang mit Bestandsbauten und die Finanzierung öffentlicher Räume die Debatte.

Welche Themen dabei besonders viele Menschen interessiert haben, zeigt ein Blick auf die meistgelesenen Artikel des Jahres auf ENTWICKLUNGSSTADT. Die Auswahl reicht von konkreten Baustellen über grundsätzliche Fragen der Stadtplanung bis hin zu Überblicksartikeln, die größere Trends einordnen.

Platz 1: „Ocean Berlin“ an der Rummelsburger Bucht

Ocean Berlin

© Visualisierung: Ozean Berlin (CWB) GmbH

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Das geplante Projekt „Ocean Berlin“ an der Rummelsburger Bucht führte die Zugriffszahlen deutlich an. Besonders das angekündigte Angebot öffentlicher Baustellenführungen stieß auf großes Interesse. Das Vorhaben steht exemplarisch für den Versuch, Wissenschaft, Öffentlichkeit und Stadtentwicklung enger zu verzahnen. Zugleich blieb die Frage präsent, wie sensibel sich das Großprojekt in den Uferraum einfügen lässt.

Ungeachtet der Diskussionen haben die Bauarbeiten vor Ort deutlich Fortschritte gemacht: Im November wurde Richtfest gefeiert, der Rohbau ist abgeschlossen. Derzeit laufen der Innenausbau und die technischen Installationen. Die Fertigstellung des Gebäudes ist weiterhin für Frühjahr 2026 geplant, die Eröffnung soll nach einer längeren Eingewöhnungsphase der Fische und Korallen im Laufe des Jahres folgen.

Platz 2: Das ehemalige Karstadt-Gebäude am Tempelhofer Damm

Neueröffnung Lidl im ehemaligen Karstadt-Gebäude am Tempelhofer Damm

© Foto: Lidl

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Auch die Zukunft des leerstehenden Warenhauses am Tempelhofer Damm beschäftigte viele Leserinnen und Leser. Lange war unklar, wie es mit dem historischen Bestandsbau weitergehen würde, der zeitweise als Problemimmobilie galt. Mit der Eröffnung einer Lidl-Filiale auf rund 1.400 Quadratmetern Verkaufsfläche im Sommer 2025 erhielt das Gebäude zumindest im Erdgeschoss eine neue Nutzung und wieder mehr Frequenz.

Die Umnutzung wird von Bezirk und Eigentümer als erster Schritt gesehen, den Standort im Kiez neu zu positionieren und die Nahversorgung zu stärken, zugleich gibt es auch kritische Stimmen, die einen Discounter nicht als besonders innovativen Nutzungsmix betrachten. Darüber hinaus bleibt offen, wie die oberen Etagen langfristig entwickelt werden und inwieweit weitere Nutzungen folgen werden.

Platz 3: Zehn Beispiele moderner Architektur in Berlin

Visualisierung Bechstein Campus von Innen

© Visualisierung: Aesthetica Studio

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Vom Bechstein-Campus in Moabit über „KALLE Neukölln“ bis hin zum Wiederaufbau der Synagoge am Fraenkelufer: Ein Überblick über zeitgenössische Architekturprojekte traf offenbar einen Nerv. Der Beitrag zeigte, dass innovative Gestaltung in Berlin trotz komplexer Rahmenbedingungen möglich ist.

Gleichzeitig wurde deutlich, dass architektonische Qualität häufig das Ergebnis langer Planungsprozesse ist. Nicht alle vorgestellten Projekte sind unumstritten, was die Debatte um Baukultur weiter anheizt.

Platz 4: Spreepark 2027 – Finanzierung und Betrieb

Visualisierung des Riesenrads im Spreepark

© realities_united & sbp schlaich bergermann partner

Die geplante Wiedereröffnung des Spreeparks bleibt eines der spannendsten Kultur- und Stadtentwicklungsprojekte der Hauptstadt. Besonders die vorgestellten Konzepte zu Betriebskosten und Einnahmen sorgten für Aufmerksamkeit und verdeutlichten, dass der langfristige wirtschaftliche Betrieb eine der größten Herausforderungen bleibt. Kritisch diskutiert wurde, wie realistisch die Kalkulationen tatsächlich sind.

Diese Fragen erhielten zuletzt neue Aktualität, nachdem das historische Eierhäuschen vorübergehend geschlossen wurde und die landeseigene Grün Berlin die Gastronomie neu ausschreibt – auch vor dem Hintergrund einer wirtschaftlich tragfähigen Gesamtstruktur. Gleichzeitig schreiten andere zentrale Bausteine des Projekts voran: So läuft der Prüfprozess für das 45 Meter hohe Riesenrad, das als künftiges Wahrzeichen des Parks vorgesehen ist. Insgesamt zeigt sich, dass der Spreepark trotz Hürden weiter Gestalt annimmt und der Blick nun zunehmend auf die kommenden Jahre gerichtet ist.

Platz 5: Neue Tramlinie 54 zwischen Hohenschönhausen und Pankow

Mit der geplanten Straßenbahnlinie 54 soll erstmals eine direkte Ost-West-Verbindung zwischen Hohenschönhausen und Pankow entstehen. Vorgesehen ist eine rund sieben Kilometer lange Neubaustrecke, die bestehende Wohngebiete besser an den öffentlichen Nahverkehr anschließt und mehrere Umsteigepunkte zu S- und U-Bahn schafft. Das Projekt ist Teil der langfristigen Berliner Straßenbahnstrategie und soll vor allem viel genutzte Buslinien entlasten.

Trotz noch offener Fragen zu Planung und Umsetzung gilt die Tram 54 als wichtiger Baustein für den Ausbau des umweltfreundlichen Verkehrs im Nordosten der Stadt und wird vor allem als verkehrspolitisches Signal gelesen. Wie das Vorhaben konkret voranschreitet, bleibt vorerst abzuwarten.

Platz 6: Warum Ost-Berlin so breite Straßen hat

Historisches Straßenbild Berlin

© Foto: IMAGO / Bearbeitung: ENTWICKLUNGSSTADT

Verkehrsprojekte sorgen in Berlin bis heute regelmäßig für heftige Debatten – ob beim Abriss maroder Brücken, beim Ausbau der A100 oder bei der Neuaufteilung des Straßenraums. Vor diesem Hintergrund stieß auch ein historischer Rückblick auf großes Interesse, der erklärt, warum Ost-Berlin bis heute von ungewöhnlich breiten Magistralen geprägt ist.

Dabei wird deutlich, wie stark sozialistische Leitbilder, militärische Überlegungen und repräsentative Ansprüche den Straßenbau der DDR beeinflussten. Viele der damaligen Planungsentscheidungen wirken bis heute nach und prägen aktuelle Diskussionen über Verkehr, Stadtstruktur und Flächennutzung.

Platz 7: Zwei Hochhausprojekte am Alexanderplatz

Baustelle Alexanderplatz

© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Der Hochbau am Alexanderplatz bleibt ein Dauerbrenner. Besonders ein Artikel über den sichtbaren Baufortschritt zweier Türme mit rund 130 Metern Höhe sorgte für Aufmerksamkeit. Neben technischen Aspekten standen auch städtebauliche Fragen im Fokus. Die Diskussion um Höhenentwicklung im Zentrum Berlins setzte sich damit fort.

Platz 8: Brückenabriss in Prenzlauer Berg

Landsberger Allee Brücke

© Foto: Wikimedia Commons, Angela M. Arnold, Berlin, CC BY-SA 3.0

Der beschlossene Abriss der Brücke an der Landsberger Allee in Prenzlauer Berg sorgte im Januar für kontroverse Reaktionen. Bis sie jedoch bis 2033 durch einen Neubau ersetzt wird, stabilisiert zunächst eine Instandsetzung im Jahr 2026 den Abschnitt stadtauswärts, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Das große Interesse am Thema spiegelte eine grundsätzliche Sorge wider: Wie belastbar ist Berlins Infrastruktur noch? Der Fall machte die Folgen jahrzehntelanger Vernachlässigung deutlich. In den Monaten danach wurde zunehmend klar, dass die Hauptstadt vor einer langfristigen und komplexen Aufgabe im Brückenbau steht, die weit über diesen einzelnen Standort hinausreicht.

Platz 9: 20 neue Hochhäuser für Berlin

Visualisierung der Urbanen Mitte mit Hochhäusern umgeben von Grünflächen und dem Gleisdreieck-Park.

© Visualisierung: O&O Baukunst / Realace GmbH

Ob am Alexanderplatz, in Neukölln oder am Gleisdreieck: Berlin entwickelt sich zunehmend auch in die Vertikale. Mit jedem neuen Hochhausprojekt verändert sich das Stadtbild weiter – ein Prozess, der in der Hauptstadt gleichermaßen Zustimmung wie Skepsis hervorruft.

Ein umfassender Überblick über rund 20 geplante Hochhäuser stieß entsprechend auf großes Interesse. Der Beitrag führte die einzelnen Vorhaben zusammen und ordnete sie räumlich wie städtebaulich ein. Dabei zeigte sich, wie intensiv die Diskussion über Höhe, Dichte und Angemessenheit neuer Türme inzwischen geführt wird. Fragen nach dem tatsächlichen Bedarf, der Akzeptanz in der Stadtgesellschaft und den Auswirkungen auf das Stadtbild standen dabei im Mittelpunkt.

Platz 10: REWE mit Dachfarm in Lankwitz

Visualisierung REWE mit Dachfarm. In der gläsernen Dachfarm werden später Salatmischungen heranwachsen.

© Visualisierung: ACME

In Lankwitz nahm in diesem Jahr ein neues Einzelhandelsprojekt mit einem ungewöhnlichen Konzept konkrete Gestalt an: Auf dem Dach des Supermarktes wird eine urbane Landwirtschaft entstehen, die Gemüse und Kräuter für den Eigenbedarf produziert.

Das Richtfest im September bildet den Abschluss der Top 10. Das Projekt wurde als Beispiel für neue Nutzungskombinationen vorgestellt. Gleichzeitig blieb offen, inwieweit solche Konzepte über Einzelfälle hinaus Wirkung entfalten können. Die Resonanz zeigt dennoch ein wachsendes Interesse an innovativen Typologien.

Zwischen Verkehr, Kultur, Hochhäusern und Stadtgeschichte: Bilanz eines bewegten Jahres 2025

Die meistgelesenen Artikel des Jahres spiegeln wider, wie vielschichtig Stadtentwicklung in Berlin inzwischen diskutiert wird. Große Bauprojekte, Verkehrsinfrastruktur und architektonische Fragen stehen dabei gleichberechtigt neben historischen Einordnungen und neuen Nutzungsideen. Auffällig ist, dass sowohl konkrete Baustellen als auch erklärende Überblicksartikel stark nachgefragt wurden.

Auch im kommenden Jahr dürfte die Stadt genügend Stoff für intensive Debatten liefern – bis dahin wünscht die ENTWICKLUNGSSTADT-Redaktion jedoch zunächst einmal einen guten Rutsch!

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