Der Senat will den Auftrag für den Stadion-Neubau im Jahnsportpark bereits im August vergeben. Beim übrigen Sportpark bleiben Termine offen.

Die Visualisierung zeigt die geplante Außenansicht des Jahnsportpark Neubaus mit umlaufender Fassade, Beleuchtung und öffentlichem Platz vor dem Stadion. / © Visualisierung: O+M Architekten GmbH
© Titelbild: O+M Architekten GmbH
Der Berliner Senat will den Neubau des großen Stadions im Jahnsportpark zügig auf den Weg bringen. Bereits im August 2026 soll ein Generalunternehmen den Zuschlag erhalten. Während der Zeitplan für die Arena damit konkreter wird, fehlen für weitere Sportanlagen auf dem Gelände weiterhin verbindliche Termine.
- Bezirk: Pankow
- Adresse: Cantianstraße 24, 10437 Berlin
- Projektstatus: Vergabeverfahren für den Stadion-Neubau läuft
- Geplante Auftragsvergabe: August 2026
- Fertigstellung Stadion: nach bisherigem Zeitplan 2029
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung veröffentlichte die Ausschreibung für die Bauleistungen Ende April 2026. Sie umfasst neben der Ausführung auch Planungsanteile. Interessierte Unternehmen erhielten 60 Tage Zeit, ihre Angebote einzureichen. Anschließend muss die Verwaltung die Unterlagen nun auswerten und die gesetzlich vorgeschriebenen Informations- und Wartefristen einhalten.
Trotz dieses engen Ablaufs plant der Senat, den Zuschlag bereits im August zu erteilen. Das geht aus einer Antwort auf eine Schriftliche Anfrage des Grünen-Abgeordneten Andreas Otto hervor. Ein Generalunternehmen soll den Stadion-Neubau auf Grundlage einer funktionalen Leistungsbeschreibung übernehmen. Damit definiert das Land vor allem die Anforderungen und überlässt Teile der konkreten Ausarbeitung dem Auftragnehmer.

Die Visualisierung zeigt den geplanten barrierearmen Zugang zum Neubau im Jahnsportpark in Berlin mit breiten Wegen, Rampen und Aufenthaltsflächen im Umfeld des Stadions. / © Visualisierung: O+M Architekten GmbH
Stadion-Neubau im Jahnsportpark soll 20.000 Plätze bieten
An der Stelle des inzwischen weitgehend zurückgebauten alten Stadions soll eine Arena mit rund 20.000 Plätzen entstehen. Der Entwurf von O+M Architekten sieht eine für Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen nutzbare Sportstätte vor. Das Stadion soll unter anderem für Leichtathletik, Parasport, Fußball und American Football zur Verfügung stehen.
Wie genau Schulen, Vereine und Veranstalter das Stadion am Jahnsportpark später nutzen können, steht noch nicht abschließend fest. Nach Angaben des Senats soll die Vergabe von Nutzungszeiten erst näher an der Eröffnung erfolgen. Der Betrieb soll direkt bei der Senatsverwaltung für Inneres und Sport liegen. Eine eigene Betreibergesellschaft ist derzeit nicht vorgesehen.

Auf dem Gelände des Jahnsportparks laufen die Vorbereitungen für den Stadion-Neubau, dessen Auftrag der Berliner Senat im August 2026 vergeben will. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Weitere Sportanlagen am Jahnsportpark haben noch keinen Zeitplan
Weniger konkret bleibt der dritte Bauabschnitt. Zu ihm gehören weitere Hallen, Freiflächen und weitere Anlagen für den Schul-, Vereins- und Inklusionssport. Das Investitionsprogramm des Landes für die Jahre 2026 bis 2030 enthält inzwischen Mittel zur Vorbereitung dieser Maßnahmen. Einen Termin für den erforderlichen Hochbauwettbewerb oder einen vollständigen Zeitplan nennt der Senat jedoch nicht.
Die Verwaltung prüft derzeit, welche Teile parallel zum Stadion entstehen können. Damit ist offen, wann der gesamte Jahnsportpark fertiggestellt wird. Frühere Planungen sahen unter anderem eine Multifunktionshalle und ein Begegnungszentrum vor. Im Zuge der Kostenreduzierung wurde die Halle verkleinert, während das ursprünglich geplante eigenständige Begegnungszentrum entfiel.

Die rund um das Stadion gelegene Sportwiese soll künftig neu geordnet und zu einer inklusiven Sportfläche mit unterschiedlichen Nutzungsangeboten weiterentwickelt werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Senat finanziert Umbau der Sportwiese am Jahnsportpark separat
Unabhängig vom Stadion hat der Senat Ende Juli die Finanzierung für den Umbau der Sportwiese gesichert. Rund drei Millionen Euro sind für ein multifunktionales Kunstrasenspielfeld, eine inklusive Lauf- und Rollstrecke sowie die Sanierung vorhandener Naturrasenflächen vorgesehen. Der Bund soll 45 Prozent der förderfähigen Kosten übernehmen, das Land Berlin die restlichen 55 Prozent.
Die Sportwiese gehört zu den Flächen, die bereits vor der vollständigen Umsetzung des dritten Bauabschnitts modernisiert werden könnten. Einen konkreten Baubeginn nennt der Senat auch für diese Maßnahme bislang nicht.
Jahnsportpark – Stadion-Neubau
Quellen: Schriftliche Anfrage an das Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19/26503, Presse- und Informationsamt des Landes Berlin, Tagesspiegel
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