Im Jahnsportpark wird der geplante Kunstrasenplatz verkleinert. Damit will der Senat Baumfällungen vermeiden. Beim Artenschutz bleiben Fragen offen.

Bereits heute gibt es im Umfeld des Jahnsportparks Kunstrasenflächen. Die geplante Sportwiese soll künftig um weitere moderne und inklusive Sportangebote ergänzt werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Die Planungen für die umstrittene Sportwiese im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark werden konkreter. Während der Umbau der gesamten Anlage voranschreitet, rückt nun die genaue Gestaltung des neuen Kunstrasenplatzes in den Mittelpunkt. Eine aktuelle Antwort des Berliner Senats zeigt, dass die ursprünglichen Pläne bereits verändert wurden.
- Bezirk: Pankow
- Adresse: Cantianstraße 24, 10437 Berlin
- Projekt: Umbau der Sportwiese zu einer inklusiven Sportanlage
- Projektstatus: Planung und Finanzierung gesichert
- Kosten: rund drei Millionen Euro
Im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark soll auf einem Teil der heutigen Sportwiese ein multifunktionaler Kunstrasenplatz entstehen. Nachdem der Senat Ende Juli rund drei Millionen Euro für das Projekt abgesichert hatte, nennt die Sportverwaltung nun erstmals genaue Maße. Für Fußball soll das Feld 60 mal 90 Meter groß werden, für Feldhockey gelten 55 mal 91,40 Meter. Mit Sicherheitsabständen, hindernisfreien Bereichen und Ballfangzäunen benötigt die Anlage insgesamt etwa 64 mal 100 Meter.
Jahnsportpark: Kunstrasenplatz gegenüber früheren Planungen deutlich verkleinert
Damit fällt der Platz „erheblich“ kleiner aus als zunächst vorgesehen, heißt es vom Senat. In den früheren Machbarkeitsstudien noch ein DFB-Großspielfeld (105 x 68m) eingeplant. Die Verwaltung habe die Spielfeldgröße inzwischen erheblich reduziert. Der Grund dafür ist der Baumbestand rund um die Sportwiese. Zwischen den gegenüberliegenden Baumreihen liegen nach Angaben des Senats etwa 111 Meter. Der kleinere Platz lässt sich deshalb nach aktuellem Planungsstand zwischen den Bäumen einpassen.
Für das Spielfeld selbst sollen somit keine Bäume oder Sträucher gerodet werden. Ganz abgeschlossen ist die Freiraumplanung allerdings noch nicht. Neben dem Kunstrasen gehört eine inklusive Lauf- und Rollstrecke zum Projekt. Sie richtet sich unter anderem an Menschen im Rollstuhl sowie an Sportlerinnen und Sportler mit Sehbeeinträchtigungen. Ihre endgültige Planung steht noch aus. Der Senat erklärt deshalb bislang lediglich, auch dort Eingriffe in die Flora möglichst gering halten zu wollen.
Sportwiese bleibt ökologischer Streitpunkt im Jahnsportpark
Damit ist der Konflikt um die Naturwiese jedoch nicht gelöst. Beim Streit um die Sportwiese im Jahnsportpark kritisieren Anwohner und Bürgerinitiative vor allem den Verlust von Naturrasen. Inzwischen hat sich auch das Umwelt- und Naturschutzamt Pankow ausführlich mit der Fläche beschäftigt. Es bewertet die Sportwiese als mögliches Habitat geschützter Arten. Bei Kartierungen 2023 nutzten beispielsweise Stare die Fläche als Nahrungshabitat.
Das Bezirksamt hält deshalb eine weitere artenschutzrechtliche Prüfung für erforderlich. Dem Umweltamt lag Mitte August für den betreffenden dritten Bauabschnitt noch keine Freiraumplanung mit den nötigen artenschutzrechtlichen Maßnahmen vor. Vor diesem Hintergrund bewertete es einen Eingriff in das nachgewiesene Nahrungshabitat zunächst als grundsätzlich unzulässig. Ob weitere Maßnahmen oder Genehmigungen erforderlich werden, hängt von den noch ausstehenden Prüfungen ab.
Regenwasser im Jahnsportpark soll künftig vor Ort bleiben
Parallel dazu konkretisiert der Senat die Klimaanpassung für den gesamten Sportpark. Sämtliche neuen Wege sollen versickerungsfähiges Pflaster erhalten, für Stellplätze sind Rasengittersteine vorgesehen. Wo Wasser wegen des Gefälles nicht direkt versickern kann, sollen Gräben und Rigolen übernehmen. Neu gebaute Anlagen sollen laut Regenwasserkonzept kein Regenwasser mehr in die Kanalisation einleiten.
Stattdessen soll Wasser in angrenzende Grünflächen, Pflanzungen und zum Baumbestand fließen. Überschüssiges Regenwasser der Neubauten soll in Zisternen gesammelt und später zur Bewässerung von Grün- und Sportflächen genutzt werden. Für Starkregen weist das Konzept zudem Überflutungsflächen aus. Das Grün- und Freiraumkonzept sieht außerdem vor, Gebäude südlich der Tennisplätze abzureißen und den dortigen Platanenhain zu stärken.
Artenschutz im Jahnsportpark wird deutlich teurer
Auch beim Artenschutz nennt der Senat neue Zahlen. Ursprünglich waren rund 70.000 Euro für Sperlingstürme sowie Nistkästen für Brutvögel und Fledermäuse vorgesehen. Nach den inzwischen geprüften Ergänzungsunterlagen steigen die Kosten für diese Maßnahmen um etwa 140.000 Euro. Als Gründe nennt die Verwaltung zusätzliche Nistkästen, die dafür benötigten Holzgerüste und Schutzmaßnahmen gegen Fressfeinde. Der bereits aufgestellte „Sperlingsturm 4“ am nordöstlichen Rand der Sportwiese soll erhalten bleiben und vom Umbau nicht berührt werden.
Damit liegen für den geplanten Kunstrasenplatz inzwischen deutlich konkretere Vorgaben vor. Offen bleibt jedoch, welche Folgen die noch laufende Planung der Lauf- und Rollstrecke sowie die artenschutzrechtliche Prüfung für die endgültige Gestaltung der Sportwiese haben werden.
Sportwiese im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark
Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin, Schriftliche Anfrage 19/26949, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Bezirksamt Pankow
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