Der Neubau im Jahnsportpark Berlin wird teurer als geplant. Steigende Kosten im ersten Bauabschnitt und Einsparungen im dritten Bauabschnitt prägen das Projekt.

© Titelbild: Imago

Der Neubau im Jahnsportpark in Berlin entwickelt sich zu einem Großprojekt mit explodierenden Kosten und wachsendem Anpassungsdruck. Aktuelle Zahlen aus der Senatsverwaltung zeigen, dass sich insbesondere der erste Bauabschnitt verteuert hat. Gleichzeitig plant das Land Berlin Einsparungen in späteren Projektphasen, um den vorgegebenen Kostenrahmen einzuhalten. Die Kritik wächst.

ANZEIGE

  • Adresse: Cantianstraße 24, 10437 Berlin
  • Bezirk: Pankow
  • Gesamtkosten aktuell: ca. 348,9 Mio. Euro
  • 1. Bauabschnitt: 22,4 Mio. Euro (Abriss)
  • 2. Bauabschnitt: 207,5 Mio. Euro (Neubau Stadion)
  • 3. Bauabschnitt: geplant 68 Mio. Euro (nach Einsparungen)

Der Jahnsportpark liegt in Prenzlauer Berg, nahe dem Mauerpark. Dort entsteht ein neues Stadion am alten Standort, das perspektivisch auch für internationale Veranstaltungen genutzt werden soll. Parallel dazu sollen bestehende Sportanlagen modernisiert werden. Das Gesamtprojekt gliedert sich in drei Bauabschnitte: Rückbau des alten Stadions, Neubau sowie die Ertüchtigung des umliegenden Geländes.

Kostenentwicklung im ersten Bauabschnitt des Jahnsportparks in Berlin

Der erste Bauabschnitt umfasst den Abriss des alten Stadions sowie vorbereitende Maßnahmen. Die Kosten liegen aktuell bei rund 22,4 Millionen Euro. Damit überschreiten sie die ursprüngliche Planung um etwa 60 Prozent. Zuletzt kamen zusätzliche Kosten in Höhe von rund zwei Millionen Euro hinzu.

Diese Mehrkosten lassen sich auf mehrere Faktoren zurückführen. Beim Rückbau der Flutlichtanlagen waren zusätzliche Maßnahmen zum Schutz von Tieren erforderlich. Außerdem führten strengere Anforderungen an Rettungszufahrten zu höheren Ausgaben. Hinzu kam der Fund von asbesthaltigen Baustoffen, der zusätzliche Sanierungsmaßnahmen notwendig machte. Trotz einzelner Einsparungen an anderer Stelle ergibt sich unter dem Strich ein massiver Kostenanstieg.

ANZEIGE

Berlin hält am Kostendeckel für Jahnsportpark fest

Der zweite Bauabschnitt umfasst den eigentlichen Neubau des Stadions im Jahnsportpark. Und der soll 2026 starten. Die aktuellen Schätzungen liegen hier bei rund 207,5 Millionen Euro. Zusammen mit dem ersten Bauabschnitt ergibt sich bereits eine Summe von knapp 230 Millionen Euro.

Für das Gesamtprojekt gilt jedoch ein politisch festgelegter Kostendeckel von maximal 300 Millionen Euro. Nach aktuellen Berechnungen liegen die Gesamtkosten aller drei Bauabschnitte bei rund 348,9 Millionen Euro. Damit entsteht eine Finanzierungslücke, die durch Anpassungen im dritten Bauabschnitt geschlossen werden soll.

Eine Luftaufnahme zeigt den alten Jahnsportpark während der Abrissarbeiten.

Eine Luftaufnahme zeigt den alten Jahnsportpark während der Abrissarbeiten. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

ANZEIGE

Einsparungen im dritten Bauabschnitt des Jahnsportparks

Das Problem: Der dritte Bauabschnitt betrifft die Modernisierung der übrigen Sportflächen im Jahnsportpark. Ursprünglich waren dafür rund 119 Millionen Euro vorgesehen. Diese Summe soll nun auf etwa 68 Millionen Euro reduziert werden.

Geplant ist deshalb unter anderem der Verzicht auf ein Büro- und Begegnungsgebäude, das zuvor mit rund 17 Millionen Euro kalkuliert wurde. Darüber hinaus entfällt eine Tennishalle, die laut Planungsunterlagen bereits seit 2024 nicht mehr Bestandteil des Projekts ist. Zusätzlich soll die Kapazität einer Multifunktionshalle von 2.500 auf 1.500 Sitzplätze reduziert werden.

Die Senatsverwaltung geht davon aus, dass diese Maßnahmen ausreichen, um die Kosten im vorgegebenen Rahmen zu halten. Kritische Stimmen bezweifeln jedoch, dass die geplanten Einsparungen in dieser Höhe realistisch umsetzbar sind.

ANZEIGE

Kritik am Neubau im Jahnsportpark in Berlin

Aus der Lokalpolitik und von Initiativen kommt Kritik an der aktuellen Entwicklung. Vertreter einer Bürgerinitiative weisen darauf hin, dass insbesondere Maßnahmen für den Breiten- und Inklusionssport betroffen sein könnten. Denn Einsparungen werden vor allem in dem Bauabschnitt vorgenommen, der diese Nutzungen stärkt.

Auch aus der Bezirkspolitik gibt es Hinweise darauf, dass Mittel umgeschichtet werden könnten, um Kostensteigerungen auszugleichen. Dabei steht die Frage im Raum, ob Gelder, die ursprünglich für den Schul- und Vereinssport vorgesehen waren, indirekt in das Bauprojekt fließen.

Jahnsportpark (Prenzlauer Berg)

 Quellen: Bürgerinitiative Jahnsportpark, Berliner Morgenpost

Jetzt PLUS-Kunde werden

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.

Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.