Das kleine Stadion im Jahnsportpark soll für Olympia temporär auf 10.000 Plätze erweitert werden. Der Senat nennt Hockey, Unified Sport und temporäre Tribünen als Grund.
Kleines Stadion am Jahnsportpark
© Titelbild: Wikimedia Commons, Traktorminze, CC BY-SA 4.0
Der Berliner Senat plant im Zuge des überarbeiteten Bewerbungskonzepts „BERLIN+“ eine deutliche Erweiterung des kleinen Stadions im Jahnsportpark in Prenzlauer Berg. Nach aktuellen Angaben aus einer Schriftlichen Anfrage an das Abgeordnetenhaus soll die Anlage an der Cantianstraße für die Olympischen und Paralympischen Spiele von derzeit 800 auf 10.000 Plätze wachsen.
- Bezirk: Pankow
- Adresse: Cantianstraße 24, 10437 Berlin
- Anlage: Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark
- Bestehende Kapazität kleines Stadion: 800 Plätze
- Geplante Olympia-Kapazität: 10.000 Plätze
Damit würde die Zuschauerkapazität für die Dauer der Spiele auf mehr als das Zwölffache des heutigen Bestands steigen. Der Jahnsportpark bleibt damit ein zentraler Standort in Berlins Olympia-Überlegungen. Der Senat begründet die Wahl des Areals mit der vorhandenen und künftigen Infrastruktur, der verkehrlichen Erreichbarkeit und der Einbindung in das Konzept „BERLIN+“.
Jahnsportpark: Ausbau des kleinen Stadions soll nur temporär erfolgen
Hintergrund sind die geplanten Hockey-Wettbewerbe. Nach Angaben der Sportverwaltung werden dafür zwei Wettkampfspielfelder mit Zuschauertribünen benötigt. Die Turnierpläne für olympisches Hockey und das Unified-Sport-Hockeyturnier erfordern demnach zwei Wettkampfspielfelder mit Tribünen.
Der wichtigste Punkt: Der Senat spricht nicht von einem dauerhaften Ausbau des kleinen Stadions. Die zusätzlichen Plätze sollen über temporäre Tribünen entstehen. Auch die dazugehörige Infrastruktur soll nur vorübergehend aufgebaut werden. Dauerhafte bauliche Eingriffe in das kleine Stadion am Jahnsportpark seien nach jetzigem Stand nicht vorgesehen. Nach den Olympischen und Paralympischen Spielen soll der Rückbau vollständig erfolgen. Das kleine Stadion würde demnach wieder auf den heutigen Bestand zurückgeführt.
Ausbau des kleinen Stadions am Jahnsportpark ohne Zustimmung
Eine formelle Zustimmung des Bezirksamts Pankow hält der Senat derzeit nicht für erforderlich. Begründet wird das mit dem aktuellen Planungsstand. Eingebunden sei die Leitung des Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportparks, die bei der Senatsverwaltung für Inneres und Sport angesiedelt ist. Auch für das angrenzende Gleimviertel erwartet der Senat keine dauerhaften Auswirkungen, weil die Erweiterung nur für die Dauer der Spiele vorgesehen sei.
Ob diese Einschätzung im Bezirk geteilt wird, bleibt offen. Rund um den Jahnsportpark hatten größere Bauprojekte in der Vergangenheit wiederholt Diskussionen über Lärm, Verkehr und Eingriffe in das Umfeld ausgelöst.

Die Visualisierung zeigt die geplante Außenansicht des Jahnsportpark Neubaus mit umlaufender Fassade, Beleuchtung und öffentlichem Platz vor dem Stadion. / © Visualisierung: O+M Architekten GmbH
Jahnsportpark derzeit im Umbau
Die Olympia-Planungen treffen auf ein Areal, das sich ohnehin grundlegend verändert. Parallel dazu läuft das große Bauprojekt „Jahnsportpark für Alle“. Der alte Jahnsportpark wurde bereits abgerissen, an seiner Stelle soll ein neues Stadion mit rund 20.000 Plätzen entstehen. Dieses Projekt steht wegen steigender Kosten seit Monaten unter Druck. Aktuelle Angaben nennen Gesamtkosten von rund 348,9 Millionen Euro.
Sollte Berlin den Zuschlag für die Olympischen Spiele erhalten, würde der Jahnsportpark damit gleich mehrere zentrale Wettkampfstätten aufnehmen – dauerhaft mit dem neuen Hauptstadion und temporär mit einem deutlich vergrößerten Hockeystadion.
Quelle: Schriftliche Anfrage Abgeordnetenhaus Berlin: Drucksache 19/26083
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