Mitten in Neu-Hohenschönhausen ist in den letzten Jahren ein Schulbau entstanden, der sich deutlich von den umliegenden Plattenbauten abhebt. Holzfassaden, offene Innenhöfe und lichtdurchflutete Treppenhäuser prägen die Integrierte Sekundarschule „Am Breiten Luch“.

Die Schule „Am Breiten Luch“ wurde letztes Jahr fertiggestellt und sticht mit ihrer markanten Holzfassade aus der umliegenden Bebauung heraus. / © Foto: Franz Brück
© Fotos: Franz Brück
Diese Schule ist kaum zu übersehen: Mit viel Holz, klaren Linien und einer ungewöhnlichen Fassadengestaltung hebt sich die 2025 fertiggestellte Integrierte Sekundarschule „Am Breiten Luch“ deutlich von ihrer Umgebung ab.
Geplant haben das Gebäude die Büros Renner Architekten und KHR Architecture, umgesetzt wurde es von der ARGE Ed. Züblin AG und Otto Wulff Bauunternehmung im Auftrag der HOWOGE. Der Neubau bietet Platz für rund 725 Schülerinnen und Schüler.
Das Gebäude folgt dem in Berlin etablierten Compartmentschulprinzip. Acht Lernhäuser gruppieren sich jeweils um ein zentrales Forum und bündeln Klassenräume, Teamzonen für Lehrkräfte sowie offene Lernbereiche. Damit reagiert der Entwurf auf ein vergleichsweise kleines Grundstück, das zudem an eine stark befahrene Straße und eine Bahntrasse grenzt.
Fassadengestaltung des Schulneubaus „Am Breiten Luch“: Holz und Metall im Zusammenspiel
Äußerlich besteht der Schulkomplex aus mehreren Baukörpern mit unterschiedlicher Materialsprache. Nach außen dominiert Holz, während die hofseitigen Bereiche durch schwarze, metallene Laubengänge geprägt sind. Der Schultrakt ist in Lärchenholz gehalten und mit teilweise weiß verputzten Flächen kombiniert, die Sporthalle dagegen zeigt eine metallische Struktur mit vorgelagerten Holzbalken.
Das Lärchenholz zieht sich dabei als verbindendes Element durch beide Gebäudeteile, ordnet den Komplex optisch in den Grünzug entlang der Wartenberger Straße ein und setzt zugleich einen bewussten Kontrast zu den umliegenden Plattenbauten.
Besonders markant ist die nach Norden ausgerichtete Sporthalle mit ihrer halbtransparenten Holzfachwerkkonstruktion. Bei Kunstlicht entsteht dadurch abends ein vielschichtiges Fassadenbild. Vorgesetzte Lamellen prägen zudem weite Teile der Schulansicht und verleihen dem Baukörper trotz seiner Kompaktheit eine gewisse Leichtigkeit.
Innenhof und Erschließung: Offene Wege statt geschlossener Flure
Im Zentrum der Anlage liegt ein begrünter Innenhof mit Terrassen, die gleichzeitig der Erschließung dienen. Sitzinseln und Pflanzflächen gliedern den Hof und schaffen Aufenthaltsqualität zwischen den Gebäudeteilen. Verbindungsstege führen durch den Hof und verknüpfen die einzelnen Compartments miteinander.
Auch im Inneren setzt sich dieses Prinzip fort. Eine zentrale, geschwungene Treppenanlage verbindet die unteren Geschosse und schafft klare Sichtachsen. Anstelle langer, geschlossener Flure entstehen so offene Wegeführungen, die Orientierung erleichtern und Begegnung ermöglichen sollen.
Nutzflächen der Schule „Am Breiten Luch“: Klassenräume, Aufenthaltsbereiche und Sporthalle
Die Klassenräume orientieren sich zum ruhigeren, grünen Süden des Grundstücks und sind mit großzügigen Fensterflächen ausgestattet. Ergänzt werden sie durch Aufenthaltsbereiche mit modularen Sitzmöbeln, die als Rückzugsorte zwischen den Unterrichtseinheiten dienen. Naturwissenschaftliche Fachräume verfügen zusätzlich über technische Ausstattung für Experimente.
Durch elektronische Vorhänge lassen sich die zwei Dreifeldsporthallen in insgesamt sechs Hallenteile flexibel unterteilen. Außerdem können die Sporthallen über separate Zugänge unabhängig vom Schulbetrieb genutzt werden, etwa von Vereinen oder der benachbarten Grundschule.
So verbindet der Neubau am Breiten Luch eine ungewöhnliche Gestaltung mit den Anforderungen eines modernen Schulbetriebs – und setzt damit einen architektonischen Kontrast in einem von Wohnbauten geprägten Umfeld.
Quellen: HOWOGE, Ed. Züblin AG, Bezirksamt Lichtenberg, Renner Architekten, Berliner Schulbauoffensive,
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„Diese Schule ist kaum zu übersehen“… Ja, in der Tat, das gute Stück kann man echt gelten lassen.
Es ist schon augenfällig, dass es immer wieder oder hin und wieder Schularchitektur es schafft,
auf sich aufmerksam zu machen.