Der Bedarf an Wohnraum in der Berliner Innenstadt bleibt hoch. Gleichzeitig entstehen in verschiedenen Quartieren des Bezirks Mitte neue Wohnprojekte, von kleineren Nachverdichtungen im Bestand bis hin zu größeren Neubauten. Mehrere aktuelle Beispiele zeigen, wie derzeit zusätzliche Wohnungen im Zentrum der Hauptstadt geschaffen werden.
Quartier Lilienthal
Queeres Wohnprojekt
Borsigstraße
Wiesenstraße Wedding
Rathenower Straße Moabit
Azubi-Apartmens

© Visualisierung Titelbild: CKRS Architektengesellschaft mbH

 

Berlin-Mitte zählt zu den dicht besiedelsten und zugleich dynamischsten Bezirken der Hauptstadt. Mit rund 400.000 Einwohnerinnen und Einwohnern wächst der Bedarf an neuem Wohnraum in der zentralen Innenstadt kontinuierlich. Gleichzeitig entstehen an mehreren Standorten neue Wohnprojekte — von Nachverdichtungen im Bestand bis hin zu größeren Quartiersentwicklungen. Ein Überblick zeigt, welche Wohnbauten derzeit in Mitte realisiert werden.

ANZEIGE

Heimstaden plant 19 neue Wohnungen in der Borsigstraße in Berlin-Mitte

Neubau im Rahmen einer Nachverdichtung an der Borsigstraße in Mitte

© Visualisierung: Heimstaden / Thomas Baecker Architekten

Im Innenhof eines Bestandsgebäudes in der Borsigstraße in Mitte plant das Wohnungsunternehmen Heimstaden den Bau eines neuen Wohngebäudes mit 19 Mietwohnungen. Das Projekt ist als Nachverdichtung innerhalb des bestehenden Quartiers konzipiert und soll sich in Form eines L-förmigen Neubaus in die vorhandene Hofstruktur einfügen. Der vorhandene Baumbestand im Innenhof soll weitgehend erhalten bleiben und durch zusätzliche Begrünung ergänzt werden. Nach aktuellen Planungen soll der Rohbau 2026 beginnen, die Fertigstellung wird derzeit für Ende 2027 beziehungsweise Anfang 2028 erwartet.

Quartier Lilienthal: 102 neue Wohnungen an der Köpenicker Straße in Mitte

Baustellenfotos an der Köpenicker Str.

© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

ANZEIGE

Auf einer ehemaligen Parkplatzfläche an der Köpenicker Straße in Mitte errichtet die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft WBM das neue „Quartier Lilienthal“. Geplant sind insgesamt 102 Mietwohnungen sowie rund 8.000 Quadratmeter Gewerbeflächen für Einzelhandel und Dienstleistungen. Der Entwurf stammt vom Büro LOVE architecture and urbanism gemeinsam mit Architektur Consult ZT aus Graz und ergänzt ein bestehendes Wohnquartier aus den 1960er-Jahren. Nach Verzögerungen während der Bauphase rechnen die Projektbeteiligten derzeit mit einer Fertigstellung im dritten Quartal 2026.

Wiesenstraße in Mitte: 78 neue Wohnungen mit Coworking-Space im Wedding

Visualisierung Neubau Wiesenstr 35

© Visualisierung: Winking Froh Architekten GmbH

In der Wiesenstraße 35 im Berliner Ortsteil Wedding errichtet die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft GESOBAU einen Neubau mit 78 Mietwohnungen. Das Projekt entsteht auf einem rund 1.845 Quadratmeter großen Grundstück an der Ecke Reinickendorfer Straße und kombiniert Wohnen mit neuen Arbeitsformen. Im Erdgeschoss ist ein etwa 634 Quadratmeter großer Coworking-Space vorgesehen. Rund die Hälfte der Wohnungen wird im geförderten Wohnungsbau mit Einstiegsmieten ab etwa 6,50 Euro pro Quadratmeter angeboten, zudem entstehen überwiegend barrierefreie Wohnungen. Die Fertigstellung des Projekts ist nach aktuellem Stand für Herbst 2026 geplant.

ANZEIGE

Berlin-Mitte: Wohnprojekt für lesbische und queere Frauen in der Berolinastraße

Queeres Wohnprojekt an der Berolinastraße

© Visualisierung: GSAI

In der Berolinastraße nahe dem Alexanderplatz hat die WBM ein besonderes Wohnprojekt realisiert. Insgesamt entstehen dort 73 Mietwohnungen, die sich gezielt an lesbische und queere Frauen richten. Der Neubau bietet einen Wohnungsmix von Ein- bis Vierzimmerwohnungen, darunter zahlreiche geförderte Einheiten sowie barrierefreie und rollstuhlgerechte Wohnungen. Ergänzt wird das Projekt durch eine Pflege-Wohngemeinschaft mit acht Plätzen sowie ein soziokulturelles Zentrum im Erdgeschoss mit Beratungsräumen und einem Kiez-Café. Kooperationspartner ist die Organisation Rad und Tat Berlin (RuT), die das gemeinschaftlich orientierte Wohnkonzept mitentwickelt hat.

Moabit: WBM baut 108 neue Wohnungen an der Rathenower Straße

Visualisierung Neubau Rathenower Straße in Mitte

© Visualisierung: CKRS Architektengesellschaft mbH

ANZEIGE

An der Rathenower Straße in Moabit entwickelt die WBM ein neues Wohnquartier mit insgesamt 108 Mietwohnungen. Das Projekt entsteht auf dem Gelände eines ehemaligen Kinder- und Jugendwohnheims und umfasst neben Wohnungen auch soziale Einrichtungen, Gewerbeflächen sowie einen öffentlichen Stadtplatz. Ein Großteil der Wohnungen wird öffentlich gefördert, zudem sind barrierefreie Wohnungen, rollstuhlgerechte Einheiten und flexible Clusterwohnungen geplant. Die Fertigstellung des Quartiers ist derzeit für Anfang 2027 vorgesehen.

Iranische Straße in Mitte: 100 neue Azubi-Apartments für Auszubildende geplant

In der Iranischen Straße entsteht eine neue Apartmentanlage für Auszubildende und junge Beschäftigte. Das landeseigene Wohnungsunternehmen Berlinovo plant dort mindestens 100 geförderte Apartments, die bereits 2026 bezugsfertig sein sollen. Die möblierten Einheiten verfügen über rund 15 bis 17 Quadratmeter Wohnfläche sowie ein eigenes Bad und eine Pantryküche. Ergänzt wird das Wohnangebot durch Lernräume, eine Gemeinschaftsküche und Fahrradstellplätze. Ziel des Projekts ist es, insbesondere Auszubildenden in Mangelberufen trotz angespannter Wohnungslage bezahlbaren Wohnraum in der Innenstadt anzubieten.

 

Quellen: Bezirksamt Mitte, WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte MBH, Heimstaden, GESOBAU AG, Architektur Urbanistik, Winking Froh Architekten, CKRS Architekten, Senatsverwaltung für Finanzen, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, berlinovo

Jetzt PLUS-Kunde werden

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.

Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag

One Comment

  1. Ewald Karl 16. März 2026 at 16:42 - Reply

    Das Heimstaden-Projekt ist mir suspekt. Da baut eine berüchtigte Immobiliengesellschaft einen Hof auf Gründerzeit-Niveau zu, um das mit einer luftigen Zeichnung zu kaschieren. Vermutlich werden dafür dann die üblichen „Muss man sich halt leisten“-Wuchermieten verlangt. Gut, dass die berlineigenen Gesellschaften fleißig bauen.

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.