Der Berliner Projektentwickler Belle Époque steht unter Druck: Gegen mehrere Gesellschaften wurden vorläufige Insolvenzverfahren eingeleitet. Während einige Projekte erfolgreich abgeschlossen wurden, ist die Zukunft anderer Großvorhaben ungewiss. Besonders betroffen sind Entwicklungen in Alt-Hohenschönhausen und Lichtenberg.
Auf dem Bild ist ein langgestrecktes, mehrgeschossiges Plattenbaugebäude zu sehen, das offensichtlich leer steht und sich in einem stark vernachlässigten Zustand befindet.

Das Gelände an der Gehrenseestraße in Alt-Hohenschönhausen vor Beginn der Quartiersentwicklung. Anfang der 1980er Jahre als Wohnheim für vietnamesische Vertragsarbeiter errichtet, soll hier künftig ein Hof- und Hochhausquartier mit über 1.000 Wohnungen entstehen. Die Planung erfolgt durch die landeseigene HOWOGE in Kooperation mit dem Projektentwickler Belle Époque. / © Foto: Wikimedia Commons, Z thomas, CC BY-SA 4.0

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Am 16. Juli 2025 hat das Amtsgericht Charlottenburg vorläufige Insolvenzverfahren gegen drei Gesellschaften der Berliner Projektentwicklergruppe Belle Époque eingeleitet, wie unter anderem die Medien Thomas Daily und Immobilien Zeitung berichten. Ziel dieser Maßnahme sei es demnach, das vorhandene Vermögen zu sichern, während ein Insolvenzverwalter die wirtschaftliche Lage der Unternehmen prüft. Erst nach dieser Prüfung soll entschieden werden, ob ein reguläres Insolvenzverfahren eröffnet wird. Die betroffenen Gesellschaften gehören zu Projektentwicklungen mit insgesamt mehr als 1.000 geplanten Wohneinheiten.

Alle drei Gesellschaften haben ihren Sitz am Kurfürstendamm in Berlin. Nach bisherigen Informationen betreffen die Verfahren vor allem Projekte in den Bezirken Alt-Hohenschönhausen und Lichtenberg. Die finanzielle Situation der Unternehmen wirft nun Fragen zur Zukunft dieser geplanten Bauvorhaben auf.

Abgeschlossene Projekte des Projektentwicklers: Sechs Bauvorhaben in verschiedenen Berliner Bezirken erfolgreich realisiert

Trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten konnte Belle Époque in den vergangenen Jahren mehrere Bauvorhaben erfolgreich umsetzen. In Alt-Hohenschönhausen entstand an der Ferdinand-Schultze-Straße ein neues Quartier mit 378 Wohnungen, grünen Innenhöfen, einer Kita und Gewerbeflächen. Ebenfalls in Alt-Hohenschönhausen wurde ein denkmalgeschütztes Industrieensemble zu einem modernen Wohn- und Gewerbequartier umgebaut.

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In Lichtenberg wurde das Projekt Charlottenstraße mit 120 kompakten Wohnungen für junge Berufstätige und Studierende fertiggestellt. Die Friedrichshaller Straße in Wilmersdorf kombiniert neu errichtete Wohnhäuser mit sanierten Altbauten und bildet ein ruhiges Ensemble rund um einen begrünten Hof. In der Choriner Straße in Prenzlauer Berg wurde ein Gründerzeitgebäude denkmalgerecht modernisiert. Die Stubenrauchstraße in Friedenau ergänzt diese Liste mit der Sanierung eines historischen Wohngebäudes aus dem Jahr 1911.

Insolvenzbedrohte Vorhaben: Großprojekte in Alt-Hohenschönhausen und Lichtenberg stehen vor ungewisser Zukunft

Drei laufende Projektentwicklungen sind direkt von den vorläufigen Insolvenzverfahren betroffen. Dazu zählen die „Belle Époque Bauten am Landschaftspark Herzberge I GmbH“, die „Belle Époque Bauten am Landschaftspark Herzberge III GmbH“ sowie die „Belle Époque Quartier Gehrensee GmbH“. Die Verfahren wurden am 16. Juli 2025 eröffnet. Alle drei Gesellschaften gehören zu Vorhaben mit großem Wohnraumpotenzial und waren in die Entwicklung neuer Quartiere eingebunden.

Besonders im Fokus steht das geplante Quartier an der Gehrenseestraße in Alt-Hohenschönhausen. Auf einem Grundstück von rund 38.800 Quadratmetern sollten hier Wohnhäuser, Gewerbeflächen, Kitas, Schulen und Hochhäuser entstehen. Das Projekt sollte mit dem landeseigenen Wohnungsbauunternehmen HOWOGE zusammen umgesetzt werden. Insgesamt war eine vermietbare Fläche von über 100.000 Quadratmetern geplant.

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In Lichtenberg sollte am Landschaftspark Herzberge auf mehreren Grundstücken gebaut werden. Für die Flächen Rhinstraße 137 und 137a wurde bereits 2015 ein vorhabenbezogenes Bebauungsplanverfahren beantragt. Ob und wie diese Vorhaben fortgeführt werden, ist derzeit offen.

Laufender Bau in Marzahn-Hellersdorf: Nachhaltiges Wohnquartier an der Bärensteinstraße soll planmäßig fertiggestellt werden

Unabhängig von den laufenden Insolvenzverfahren arbeitet die Belle Époque Gruppe weiterhin am Wohnbauvorhaben in der Bärensteinstraße im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Auf einer Fläche von rund 3.542 Quadratmetern entsteht ein Gebäude mit insgesamt 182 Wohneinheiten. Das Projekt befindet sich im Bau und soll nach aktuellem Stand wie geplant abgeschlossen werden.

Das Bauvorhaben verfolgt ein Konzept, das Barrierefreiheit und energieeffiziente Planung miteinander verbindet. Der Großteil der Wohnungen ist stufenlos zugänglich, einige Einheiten sind speziell für die Nutzung mit Rollstuhl vorgesehen.

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Energetisch basiert das Gebäude auf einem Mix aus Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und einer zentralen Heiz- und Warmwasserinfrastruktur. Der Energiebedarf soll dadurch im Vergleich zu konventionellen Neubauten deutlich reduziert werden. Die Planung orientiert sich an anerkannten Nachhaltigkeitsstandards.

Quellen: Verbraucherschutzforum Berlin, BE Management GmbH, Bezirksamt Lichtenberg von Berlin, Thomas Daily, Immobilien Zeitung

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