Mitten im Frankfurter Stadtteil Nied wächst ein neues Stück Infrastruktur. Eine barrierefreie Personenunterführung an der Oeserstraße soll für mehr Sicherheit, bessere Wege und weniger Staus sorgen.

Der Bahnübergang an der Oeserstraße im Frankfurter Stadtteil Nied wird sich bis August 2026 stark verändern: Der bisherige Übergang über die Gleisen wird zurückgebaut, stattdessen entsteht eine barrierefreie Personenunterführung mit integriertem Radweg. / © Foto: Stadt Frankfurt
© Fotos: Stadt Frankfurt
Lange Wartezeiten und eingeschränkte Barrierefreiheit – so präsentierte sich der Bahnübergang Oeserstraße bislang. Mit dem aktuellen Umbau will die Stadt Frankfurt eine infrastrukturelle Lösung schaffen, die sowohl dem Fuß- als auch dem Fahrzeugverkehr dauerhaft zugutekommt. Das Bauprojekt ist Teil einer umfassenden Maßnahme zur Verbesserung der Verkehrs- und Fußwegverbindungen.
Der Bahnübergang an der Oeserstraße in Frankfurt-Nied verbindet eine stark befahrene Straße mit einer viel genutzten Bahnstrecke zwischen Frankfurt und Wiesbaden. Geplant ist, dass der bestehende Übergang langfristig entfällt und durch eine barrierefreie Personenunterführung sowie eine neue Straßenunterführung mit integriertem Radweg ersetzt wird.
Geringere Wartezeiten, flüssiger Verkehr: Das sind die Ziele der Bauarbeiten in Frankfurt-Nied
Ziel des Umbauprojekts sei es, die „Querung für Fußgängerinnen und Fußgänger künftig deutlich sicherer und komfortabler“ zu gestalten und den Bahnübergang langfristig zu modernisieren, berichtet die Stadt Frankfurt in einer Pressemitteilung.
Ein weiterer wichtiger Faktor in der Entscheidung für die geplanten Baumaßnahmen sei die Verbesserung des Verkehrsflusses gewesen. Durch die neue Unterführung entfallen lange Wartezeiten am Bahnübergang.
Umbauarbeiten Bahnübergang Oeststraße: Vorbereitungen laufen seit letztem Jahr
Zunächst befand sich das Gemeinschaftsprojekt des Amtes für Straßenbau und Erschließung (ASE) und der DB InfraGo tief in den Vorbereitungsmaßnahmen. Hierzu zählte neben dem Aushub auch die Sicherung der Baugrube durch lastabtragende Spundwände, die in den Boden einvibriert wurden.
Während unter den Gleisen der Bodenaushub voranschritt, wurde südlich der Bahnlinie der Betonkörper für die neue Unterführung errichtet. In den vergangenen Wochen konnte das Rahmenbauwerk samt Abdichtung vollständig fertiggestellt werden.
Personenunterführung Oeststraße: 320 Tonnen Rahmenbauwerk bewegt
Am Donnerstag, den 3. Juli 2025 konnte das zuvor angefertigte Rahmenbauteil dann unter die Bahnstraße gezogen wurden. Um das 320 Tonnen schwere Konstrukt an seine tatsächliche Position unter den Gleisen zu bewegen, wurden Stahlseile und eine Hydraulikpresse genutzt.
Mit einer Geschwindigkeit von rund fünf Metern pro Stunde dauerte der Prozess etwa drei Stunden. In dieser Zeit legte das Bauteil die 16 Meter vom Fertigungsort bis zur Zielposition zurück.
Umbauarbeiten am Bahnübergang Oesterstraße: So geht es in Frankfurt-Nied weiter
Die Arbeiten an dem neuen, barrierefreien Bahnübergang schreiten wie geplant voran und sollen bis August 2026 abgeschlossen werden. Aktuell bleibt der Bahnübergang Oesterstraße noch bis einschließlich Freitag, 18. Juli 2025, für den Bahn- und Kfz-Verkehr gesperrt. In dieser Zeit werden die Baugrube verfüllt, provisorische Sicherungselemente entfernt sowie Gleise, Oberleitungen und Kabelanlagen der Deutschen Bahn wiederhergestellt.
Danach soll bis Dezember dieses Jahres die Rampen und Treppen im südlichen und im nördlichen Teil des Übergangs entstehen. Ab April 2026 stehen dann noch Asphaltier- und Pflasterarbeiten sowie das Anbringen von Beleuchtung, der Einbau der Hebeanlage und die Begrünung an.
Bauarbeiten am Bahnübergang in Frankfurt-Nied: Lärmbelastung soll minimiert werden
Auch in den kommenden Wochen wird auf der Baustelle gearbeitet – zum Teil auch nachts. Die Anwohnenden wurden im Vorfeld über mögliche Lärmbelastungen durch nächtliche Bauphasen informiert, zusätzlich wurde eine mobile Lärmschutzwand angebracht. Ebenfalls besteht unter bestimmten Kriterien auch ein Anspruch auf eine Hotelübernachtung.
Trotz aller Fortschritte bleibt abzuwarten, ob der Zeitplan eingehalten werden kann und wie gut es gelingt, die Belastung für Anwohnende im weiteren Bauverlauf zu minimieren.
Quellen: Stadt Frankfurt, Deutsche Bahn, Amt für Straßenbau & Erschließung
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