Mitten in den Koalitionsverhandlungen in Brandenburg meldet sich die Flughafenregion zu Wort. Das Dialogforum Airport Berlin Brandenburg fordert klare Zusagen zu Infrastruktur, Lärmschutz und Flächenentwicklung.

Schönefeld verzeichnet seit Jahren ein deutliches Bevölkerungs- und Gewerbewachstum und zählt zu den dynamischsten Entwicklungsräumen der Hauptstadtregion. Vor diesem Hintergrund erhalten die Forderungen nach abgestimmtem Flächenmanagement, leistungsfähiger Infrastruktur und verbindlichem Lärmschutz eine besondere Dringlichkeit. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: depositphotos.com
Noch ist offen, welche konkreten Projekte SPD und CDU in Brandenburg in ihrem Koalitionsvertrag festschreiben werden. Doch aus der Flughafenregion kommt ein deutliches Signal: Die Kommunale Arbeitsgemeinschaft Dialogforum Airport Berlin Brandenburg will ihre Rolle als zentrale Kooperationsplattform verbindlich abgesichert sehen.
In einem Schreiben an Ministerpräsident Dietmar Woidke formuliert das Dialogforum Erwartungen an die künftige Landesregierung. Vorsitzender Helmut Barthel spricht von „länderübergreifenden und hochkomplexen Herausforderungen“, die nur durch klare Zuständigkeiten und verlässliche Strukturen bewältigt werden könnten. Seit 2006 fungiert das Gremium als Schnittstelle zwischen Kommunen, Ländern, Bund und der Flughafengesellschaft.
Flughafenregion fordert Investitionen in Straße und Schiene
Ein Schwerpunkt liegt auf der Verkehrsinfrastruktur. Grundlage ist eine 2024 vorgelegte Verkehrsengpassanalyse der Industrie- und Handelskammern gemeinsam mit dem Dialogforum. Sie identifiziert Defizite auf Straße und Schiene rund um den Flughafen Berlin Brandenburg.
Gefordert werden unter anderem der Ausbau der U7 in Richtung Flughafen, die Weiterentwicklung der Anhalter und der Görlitzer Bahn sowie Verbesserungen an Bundesstraßen und Autobahnen. Ergänzend schlägt das Dialogforum kurzfristige Maßnahmen vor, etwa eine KI-gestützte Verkehrssteuerung zur Entlastung neuralgischer Punkte.
Länderübergreifendes Flächenmanagement soll Wachstum und Ausgleich in der Flughafenregion sichern
Neben der Mobilität geht es auch um Flächenmanagement. Berlin und Brandenburg sollen einen gemeinsamen Koordinierungsrahmen für Wohn-, Gewerbe- und Ausgleichsflächen entwickeln, so die Forderung von Dialogforum. Auch der Landesentwicklungsplan für den Flughafenstandort soll an aktuelle Bedarfe angepasst werden.
Darüber hinaus plädiert das Dialogforum für eine engere Abstimmung mit Berlin bei möglichen Großvorhaben am Standort Schönefeld, darunter internationale Formate wie eine EXPO oder Olympia-Initiativen.
Kommunen pochen auf verbindlichen Lärmschutz und klare Festlegungen im Koalitionsvertrag
Klare Worte finden die Kommunen beim Lärmschutz: Das Nachtflugverbot solle Bestand haben, eine dritte Start- und Landebahn im Koalitionsvertrag ausgeschlossen werden. Zudem fordert das Gremium eine erneute Gesamtlärmbetrachtung, die Flug-, Straßen- und Schienenverkehr gemeinsam in den Blick nimmt.
Die Botschaft an die künftige Landesregierung ist unmissverständlich: Die Flughafenregion versteht sich als wirtschaftlicher Motor und sensibler Lebensraum zugleich. Welche Prioritäten Rot-Schwarz setzt, wird damit auch zur Richtungsentscheidung für einen Raum, der längst über Landesgrenzen hinaus wirkt.
Quellen: Gemeinde Schönefeld
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.


