Ob zu Fuß, mit der Bahn, mit dem Rad oder mit dem Auto: Die Stadt Frankfurt wächst rasant und steht vor der Herausforderung, ihre Verkehrs- und Infrastrukturprojekte an die steigenden Anforderungen anzupassen und die Stadt somit zukunftsfähig zu gestalten.

Ein Foto einer Straße mit Stau.

Verkehrschaos, zahlreiche Baustellen und Stau: viele Frankfurterinnen und Frankfurter sind mit den aktuellen Gegebenheiten im Stadtverkehr unzufrieden. Die Stadt Frankfurt reagiert darauf mit unterschiedlichsten Ausbaumaßnahmen, und möchte Frankfurts Verkehrsnetz sicher und zukunftsfähig machen. / © Foto: depositphotos, Canetti

© Titelbild: depositphotos, chrissi

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Frankfurt wächst seit Jahren rasant und befindet sich in einem stetigen Wandel. Neue Wohn- und Büroflächen entstehen in nahezu allen Stadtteilen, zudem wächst die Stadtbevölkerung. Damit die Stadt auch in Zukunft lebenswert bleibt, muss die städtische Infrastruktur mit diesem Wachstum Schritt halten.

Verkehrs- und Infrastrukturprojekte spielen dabei eine zentrale Rolle. Wenn Frankfurt zukunftsfähig wachsen soll, reicht es nicht, allein neue Quartiere zu entwickeln. Vielmehr müssen Wege gefunden werden, die wachsende Zahl an Menschen effizient und nachhaltig durch die Stadt zu bewegen.

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Genau deshalb entstehen in Frankfurt aktuell zahlreiche Projekte, die alle Verkehrssparten abdecken. Sie sollen dabei helfen, die Stadt sowohl für ihre Bewohnerinnen und Bewohner als auch für die steigende Zahl an Besuchern zukunftsfähig auszulegen. Wir stellen einige dieser Infrastrukturprojekte genauer vor.

1. Pkw-Verkehr: 3.000 neue Stellplätze und 10-spuriger A5 Ausbau sollen Verkehrsnetzwerk stärken

Ein Foto der A5 zwischen Frankfurt und Oberursel. (Quelle: Wikimedia Commons, Matti Blume, CC BY-SA)

So sieht der Streckenabschnitt der Autobahn A5 zwischen Frankfurt und Oberursel aktuell aus. Zukünftig könnten hier zusätzlich zum Einfädelungsstreifen je Seite noch zwei weitere Fahrspuren hinzu kommen. / © Foto: Wikimedia Commons, Matti Blume, CC BY-SA

Besonders der autofreie Verkehr in Frankfurt nimmt weiter zu, trotzdem sind Pkw nach wie vor zentraler Bestandteil der Stadt, hauptsächlich für Berufspendler. Vor allem auf der Autobahn A5 kommt es häufig zu Staus, besonders zu den Stoßzeiten. Geplant ist ein Ausbau zwischen dem Frankfurter Kreuz und dem Nordwestkreuz auf bis zu zehn Spuren, um den Verkehrsfluss zu verbessern, auch wenn Kosten und Umweltaspekte für Diskussionen sorgen.

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Zusätzlich baut die Stadt Park-and-Ride-Anlagen aus. Rund 3.000 neue Stellplätze sind an mehreren Standorten geplant, darunter Enkheim, Römerhof und Praunheim. Ziel ist, Pendlerinnen und Pendler frühzeitig zum Umstieg auf Bus und Bahn zu bewegen und die Innenstadt zu entlasten.

2. Rad-Verkehr: Ausbauarbeiten im Norden und zwischen Frankfurt, Offenbach, Mühlheim und Hanau

Ende März konnte der neu ausgebaute Radweg zwischen Nieder-Erlenbach und Nieder-Eschbach feierlich eröffnet und getestet werden. Ende Februar 2024 begannen dann die Bauarbeiten zwischen den zwei Stadtteilen. / © Foto: Stadt Frankfurt am Main, Christian Christes

Immer mehr Menschen in Frankfurt steigen aufs Fahrrad, weshalb die Stadt ihr Radwegnetz kontinuierlich ausbaut. Ein Schwerpunkt ist der neue Radschnellweg FRM8, der Frankfurt mit Offenbach, Mühlheim und Hanau verbinden soll. Der erste Bauabschnitt von der Ignatz-Bubis-Brücke bis zur Stadtgrenze Offenbach soll bis 2027 fertiggestellt werden und den Pendlerverkehr entlasten.

Zudem wurde im Frankfurter Norden ein rund zwei Kilometer langer Radweg zwischen Nieder-Erlenbach und Nieder-Eschbach eröffnet. Der drei Meter breite Weg erleichtert den Umstieg vom Auto auf das Fahrrad und bietet Kurzstreckenpendlern sowie Schulkindern sichere Verkehrswege. Der Ausbau des Radnetzwerks stößt auf hohe Resonanz: Frankfurt wurde erstmals vom ADFC zur fahrradfreundlichsten Großstadt Deutschlands gekürt.

3. Fuß-Verkehr: Stadt Frankfurt entwickelt Strategie für bessere Passantenströme

Hohe Aufenthaltsqualität, barrierefrei und sicher: Das trifft bislang noch nicht auf alle Fußgängerwege in Frankfurt zu. Die Stadt reagiert darauf aktuell mit dem Erarbeiten einer Fußverkehrsstrategie. / © Foto: depositphotos, chrissi

Bereits heute werden in Frankfurt über 37 Prozent aller Alltagswege zu Fuß zurückgelegt, doch es besteht weiterhin Verbesserungsbedarf. Deshalb entwickelt die Stadt aktuell eine umfassende Strategie für den Fußverkehr. Ziel ist es, die Stadt lebenswerter und sicherer zu gestalten, indem Aufenthaltsqualität, Barrierefreiheit und Sicherheit im öffentlichen Raum verbessert werden.

Die Fußverkehrsstrategie wird in zwei Phasen umgesetzt: Zunächst analysiert die Stadt die aktuelle Situation, formuliert ein Leitbild und definiert konkrete Ziele. Darauf aufbauend werden Maßnahmenpakete für einzelne Stadtteile entwickelt, die später auf die gesamte Stadt übertragen werden. Bürgerinnen und Bürger können sich aktiv beteiligen, um ihre Bedürfnisse und Ideen einzubringen.

4. Öffentlicher-Verkehr: Frankfurt investiert erhebliche Summen in U5-Ausbau und Regionaltangente West

Ein Foto der Baustelle rund um den U5-Ausbau im Frankfurter Europaviertel. (Quelle: ENTWICKLUNGSSTADT)

Ein Infrastrukturprojekt der Superlativen: Die Verlängerung der U-Bahnlinie U5 soll das Europaviertel besser mit der Innenstadt verbinden. Aktuell entstehen dafür neue Strecken, Tunnel sowie vier U-Bahn-Stationen. Die 24 Meter tiefe Baugrube für die Station „Gütersplatz“ liegt im Grundwasser und ist 180 Meter lang sowie durchschnittlich 30 Meter breit. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Zusätzlich zum Pkw-, Rad- und Personenverkehr investiert Frankfurt erhebliche Summen in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Dadurch soll vor allem die Innenstadt besser Vernetzt werden: Ein zentrales Projekt ist die Verlängerung der U5 ins Europaviertel. Die 2,7 Kilometer lange Strecke umfasst vier neue Stationen, darunter die tiefste U-Bahn-Station der Stadt am Güterplatz. Mit dem Anschluss an den bestehenden Tunnelbau soll das Quartier dauerhaft in das städtische Nahverkehrsnetz integriert werden.

Parallel entsteht die Regionaltangente West, ein rund 52 Kilometer langes Schienenprojekt, das den Frankfurter Westen mit dem S-Bahn- und Regionalbahnnetz verbindet. Ein komplexer Tunnelbau unter dem Bahnhof Höchst soll den Hauptbahnhof entlasten und die umliegenden Städte besser an die Metropolregion anbinden.

5. Flug-Verkehr: Die Eröffnung des neuen Terminal 3 steht kurz bevor

Ein Foto des neuen Terminal 3 am Frankfurter Flughafen. (Quelle: Fraport AG)

Nach knapp 10 Jahren steht Terminal 3 des Frankfurter Flughafens kurz vor der Fertigstellung. Der Neubau auf dem ehemaligen US-Militärgelände will jedoch erst der Startschuss für weitreichende Veränderungen am gesamten Flughafen sein. / © Visualisierung: Fraport AG

Das Frankfurt als sogenanntes „Gate to Europe“ auch im Flugverkehr bestens aufgestellt ist, ist natürlich unübersehbar. Nun steht auch das neue Terminal 3 am Fraport kurz vor der Fertigstellung. Das Milliardenprojekt auf dem ehemaligen US-Militärgelände soll im Frühling 2026 in Betrieb gehen und zunächst bis zu 19 Millionen Reisende pro Jahr aufnehmen. Mit großzügigen Hallen, viel Tageslicht und modernen Aufenthaltsbereichen setzt das Terminal neue Standards für Komfort und Funktionalität. Nach der Inbetriebnahme des Terminal 3 beginnt der Umzug der in Terminal 2 ansässigen Airlines. Anschließend wird das 1994 eröffnete Terminal 2 einer Kernsanierung unterzogen, deren Fertigstellung für 2029 geplant ist.

Auch für die Anbindung an die Stadt ist das Terminal umfassend ausgestattet: Die bestehende Sky Line-Bahn wird erweitert und verbindet Terminal 3 mit den anderen beiden Terminals. Zusätzlich stehen rund 8.500 Parkplätze, zahlreiche Fahrradstellplätze und neue Haltestellen des öffentlichen Verkehrs zur Verfügung. Damit können Reisende flexibel zwischen Auto, Fahrrad oder Bus und Bahn wählen.

Frankfurts Verkehrsprojekte: Machen diese Projekte die Stadt tatsächlich zukunftsfähig?

Frankfurts Verkehrsausbau erfolgt derzeit auf mehreren Ebenen und deckt alle Verkehrssparten ab. Besonders stark gefördert werden der öffentliche Nahverkehr und der Radverkehr, wo auch die meisten Fördergelder fließen. Die Projekte sollen nicht nur den wachsenden Pendler- und Besucherströmen gerecht werden, sondern langfristig die Lebensqualität in der Stadt erhöhen.

Kritisch betrachtet bleibt jedoch, ob Ausbauprojekte wie die zehnspurige A5 oder große Park-and-Ride-Anlagen den Individualverkehr tatsächlich nachhaltig reduzieren können. Die Tendenz geht zwar klar in Richtung nachhaltiger Mobilität, doch die Balance zwischen Pkw, Rad, öffentlichem Verkehr und Flugverkehr wird weiterhin eine zentrale Herausforderung für die Stadtplanung bleiben.

 

Quellen: Stadt Frankfurt, Frankfurter Rundschau, hessenschau, Frankfurter Neue Presse, FAZ, Journal Frankfurt, Frankfurter Handelsblatt, Autobahn GmbH, StoppA5Ausbau, ADFC, Radfahren FFM,  SBEV, Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main, Fraport AG

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