Im Herzen des Frankfurter Bahnhofsviertels steht der Karlplatz vor einer umfassenden Erneuerung. Die Stadt Frankfurt nutzt die anstehenden Arbeiten an den Versorgungsleitungen, um den Straßenraum gleichzeitig aufzuwerten.
© Titelbild: Imago
Eines der ältesten Stadtviertel in Frankfurt steht vor einer Erneuerung: Im Zentrum des Bahnhofsviertels sollen Karlplatz und Karlstraße infrastrukturell erneuert und aufgehübscht werden. Auch die angrenzende Niddastraße und Moselstraße sind Teil der geplanten Maßnahmen, wie die Stadt Frankfurt vergangene Woche mitteilte.
Grund für den Ausbau sind unausweichliche Erneuerungsarbeiten an den Versorgungsleitungen. Gleichzeitig soll der Straßenraum neu gestaltet und die Aufenthaltsqualität verbessert werden. Das Bahnhofsviertel ist von einem gründerzeitlichen Straßenraster mit geschlossenen Blockrändern geprägt, Freiflächen gibt es nur in geringem Maße.
Modernisierung am Karlplatz: Umbauarbeiten im Bahnhofsviertel erfolgen in zwei Phasen
Die Neugestaltung verfolgt mehrere Ziele: Der Verkehrsraum soll sicherer werden, Fußgänger von mehr Barrierefreiheit profitieren, Radverbindungen und Wirtschaftsverkehr verbessert werden. Neue Bäume, zusätzliche Sitzgelegenheiten und eine LED-Beleuchtung sollen das Umfeld angenehmer machen und insbesondere am Karlplatz das Sicherheitsgefühl erhöhen.
Die geplanten Bauarbeiten erfolgen in zwei Phasen, eine Fertigstellung ist für Sommer 2028 geplant. Für die Umgestaltung investiert die Stadt rund 7,1 Millionen Euro, die Arbeiten der Versorger NRM und ASE sind nicht enthalten. Die Finanzierung erfolgt über das Programm Stadtumbau Hessen und das städtische Investitionsprogramm Schöneres Frankfurt.
Baubeginn Anfang April: NRM modernisiert rund ein Kilometer Stromnetzwerk
Den Auftakt macht die Netzdienste Rhein-Main (NRM) Anfang April mit umfangreichen Arbeiten an der bestehenden Infrastruktur. Auf rund einem Kilometer werden Stromleitungen ausgebaut und an wachsende Anforderungen durch Digitalisierung, Elektromobilität und Elektrifizierung der Wärmeversorgung angepasst.
Parallel erneuern die Beteiligten Wasser- und Gasleitungen, Straßenbeleuchtungskabel und Masten mit LED-Technik. Der Karlplatz wird dafür zunächst eingehaust, anschließend folgen Erdarbeiten und vorbereitende Maßnahmen.
Mehr Aufenthaltsqualität am Karlplatz: ASE verantwortet Umgestaltung im Bahnhofsviertels
Ab Ende August übernimmt das Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) die nächste Phase. Dann beginnt die eigentliche Neugestaltung von Karlstraße und Karlplatz. Die städtischen Bauarbeiten laufen parallel zu den Netzerneuerungen.
Später werden weitere Abschnitte der Karlstraße, Niddastraße und Moselstraße einbezogen. Nach Abschluss der Leitungsarbeiten wird die alte Umspannanlage abgebaut, die Baustelleneinrichtung entfernt, Außengastronomie bleibt erhalten und das Trafogebäude wird in die Platzgestaltung integriert.
Mehrwert für das Stadtbild: Infrastruktur-Ausbau als Chance für mehr Aufenthaltsqualität
Während der Bauzeit müssen sich Anwohner und Besucher auf Einschränkungen einstellen. Vorübergehend kann es zu Verkehrsbehinderungen und weniger Parkmöglichkeiten kommen. Die Zugänglichkeit der Gebäude im Umfeld bleibt jedoch durchgehend gewährleistet.
In einer wachsenden Stadt wie Frankfurt muss auch die Infrastruktur permanent mitgedacht werden. Die geplanten Sanierungsarbeiten zeigen, dass durch solche Maßnahmen auch ein direkter Mehrwert sowohl für das Stadtbild als auch für die Anwohnerinnen und Anwohner geschaffen werden kann.
Quellen: Stadt Frankfurt, Stadtplanungsamt Frankfurt, nachrichten-heute
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