Wie hat sich das Industriegebiet Potsdam Süd in den vergangenen 20 Jahren entwickelt? Eine aktuelle Standortanalyse zeigt deutliche Zuwächse bei Unternehmen und Arbeitsplätzen und macht zugleich klar, dass die Flächenreserven nahezu ausgeschöpft sind. Die Ergebnisse liefern eine neue Grundlage für künftige Entscheidungen in der Gewerbeentwicklung.

© Foto Titelbild: Carolin Bormann

 

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Das Industriegebiet Potsdam Süd liegt südlich der Waldstadt I und zählt seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Gewerbestandorten der Landeshauptstadt. Nun liegt eine aktuelle Standortanalyse vor, die erstmals seit 2004 wieder eine umfassende Bestandsaufnahme liefert. Ziel war es, eine belastbare Datengrundlage für weitere Entwicklungsentscheidungen zu schaffen.

Die Zahlen zeigen eine deutliche Dynamik: Während 2004 rund 157 Unternehmen mit etwa 2.136 Arbeitsplätzen erfasst wurden, sind es heute rund 273 Unternehmen mit etwa 3.500 Beschäftigten. Das entspricht einem Zuwachs von rund 58 Prozent bei den Betrieben und 61 Prozent bei den Arbeitsplätzen.

Branchenvielfalt, 3.500 Arbeitsplätze und zentrale Rolle für Potsdams Wirtschaft südlich der Waldstadt I

Das Gebiet umfasst 171 Gebäude auf 104 Grundstücken und erstreckt sich über rund 105 Hektar. Die Branchenstruktur ist breit gefächert. Neben Handwerksbetrieben und Dienstleistungsunternehmen sind Logistikfirmen sowie Ver- und Entsorgungsunternehmen ansässig. Damit übernimmt das Gebiet eine wichtige Funktion für die wirtschaftliche Stabilität und Versorgung der Stadt.

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Der Leiter der Wirtschaftsförderung, Stefan Frerichs, betont, dass die Analyse die zentrale Bedeutung des Standorts für die Daseinsvorsorge sowie für Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Potsdam unterstreiche. Ziel sei es, den Standort langfristig zu sichern und gemeinsam mit den Unternehmen weiterzuentwickeln.

Industriegebiet Potsdam Süd: Hohe Flächenauslastung und Entwicklungsperspektiven in Nuthetal

Gleichzeitig macht die Untersuchung deutlich, dass die Grundstücke inzwischen nahezu vollständig ausgelastet sind. Freiflächen, die vor 20 Jahren noch Anlass für eine Analyse waren, sind heute kaum noch vorhanden. Entwicklungspotenziale ergeben sich vor allem durch Nachverdichtung oder Modernisierung bestehender Strukturen.

Ein weiterer Baustein der Analyse war die Einbeziehung angrenzender Flächen in der Gemeinde Nuthetal. Dort befinden sich Areale, die perspektivisch entwickelt werden könnten. Die Stadt Potsdam strebt nach eigenen Angaben eine abgestimmte Gewerbeentwicklung an, um Nutzungskonflikte mit dem bestehenden Industriegebiet zu vermeiden.

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Datenerhebung, Fachgespräche und politische Beratung im Überblick der Standortanalyse Industriegebiet Potsdam Süd

Beauftragt wurde die Untersuchung von der Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Potsdam. Neben der Auswertung vorhandener Planungsgrundlagen und der Datenbank von 2004 erfolgte eine Begehung vor Ort. Zudem wurden Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern aus Verwaltung, Unternehmen, Eigentümerschaft sowie Fachinstitutionen geführt. Insgesamt wurden 16 Fachgespräche dokumentiert.

Die Ergebnisse wurden in den zuständigen Ausschüssen der Stadt vorgestellt und stießen dort auf reges Interesse. Der vollständige Bericht ist online abrufbar und soll künftig als Grundlage für strategische Entscheidungen zur Weiterentwicklung des Industriegebiets Potsdam Süd dienen.

 

Quellen: Potsdam.de, Complan Kommunalberatung GmbH

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