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Bezahlbarer Wohnraum bleibt die zentrale Herausforderung der Stadtentwicklung in Berlin. Doch die Hauptstadt reagiert: In diesen 15 großen Quartieren entstehen in den kommenden Jahren Zehntausende neue Wohnungen – viele davon gefördert.

Am Sandhaus
Blankenburger Süden
Pankower Tor
Karow Süd
Das neue Gartenfeld
Wasserstadt Oberhavel
Schumacher Quartier
Elisabeth-Aue
Alte Schäferei
Michelangelostraße
Konnekt
Neulichterfelde
Ehemaliger Güterbahnhof Köpenick
Segelflieger Quartier
Dreieck Späthsfelde

© Visualisierung Titelbild: EVE

 

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Berlins Bevölkerung wächst weiter – und damit auch der Druck auf den Wohnungsmarkt. Um dem anhaltenden Wohnungsmangel zu begegnen, setzt die Stadt auf eine Reihe großflächiger Entwicklungsprojekte, in denen in den kommenden Jahren knapp 60.000 neue Wohnungen entstehen sollen, begleitet von Schulen, Kitas, Grünflächen und nachhaltiger Infrastruktur.

Diese 15 großen Wohnprojekte befinden sich derzeit in Planung oder bereits im Bau und werden die kommenden Jahrzehnte in der Hauptstadt prägen.

„Am Sandhaus“

Wohnhäuser und begrünte Freifläche mit spielenden Kindern und spazierenden Personen.

© Visualisierung: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen

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Im Norden der Stadt soll entlang der Straße Am Sandhaus und auf der Fläche des ehemaligen Krankenhauses der Staatssicherheit in Buch das autoarme Stadtquartier „Am Sandhaus“ entstehen. Auf circa 57 Hektar Fläche sind rund 2.700 Wohnungen geplant, ergänzt werden soll das Angebot durch Kitas, eine Grundschule und Nahversorgungseinrichtungen. Das Projekt befindet sich derzeit im Bebauungsplanverfahren, der Baustart ist ab 2026 vorgesehen. Erste Wohnungen könnten gegen Ende der 2020er Jahre bezugsfertig sein.

„Blankenburger Süden“

Wohnquartier "Blankenburger Süden" mit kleinem Fluss und Grünflächen

© Visualisierung: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen / MLA+ / Fugmann Janotta Partner

Ganz in der Nähe wird mit dem „Blankenburger Süden“ eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Berlins vorbereitet. Zwischen Blankenburg und Heinersdorf soll auf einer Fläche von etwa 159 Hektar ein völlig neues Quartier mit bis zu 8.600 Wohneinheiten entstehen. Neben Wohnungen sind auch Schulen, Grünflächen und eine Verlängerung der Straßenbahnlinie M2 geplant. Der Baubeginn ist frühestens um 2030 realistisch, derzeit laufen die vorbereitenden Untersuchungen.

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„Pankower Tor“

Modell Wohnquartier "Pankower Tor"

© Visualisierung: Nöfer Architekten

Ebenfalls im Bezirk Pankow soll auf dem Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofs das „Pankower Tor“ entstehen. Hier sollen auf etwa 27 Hektar mindestens 2.000 Wohnungen realisiert werden, ergänzt durch Büros, Einzelhandel, eine Schule und soziale Infrastruktur. Nachdem der städtebauliche Vertrag 2025 unterzeichnet wurde, bremsten Naturschutz, Klagen und Personalengpässe den Baustart bisher aus. Ob das Projekt nun wie geplant 2027 in den Bau gehen kann, muss sich in den kommenden Monaten zeigen.

Karow Süd

Visualisierung Stadtquartier Karow Süd

© Visualisierung: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen

Weiter südlich, in Karow Süd, planen gleich mehrere Akteure ein neues Stadtquartier, das sich über drei Teilbereiche erstreckt. Zwischen den Feldern „An der Laake“ und „Am Teichberg“ sollen bis zu 5.000 Wohnungen entstehen. Der Entwicklungsprozess ist langfristig angelegt und dürfte sich bis in die 2040er Jahre erstrecken.

„Das Neue Gartenfeld“

Visualisierung Stadtquartier "Das neue Gartenfeld": Mehrgeschossige Wohngebäude und Eisfläche in der Mitte.

© Visualisierung: UTB Projektmanagement GmbH

Auch in Spandau tut sich viel: Auf der Insel Gartenfeld im Ortsteil Siemensstadt soll ein neues Wohnquartier mit rund 3.700 Wohnungen entstehen. Durch die Insellage wird das Gebiet verkehrlich neu erschlossen. Geplant ist der Bau einer neuen Brückenverbindung, einer übergeordneten Hauptverkehrsstraße, einer neuen Tramlinie sowie eines Radschnellwegs. Das Projekt befindet sich bereits in der Umsetzungsphase. Ab 2028 soll sich das Vorhaben der Fertigstellung nähern.

„Wasserstadt Oberhavel“

Visualisierung von Wohngebäuden des Projekts Waterkant

© Visualisierung: Gewobag

In der Wasserstadt Oberhavel im Bezirk Spandau befindet sich gerade eines der größten neuen Stadtquartiere Berlins im Bau. Insgesamt 13.250 neue Wohnung sollen auf einer 206 Hektar großen Fläche entstehen. Bis 2027 sollen bereits 9.000 Wohnungen, ergänzt durch Schulen, Kitas, Grünflächen und Gewerbe, fertiggestellt sein.

„Schumacher Quartier“

Visualisierung "Schumacher Quartier: mehrere Wohnhäuser mit begrünten Fassaden, im Erdgeschoss ein Fahrradladen und ein Café.

© Visualisierung: Tegel Projekt GmbH

In unmittelbarer Nachbarschaft wächst auf dem ehemaligen Flughafengelände Tegel das „Schumacher Quartier“, das künftig über 5.000 Wohnungen in Holzbauweise für rund 10.000 Menschen bieten soll. Bis zu 40 Prozent geförderter Wohnraum sollen hier entstehen. Durch das Prinzip „Schwammstadt“ und den Einsatz regenerativer Energien soll das Schumacher Quartier klimaresilient werden. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen, die Fertigstellung erfolgt abschnittsweise bis Anfang der 2030er Jahre.

„Elisabeth-Aue“

Der Entwurf für die Elisabeth-Aue zeigt eine klare Blockrandbebauung mit regelmäßigen Höfen, die durch breite Grünachsen, Baumalleen und öffentliche Freiflächen miteinander verbunden werden.

© Visualisierung: H03 Arch. GmbH, Kuehn Malvezzi Projects GmbH, ver.de Landschaftsarchitekten Stadtplaner Partnerschaftsgesellschaft mbB

Im Nordosten Pankows, im Ortsteil Blankenfelde, soll auf einer circa 73 Hektar großen landeseigenen Fläche das neue Stadtquartier „Elisabeth-Aue“ gebaut werden. Zwischen Grün- und Parkflächen sowie kleinen Siedlungs- und Gartenanlagen sollen bis zu 5.000 Wohnungen realisiert werden. Kürzlich wurde der städtebaulich-freiraumplanerische Wettbewerb abgeschlossen, nun werden vier Entwürfe weiterentwickelt. Um das Quartier verkehrlich zu erschließen, plant der Berliner Senat, die Straßenbahnlinien M1 und 50 zu verlängern. Die Umsetzung der rund 3,5 Kilometer langen Strecke ist bis 2030 vorgesehen.

„Alte Schäferei“

Plan von der alten Schäferei mit eingezeichneten möglichen Nutzungen

© Foto: CKSA – Christoph Kohl Stadtplaner Architekten

In Pankow soll mit der „Alte Schäferei“ in den kommenden Jahren ein klimaneutrales Stadtquartier entstehen, das die Gewobag bereits seit 2018 entwickelt. Geplant sind mehr als 2.000 bezahlbare Wohnungen, die größtenteils mietpreis- und belegungsgebunden sein werden. Ergänzt werden soll das Quartier durch eine Gemeinschaftsschule, zwei Kitas und rund 45.000 Quadratmeter öffentliche Grünflächen mit Spielplätzen und weiteren Nutzungsmöglichkeiten.

Michelangelostraße

Plattenbauten an der Michelangelostraße, Prenzlauer Berg, Berlin

© Foto: Wikimedia Commons, Boonekamp, CC BY-SA 3.0

Auch in Innenstadtnähe soll gebaut werden: Entlang der Michelangelostraße in Prenzlauer Berg wird derzeit ein ökologisch-soziales Modellquartier entwickelt. Geplant ist eine Nachverdichtung der bestehenden Baustrukturen aus den 1950er bis 1970er Jahren. So sollen in der Nähe des Rings etwa 1.200 Wohnungen sowie neue Wege, Plätze und Gemeinschaftseinrichtungen entstehen, die die bislang getrennten Siedlungsteile besser miteinander verbinden sollen. Wann mit der Umsetzung zu rechnen ist, kann man derzeit nicht genau sagen. Das Projekt geriet durch Grundstücksstreitigkeiten ins Stocken.

„Konnekt“

Visualisierung Neubauquartier "Konnekt", Promenade

© Visualisierung: HSA

Weiter östlich, im Bezirk Marzahn-Hellersdorf, ist man schon einen Schritt weiter. Am 20. Oktober 2025 fand die Grundsteinlegung für das sozial orientierte Stadtquartier „Konnekt“ im Georg-Knorr-Park statt. In den kommenden Jahren sollen hier 1.600 neue Wohnungen gebaut werden. Dazu kommen Gewerbeflächen, die in Neubauten sowie historischen Backsteinbauten untergebracht werden sollen, eine Kita sowie Jugend- und Nachbarschaftszentren.

„Neulichterfelde“

Visualisierung des Wohnprojekts Neulichterfelde auf einem 100 Hektar großen Gelände.

Die ersten bauvorbereitenden Maßnahmen für die Realisierung des Quartiers „Neulichterfelde“ haben ganz im Südwesten Berlins bereits begonnen. / © Visualisierung: Groth Gruppe

In Lichterfelde Süd hat nach langjähriger Planung der Bau des Quartiers „Neulichterfelde“ begonnen. Auf 36 Hektar entstehen rund 2.000 Wohnungen, davon 540 Sozialwohnungen. Ergänzt wird das Quartier um Reihen- und Doppelhäuser, zwei Hochhäuser, Kitas, eine Grundschule sowie Nahversorgung. Die Bauvorbereitung umfasst Tiefbau und Leitungsverlegung und wird rund anderthalb Jahre dauern. Erste Mietwohnungen entstehen am S-Bahnhof Lichterfelde Süd. Zur besseren Anbindung sind Straßenumbauten und eine neue Buslinie geplant.

Ehemaliger Güterbahnhof Köpenick

Visualisierung einer Grünfläche des neuen Stadtquartiers am ehemaligen Güterbahnhof Köpenick

© Visualisierung: ADEPT u. Karres en Brands

Auch in Köpenick wird kräftig geplant: Auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs sollen in den kommenden Jahren rund 1.800 neue Wohnungen entstehen. Das Quartier soll möglichst autoarm gestaltet werden und mit verschiedenen Grün- und Freiflächen Aufenthaltsqualität bieten. Der Baustart für die ersten Wohnungen soll 2026 erfolgen.

„Segelflieger Quartier“

Visualisierung von der Fliegergasse im Segelflieger Quartier.

© Visualisierung: BAUWERT AG

Mit dem „Segelflieger Quartier“ entsteht derzeit auf dem ehemaligen Flugfeld am Landschaftspark in Johannisthal ein neuer Stadtteil mit rund 1.800 Wohnungen, ein Viertel davon gefördert. Ergänzt wird das Quartier durch Kitas, Gastronomie, Einzelhandel, Gewerbe und kulturelle Angebote. In Kombination mit 153.000 Quadratmetern Gewerbefläche, die als Erweiterung des Technologieparks Adlershof dienen sollen, wird hier bis 2030 ein nachhaltiges Zukunftsquartier realisiert.

Dreieck Späthsfelde

Wohnquartier Späthsfelde aus der Luftperspektive

© Foto: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen

Ein weiteres Großprojekt liegt im Süden der Stadt: Das Dreieck Späthsfelde im Bezirk Treptow-Köpenick bietet durch seine Lage an der A 113 zwischen Innenstadt und Flughafen BER großes Potenzial. Auf dem etwa 100 Hektar großen Gebiet sollen in den nächsten Jahren bis zu 4.000 Wohnungen sowie Gewerbeflächen und großzügige Grünräume entstehen. Das Areal befindet sich noch in der Planungsphase, doch aufgrund seiner verkehrsgünstigen Lage und seiner Größe gilt es bereits jetzt als eines der spannendsten und größten Stadtentwicklungsprojekte Berlins.

Berliner Wohnungsbauprojekte schaffen Wohnraum für mehr als 100.000 Menschen

Mit den großen Wohnungsbauprojekten könnte die Hauptstadt bis in die 2040er Jahre Wohnraum für mehr als 100.000 Menschen schaffen. Angesichts neuster Bevölkerungsprognosen wird das auch nötig sein: Bis 2040 könnten 4,006 Millionen Menschen in Berlin leben. Derzeit zählt die Stadt etwas mehr als 3,9 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner.

Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Tegel Projekt GmbH,rbb, Augsburger Allgemeine, Giesler Architekten Gesellschaft für Architektur und Stadtplanung mbH, Tagesspiegel, dba GmbH, Bauwert Segelfliegerdamm GmbH

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