Gegenüber vom FEZ in der Wuhlheide steht ein seit Jahren leerstehendes Gebäude. Die Ruine in Köpenick liegt zwischen Spielplätzen, Brunnen und Imbiss. Wie soll es mit dem Grundstück weitergehen?

Hinter Bauzäunen und Gestrüpp steht die leerstehende Ruine in der Wuhlheide gegenüber vom FEZ Berlin. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
In der Wuhlheide in Köpenick steht direkt gegenüber vom FEZ ein leerstehendes, stark vernachlässigtes Gebäude. Hinter Bauzäunen, Gestrüpp und Graffiti wirkt die frühere Gaststätte wie ein Lost Place. Und überhaupt passt die Ruine so gar nicht zum Ziel des Bezirks, die Wuhlheide weiter aufzuwerten. Wie geht es also weiter mit der ehemaligen Gaststätte?
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Lage: Wuhlheide, gegenüber vom FEZ Berlin
- Adresse: Straße zum FEZ 2, 12459 Berlin
- Nutzung früher: KONSUM-Gaststätte
- Zustand: leerstehend, eingezäunt, verwahrlost
Direkt gegenüber vom Hauptgebäude des FEZ Berlin steht die leerstehende frühere Gaststätte. Die Verwahrlosung zu übersehen ist für Besucher fast unmöglich. Von außen wirkt das Bauwerk wie eine Ruine. Mehrere Zugänge sind abgesperrt. Äste und Sträucher verdecken große Teile der Fassade. Wer am Gelände vorbeigeht, sieht einen Lost Place an einem Ort, den viele Familien als eine der Freizeitadressen im Osten kennen.
Lost Place in der Wuhlheide liegt direkt im Familienumfeld
In direkter Nähe spielen Kinder auf Spielplätzen, Familien verbringen Sonnenstunden am zentralen Brunnen. Vor dem Areal befindet sich ein beliebter Imbiss. Das FEZ Berlin gehört zu den wichtigsten Kinder-, Jugend- und Familienorten der Stadt. Es liegt mitten im Volkspark Wuhlheide und zieht regelmäßig Besucher aus ganz Berlin an.
Der Zustand der ehemaligen Gaststätte gilt deshalb als besonders misslich, zugleich herrscht dort seit Jahren Stillstand. Öffentlich sichtbar bleibt vor allem der Kontrast: Auf der einen Seite Freizeitangebote, Spielplätze und Gastronomie, auf der anderen Seite ein abgesperrtes Gebäude mit sichtbaren Spuren der Verwahrlosung.

Absperrungen sichern den Zugang zum Lost Place in der Wuhlheide mit einem verwahrlosten Gebäude am FEZ. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Wuhlheide soll ab 2026 sichtbarer und besser geordnet werden
Es verwundert doch sehr, dass da nichts passiert. Immerhin plant der Bezirk Treptow-Köpenick weitere, kostspielige Veränderungen im Volkspark Wuhlheide. Seit letztem Jahr gibt es ein neues Wegeleitsystem. Ab Sommer 2026 sollen die Eingangsbereiche neugestaltet werden. Vorgesehen sind klarere Zugänge, bessere Orientierung und ein einheitliches Erscheinungsbild. Der Park umfasst insgesamt 317 Hektar und gehört zu den größten Grün- und Freizeitflächen Berlins.
Geplant sind 15 ertüchtigte Zugänge, darunter Eingänge zum FEZ, zur Parkbühne, zum Heckentheater, zum Modellpark und zu weiteren Parkachsen. Neue Stelen, Sitzbänke, Abfallbehälter, Radbügel und einheitliche Bodenbeläge sollen die Orientierung verbessern. Für das Vorhaben stehen 5,2 Millionen Euro aus Bundes- und Landesmitteln bereit. Außerdem sollen 41 neue Bäume und rund 2.800 Quadratmeter neue Pflanzflächen entstehen.

Ab Sommer 2026 soll die Wuhlheide durch neu gestaltete Eingänge und einheitliche Gestaltungselemente übersichtlicher und besser strukturiert werden. / © Visualisierung: pro Garten – Landschaftsarchitekten
Ruine in der Wuhlheide bleibt sichtbarer Bruch im Parkbild
Da passt die leerstehende Gaststätte doch eigentlich so gar nicht in die Pläne. Seit längerem gibt es politische und verwaltungsseitige Diskussionen über die Zukunft des Areals. Bereits 2019 beschäftigte sich eine parlamentarische Anfrage im Berliner Abgeordnetenhaus mit der „Zukunft der ehemaligen KONSUM-Gaststätte FEZ Wuhlheide“.
Das Gebäude der ehemaligen KONSUM-Gaststätte gehört weiterhin dem Land Berlin. Nach Angaben der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie umfasst das Areal rund 8.881 Quadratmeter, die Bruttogeschossfläche des Gebäudes liegt bei etwa 3.500 Quadratmetern.
Pläne für Lost Place am FEZ sind bisher alle gescheitert
Bereits vor vielen Jahren gab es konkrete Pläne für eine neue Nutzung. So sollte auf dem Gelände unter anderem eine Jugendherberge entstehen. Für das Projekt standen laut einer Schriftlichen Anfrage im Berliner Abgeordnetenhaus bereits rund 3,1 Millionen Euro bereit. Mehrere Stellen waren damals in die Planungen eingebunden, darunter das Deutsche Jugendherbergswerk, die DKLB-Stiftung, das Bezirksamt Treptow-Köpenick sowie verschiedene Senatsverwaltungen.
Letztlich scheiterte das Vorhaben jedoch an den Vorgaben des Flächennutzungsplans und am Lärmschutz. Das Bezirksamt genehmigte keinen Übernachtungsbetrieb, weil die nahegelegene Parkbühne Wuhlheide als zu starke Lärmquelle galt.

Dichtes Gestrüpp verdeckt große Teile der ehemaligen KONSUM-Gaststätte in der Wuhlheide. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Wie geht’s weiter mit der Ruine in der Wuhlheide?
In den folgenden Jahren prüften Senat und Bezirk weitere Nutzungsmöglichkeiten für den Lost Place in der Wuhlheide. Diskutiert wurden unter anderem eine Kita, eine Ausbildungsakademie sowie ein Besucher-Foyer für das FEZ und den Volkspark Wuhlheide. Auch der Träger Fröbel e. V. zeigte Interesse an einer Nutzung des Gebäudes. Ein tragfähiges Finanzierungskonzept kam jedoch bislang nicht zustande. Deshalb steht die Ruine in Köpenick weiterhin leer.
Während andere Bereiche des Volksparks modernisiert oder saniert werden, bleibt das Gebäude bislang ohne erkennbare Perspektive. Hinweise auf einen geplanten Abriss, eine Sanierung oder eine neue Nutzung gibt es öffentlich bislang nicht.
Lost Place in der Wuhlheide (nahe FEZ)
Quellen: Berliner Morgenpost, FEZ Berlin, Berlin.de, Schriftliche Anfrage, Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 18 / 20 132
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