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Friedrichshain-Kreuzberg gehört zu den Berliner Bezirken mit der höchsten Bautätigkeit im Büro- und Gewerbesektor. Entlang der Spree, am Ostbahnhof und rund um das Ostkreuz entstehen derzeit mehrere großflächige Projekte, die vor allem Arbeits- und Gewerbeflächen schaffen. Fünf aktuelle Vorhaben verdeutlichen die Breite dieser Entwicklung.

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

 

Friedrichshain-Kreuzberg zählt zu den dynamischsten Entwicklungsräumen Berlins, nicht nur für Wohnungsbau, sondern vor allem für neue Büro- und Gewerbeflächen. Entlang der Spree, am Ostbahnhof und rund um das Ostkreuz entstehen derzeit großflächige Neubauten, die vor allem Büro- und Gewerbeflächen fokussieren. ENTWICKLUNGSSTADT stellt fünf Projekte im Bezirk vor.

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1. „Dockyard Waterfront Offices“: Holz-Hybrid-Bürokomplex am Osthafen

Siebengeschossige Bürokomplex an der Stralauer Allee.

Der siebengeschossige Bürokomplex an der Stralauer Allee bietet direkte Lage an der Spree. Die Südfassade ist durch vorspringende Erker und Balkone zur Uferpromenade hin gegliedert. / © Foto: HG ESCH

An der Stralauer Allee ist mit den „Dockyard Waterfront Offices“ ein siebengeschossiger Neubau entstanden. Geplant von Tchoban Voss Architekten, verbindet das Projekt eine direkte Spreelage mit moderner Architektur. Erker und Balkone gliedern die Fassade, im Erdgeschoss ergänzen Gastronomie und Konferenzflächen das Angebot.

Die Holz-Hybrid-Konstruktion soll laut Projektverantwortlichen den Betonverbrauch reduzieren, ein Eisspeicher sorgt für Heiz- und Kühlenergie, ergänzt durch Solar- und Photovoltaikmodule. Zudem bieten begrünte Außenflächen und Dachterrassen einen Blick auf den Wrangelkiez.

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2. Holz-Hybrid-Neubau mit Wohnungen, Büros und Ateliers am Ostbahnhof

Geplanter Holz-Hybrid Bau.

Der geplante Neubau in Friedrichshain wird auf einem etwa 3.300 Quadratmeter großen Grundstück realisiert. Das Projekt umfasst ein Gebäudeensemble mit fünf Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss, das aus einem modernen Holz-Hybrid-Bürogebäude sowie zwei Wohnhäusern mit insgesamt 60 Wohnungen bestehen wird. / © Visualisierung: Tchoban Voss Architekten

An der Straße der Pariser Kommune in Friedrichshain entsteht auf dem Gelände eines ehemaligen DDR-Plattenbaus ein Neubau in Holz-Hybridbauweise. Geplant sind ein Bürogebäude, zwei Wohnhäuser mit 60 Wohnungen sowie ein begrünter Innenhof mit unterirdischen Ateliers für die Kreativszene.

Das Projekt setzt auf Photovoltaik, Dachbegrünung und Regenwassernutzung. Die modulare Bauweise mit recyclefähigen Materialien soll den CO₂-Ausstoß deutlich senken. Eine Tiefgarage bietet Stellplätze für Fahrräder, Lastenräder und Pkw.

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3. „OFFICEHOME Pollux“: Neuer Campus-Abschnitt am Ostkreuz

OFFICEHOME Pollux“ in Glasfassade.

Mit einer geplanten Nutzfläche von rund 29.000 Quadratmetern wird „OFFICEHOME Pollux“ das größte Gebäude des neuen Campus am Ostkreuz. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Im Rudolfkiez wächst mit dem „OFFICEHOME Pollux“ das größte Gebäude des Ostkreuz Campus. Porsche Consulting hat bereits Flächen angemietet, weitere Unternehmen wie das Greentech-Unternehmen Enpal sind vor Ort.

Flexible Grundrisse und eine markante Glasfassade prägen den Entwurf von kadawittfeldarchitektur. Der Campus umfasst insgesamt rund 52.500 Quadratmeter Mietfläche.

4. „EDGE Friedrichspark“: Neues Stadtquartier am Wriezener Bahnhof

Eingerüstetes Neubaugebäude.

Projekt „EDGE Friedrichspark“ in Friedrichshain: Mittlerweile werden die ersten Fassadenelemente am Gebäude angebracht, vor Ort wird eine entsprechende Musterfassade ausgestellt. Diese zeigt das blasse Grün, in die der Neubau künftig gehüllt werden soll. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Östlich des Ostbahnhofs entsteht auf dem Gelände des ehemaligen Wriezener Bahnhofs der Bürokomplex „EDGE Friedrichspark“. Die ersten Fassadenelemente werden installiert, der Rohbau soll Ende 2025 stehen. Im Erdgeschoss sind öffentliche Nutzungen wie Gastronomie und Einzelhandel vorgesehen.

Das Gelände, früher Standort des Wriezener Bahnhofs, wird vollständig neu strukturiert. Bereits im Sommer 2023 begannen die Tiefbauarbeiten, nachdem die letzten gewerblichen Bestandsbauten sowie ein DDR-Plattenbau entfernt wurden.

5. „LXK Campus“: Großprojekt mit Wohnen, Arbeiten und öffentlichem Platz

Rohbau vom LXK Campus ohne Fenster bisher.

„LXK Campus“: Mitten in Friedrichshain ein neues Stadtquartier, das Wohnen, Arbeiten und Nachhaltigkeit verbinden soll. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Unweit des Ostbahnhofs entsteht mit dem „LXK Campus“ ein gemischt genutztes Quartier. Neben Büroflächen sind 150 Mietwohnungen geplant. Der Entwurf von MVRDV setzt auf zwei Gebäudeteile und eine Anbindung an die angrenzenden S-Bahnbögen, wo ein öffentlicher Platz entstehen soll.

Das Konzept integriert 2.500 Quadratmeter Solarmodule und Regenwassermanagement nach dem Schwammstadt-Prinzip. Ursprünglich war hier eine Grundschule geplant, diese Idee wurde jedoch aus Kostengründen verworfen. Stattdessen entstehen in direkter Nähe weitere Bildungsbauten.

Zwischen Bedarf und Überangebot: Büroflächen in Berlin geraten zunehmend unter Druck

Dass in Berlin trotz großer Wohnungsnot weiterhin neue Bürogebäude entstehen, sorgt bei Teilen der Öffentlichkeit für Irritation. Befürworterinnen und Befürworter betonen die Bedeutung moderner Arbeitsflächen für Wirtschaft und Standortattraktivität, doch angesichts steigender Leerstände und der wachsenden Verbreitung von Homeoffice stellen sich immer häufiger Fragen nach dem tatsächlichen Bedarf. Derzeit stehen rund 7,5 Prozent der Büroflächen leer, rund 1,6 Millionen Quadratmeter, wie der Tagesspiegel berichtet.

Vor diesem Hintergrund rückt auch die Umnutzung bestehender Bürogebäude stärker in den Fokus. Konzepte wie das „Commercial Living“ der GSG zeigen zwar Möglichkeiten auf, leerstehende Gewerbeflächen für Wohnen zu erschließen. Doch viele dieser Angebote richten sich an eine zahlungskräftige Zielgruppe und schaffen kaum langfristige Entlastung auf dem regulären Wohnungsmarkt, eine Herausforderung, die Berlin auch künftig begleiten dürfte.

 

Quellen: Tchoban Voss Architekten, Hagenauer Generalunternehmer, RFR Development GmbH, East-Port Area GmbH, Bollinger Grohmann, Pandion AG, Enpal, Collignon Architektur und Design GmbH, kadawittfeldarchitektur, EDGE Technologies, ZÜBLIN Teamconcept, Graft Architects, Architektur Urbanistik Berlin, Deutsches Architektur Forum, Immobilien Zeitung, Berlin Bauboom, Tishman Speyer, RB Real Berlin, Cesa Group, RM Rudolf Müller Medien GmbH & Co. KG, Immobilien Manager, Saltire GmbH, Berliner Morgenpost

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