Die Bahnstrecke Hamburg – Berlin wird wieder freigegeben. Ab 15. Mai rollen erste Züge im nördlichen Abschnitt, ab 14. Juni 2026 soll der gesamte Korridor regulär befahrbar sein.
© Titelbild: Wikimedia Commons, Nelso Silva from Porto, Portugal, CC BY-SA 2.0
Nach der langen Sperrung der Bahnstrecke Hamburg – Berlin nimmt die Deutsche Bahn den Verkehr in zwei Schritten wieder auf. Ab 15. Mai 2026 fahren erste Züge zwischen Hamburg und Hagenow Land. Ab 14. Juni 2026 soll die komplette ICE-Strecke Hamburg – Berlin wieder regulär befahrbar sein.
- Strecke: Hamburg – Berlin
- Freigabe 1. Abschnitt ab 15. Mai 2026: Hamburg bis Hagenow Land
- Vollständige Freigabe Berlin – Hamburg: Juni 2026
- Sanierung: mehr als 165 Kilometer Gleise, fast 250 Weichen
- Bahnhöfe: 28 Stationen modernisiert
Die ICE-Strecke Hamburg – Berlin kehrt nach der Korridorsanierung schrittweise in den Regelbetrieb zurück. Mit Betriebsbeginn am 15. Mai 2026 können Züge wieder über den nördlichen Streckenabschnitt von Hamburg bis Hagenow Land fahren. Damit erreichen Regionalzüge von Hamburg aus wieder Schwerin sowie weitere Ziele in Mecklenburg-Vorpommern durchgehend. Der Großteil des Busersatzverkehrs auf diesen Verbindungen entfällt dadurch.

Wegen der Sperrung der Bahnstrecke Berlin–Hamburg müssen Reisende auf Ersatzbusse ausweichen. / © Foto: Wikimedia Commons, Bahnfrend, CC BY-SA 4.0
Ab 14. Juni soll Hamburg – Berlin wieder regulär befahrbar sein
Pendler auf der Verbindung Hamburg – Berlin müssen sich noch etwas länger gedulden. Bis einschließlich 13. Juni bleibt der Fernverkehr zwischen beiden Städten auf der Umleitungsstrecke über Uelzen und Stendal. Dort fahren weiterhin stündlich direkte ICE-Züge. Zusätzlich verkehren täglich zwei bis drei Flixtrains. Die ICE-Züge halten weiter in Salzwedel und Stendal sowie meist stündlich wechselnd zusätzlich in Lüneburg oder Uelzen.
Am Morgen des 14. Juni 2026 soll die vollständige Inbetriebnahme des gesamten Korridors Hamburg – Berlin folgen. Dann fahren nach Angaben der Deutschen Bahn Fernzüge, Regionalzüge und Güterzüge wieder auf ihrem regulären Laufweg. Das Angebot soll anschließend größer sein als vor der Sanierung. Neben den halbstündlichen ICE-Verbindungen plant Flixtrain einen Zweistundentakt.
Verzögerungen beim Bau der Bahnstrecke Hamburg – Berlin
Die Verzögerung beim Bau begründet die Deutsche Bahn mit dem starken und langen Wintereinbruch in Norddeutschland. Frost und eine fast durchgehend geschlossene Schneedecke hätten den Baufortschritt seit Anfang Januar gebremst. DB InfraGO und die beteiligten Firmen verstärkten nach Beginn des Tauwetters das Personal auf der Baustelle, konnten den Rückstand aber nicht vollständig aufholen.
Während der Korridorsanierung erneuerte DB InfraGO mehr als 165 Kilometer Gleise und fast 250 Weichen. Zwischen Wittenberge und Dergenthin ersetzte die Bahn die feste Fahrbahn durch einen Schotteroberbau. Außerdem entstanden sechs neue Überleitstellen. Sie sollen den Betrieb stabiler und flexibler machen.
Auch die Leit- und Sicherungstechnik wurde erneuert. Sechs Stellwerke entstanden neu, 19 weitere wurden modernisiert. Die Technik soll die Strecke auf den künftigen Einsatz des europäischen Zugbeeinflussungssystems ETCS vorbereiten. Zusätzlich modernisierte die Bahn 28 Stationen entlang der Strecke. Dazu zählen verlängerte und erhöhte Bahnsteige, längere Dächer, neue Wegeleitsysteme, bessere Fahrradparkmöglichkeiten sowie zusätzliche Sitz- und Wartemöglichkeiten.
Quellen: Deutsche Bahn AG, DB InfraGO, Verkehrsinformationszentrale Berlin
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