Die ICE-Strecke Berlin–Hannover wird ab Oktober gesperrt. Für 2027 muss die Bahn wegen Verzögerungen an der Lehrter Stammbahn ihr Konzept ändern.

Die Grafik zeigt den Verlauf der "Generalsanierung Lehrte–Berlin" auf der ICE-Strecke zwischen Berlin und Hannover mit den betroffenen Streckenabschnitten sowie den geplanten Bau- und Ausbaumaßnahmen.

Die Übersicht der Deutschen Bahn zeigt die Bauabschnitte der „Generalsanierung Lehrte–Berlin“ entlang der ICE-Strecke zwischen Berlin und Hannover. / © Grafik: Deutsche Bahn AG

© Titelbild: Deutsche Bahn AG / Michael Neuhaus

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Die Deutsche Bahn muss ihre Planung für eine der wichtigsten ICE-Verbindungen ab Berlin teilweise überarbeiten. Zwar startet die groß angelegte Sanierung zwischen Lehrte und Berlin Anfang Oktober wie vorgesehen. Für das Jahr 2027 steht das bisherige Verkehrskonzept jedoch nicht mehr fest. Der Grund liegt nicht auf der eigentlichen Schnellfahrstrecke, sondern auf einer parallel verlaufenden Bahntrasse, die während der Arbeiten eine zentrale Rolle spielen sollte.

  • Region: Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen
  • Strecke: Korridor Lehrte–Berlin
  • Projektstatus: Bauarbeiten ab Oktober 2026; Verkehrs- und Umleitungskonzept für 2027 wird überarbeitet
  • Geplanter Projektzeitraum: Oktober 2026 bis Dezember 2027

Für Reisende zwischen Berlin und Hannover ändert sich zunächst nichts an den bereits angekündigten Einschränkungen. Vom 2. Oktober bis 12. Dezember 2026 sperrt die DB InfraGO den Abschnitt zwischen Fallersleben und Berlin-Spandau. ICE-Züge fahren in dieser Zeit über andere Strecken und halten abwechselnd in Braunschweig oder Magdeburg.

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ICE zwischen Berlin und Hannover braucht mehr als eine Stunde länger

Die Bahn rechnet weiterhin mit 60 bis 80 Minuten zusätzlicher Fahrzeit zwischen Hannover und Berlin. Auch die Züge zwischen Amsterdam und Berlin sollen über Hamburg fahren und dadurch rund 70 Minuten länger benötigen.

Die Dimension des Projekts bleibt groß. Der Korridor zwischen Lehrte und Berlin umfasst rund 221 Kilometer. Nach Angaben der DB sollen mehr als 175 Weichen, rund 260 Kilometer Gleise und 13 Kilometer Lärmschutzwände erneuert werden. Hinzu kommen Arbeiten an Brücken, Durchlässen, Weichenheizungen, Oberleitungen sowie an der Leit- und Sicherungstechnik. Außerdem will die Bahn 25 Stationen modernisieren und teilweise barrierefrei ausbauen. Mehr als 400 Nah- und Fernverkehrszüge sowie rund 90 Güterzüge nutzen den Korridor täglich.

Ein ICE fährt auf der Bahnstrecke zwischen Berlin und Hannover. Die wichtige ICE-Strecke wird im Rahmen einer umfassenden Gleissanierung ab Oktober 2026 abschnittsweise gesperrt.

Während der „Generalsanierung Lehrte–Berlin“ müssen Fahrgäste auf der ICE-Strecke zwischen Berlin und Hannover mit Umleitungen und längeren Fahrzeiten rechnen. / © Foto: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben

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Lehrter Stammbahn wird für ICE-Umleitung nicht rechtzeitig fertig

Doch nun macht die geplante Umleitung Probleme. Neu ist vor allem die Lage auf der Lehrter Stammbahn. Die rund 140 Kilometer lange Strecke führt von Vorsfelde bei Wolfsburg über Stendal bis Wustermark. Sie verläuft auf weiten Teilen parallel zur Schnellfahrstrecke und sollte während der Arbeiten zusätzliche Kapazitäten aufnehmen.

Die DB elektrifiziert dafür in einer ersten Baustufe unter anderem die Abschnitte zwischen Bindfelde bei Stendal und Rathenow sowie zwischen Gardelegen und Nahrstedt. Ursprünglich sollte diese Elektrifizierung Ende 2026 abgeschlossen sein. Wegen Verzögerungen im Bauablauf nennt die Bahn inzwischen Dezember 2027 als voraussichtlichen Zeitpunkt für die Inbetriebnahme.

Teil der ICE-Umleitung zwischen Berlin und Hannover fällt weg

Damit fällt ein wesentlicher Teil des bisherigen Umleitungskonzepts für 2027 weg. Bislang sah die Planung vor, Fernzüge während bestimmter Bauphasen zumindest in einer Fahrtrichtung über die Lehrter Stammbahn zu führen. Für die Gegenrichtung waren längere Umleitungen vorgesehen.

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Wie die Züge nun im Jahr 2027 fahren, steht noch nicht fest. DB InfraGO will das Konzept gemeinsam mit Eisenbahnverkehrsunternehmen, Aufgabenträgern und den betroffenen Ländern neu entwickeln. Die Bahn prüft dabei nach Medienberichten auch, ob andere geplante Streckensperrungen angepasst werden können, um zusätzliche Umleitungsmöglichkeiten freizuhalten.

 

Quellen: DB InfraGO, Deutsche Bahn, NDR Niedersachsen

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