Das ICC steht seit über einem Jahrzehnt leer und seitdem auch im Zentrum vieler Berliner Debatten. Ein Konzept, das bislang kaum öffentlich wahrgenommen wurde, sieht den Abriss des ICC und den Neubau eines Wohnquartiers vor. Von der Unterstützung der Idee bis zur Verteidigung des ICC als Kongresszentrum: Das sagen unsere Leserinnen und Leser.

Laut dem Konzept sollen auf dem ICC-Gelände mehrere Hochhäuser entstehen. Ab dem vierten Obergeschoss sollen in den Gebäuden jeweils Wohnungen untergebracht werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT / mit KI erstellt
© Foto Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT / envato
Seit über 10 Jahren steht das Internationale Congress Centrum (ICC) in Berlin-Charlottenburg leer. Derzeit sucht der Berliner Senat nach einem neuen Betreiber und einem dauerhaften Konzept für das ICC. Auch Tibor Desczyk hat im Rahmen der Berliner Neustart-Konferenz ein Konzept eingereicht. Im Fokus steht dabei nicht die Sanierung des markanten Gebäudes, sondern der vollständige Rückbau zugunsten eines neuen urbanen Quartiers.
Desczyks verfolgt die Idee eines dichten, gemischt genutzten Quartiers. Sein Konzept sieht rund 1.700 Mietwohnungen vor, darunter etwa 400 Einheiten für Studierende oder Seniorinnen und Senioren. Ergänzt werden sollen die Wohneinheiten durch Flächen für Kultur, Gastronomie, Dienstleistungen und medizinische Nutzungen.
Der ambitionierte Ansatz hat diese Woche auch unsere Leserinnen und Leser besonders beschäftigt. Vom Lob des Wohnkonzepts bis zum Wunsch, das ICC wieder als Kongresszentrum zu nutzen: Das waren ihre Meinungen.
„Der Vorschlag im Artikel zeigt die logischste Lösung“
[…] Alles, was hier im Artikel steht, trifft den Nagel auf den Kopf und zeigt die logischste Lösung! Die Jahrzehnte des Abwartens tragen zur Missachtung des Menschenrechts auf das Wohnen bei, ist international rufschädigend und untergräbt das Vertrauen der Bevölkerung in die Demokratie. Und was hier nicht erwähnt wurde […]: In einem Gutachten, das von der Gesellschaft für ökologische Bautechnik in Berlin (GfÖB) bereits 2010 angefertigt wurde, sind rund 6000 Asbest-Fundstellen dokumentiert.– Löwe
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„Der Abriss des ICC wäre eine Riesenbelastung“
Da die Gegend durch den Umbau des Autobahnkreuzes und diverser Brücken eh eine Riesenbelastung entsteht, wäre der Abriss des ICC der Overkill. Außerdem steht es unter Denkmalschutz. […]
– Max
„Das ICC ist längst aus der Zeit gefallen“
Auf jeden Fall die beste Lösung, das heruntergekommene und Asbest-verseuchte ICC ist längst aus der Zeit gefallen. Denkmalschutz ist das in meinen Augen nicht, genauso plump wie der ehemalige Palast der Republik.
– Andy
„Dieser alternative Vorschlag ist eine Katastrophe!“
Sowas braucht Berlin an solch einem exponierten Ort, der sich in erster Linie als erweiterte Messefläche anbietet, definitiv nicht. Sicherlich ist es traurig und beschämend für die Stadt, dass das ICC seit Jahrzehnten dahinvegetiert und keine nachhaltigen, umsetzbaren Lösungen entwickelt werden. Aber dieser alternative Vorschlag ist eine Katastrophe!
– Bürgerking
„Man sollte das ICC wieder herrichten und wie ursprünglich vorgesehen nutzen“
ICC-Bashing ist nicht angebracht. Es handelt sich um eine herausragende Architektur, welche leider systematisch verwahrlost wurde. Man sollte das Ding einfach wieder herrichten und so nutzen, wie es ursprünglich vorgesehen war. Dass das technisch nicht ganz trivial ist, ist klar. Aber was beim Centre Pompidou geht, muss hier auch gehen. Es ist letztlich eine Frage der Wertschätzung und der Prioritätensetzung. Die funktioniert in Paris offenkundig anders. […]
– Don
„Das ICC soll mit seinen vormaligen Nutzungsmöglichkeiten zurückkehren“
[…] Ich wünschte, das ICC würde mit seinen vormaligen Nutzungsmöglichkeiten zurückkehren. Es fehlen doch Orte für Veranstaltungen in dieser Stadt. […]– Franz
„Wohnen am Autobahnkreuz?“
Wohnen am, im und um ein Autobahnkreuz, prima! Ja gute Anbindung mit S+U Bahnen, das war’s aber auch schon. […]
– Felix
„Das ICC ist auch heute noch eine Ikone“
Wenn man das liest, hat man den Eindruck, als würden in Berlin keine Kongresse mehr stattfinden. Vor 50 Jahren haben die Visionäre Ralf Schüler und Ursulina Schüler-Witte das ICC entworfen. Natürlich muss man da nach so langer Zeit mal ein paar Rohre und Leitungen austauschen, das ist doch ganz normal. […] Das ICC ist auch heute noch eine Ikone. Man könnte es heute nicht besser machen. […]
– Gunter
Quellen: Tibor Desczyk Immobilien- und Bauconsulting, Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Messe Berlin, Berliner Baukollegium, Messe Berlin, BIM, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
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