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Die Lichtinstallation „I DON’T HAVE ANOTHER LAND“ des Künstlers Nathan Coley erinnert am Anhalter Bahnhof an Flucht, Verlust und Identität. Sie bildet den Auftakt einer langfristig angelegten Ausstellungsreihe des Exilmuseums.

Mit einer eindringlichen Lichtbotschaft setzt Nathan Coley (m.) am historischen Anhalter Bahnhof ein Zeichen für Erinnerungskultur. Das Exilmuseum startet damit die neue Reihe „An der Ruine“. / ©  Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

©  Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT

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Die Stiftung Exilmuseum Berlin startet mit „An der Ruine“ eine neue Ausstellungsreihe an der Portalruine des historischen Anhalter Bahnhofs in Berlin-Kreuzberg. Künstlerische Installationen sollen den Ort und seine Geschichte beleuchten und zugleich den Exil-Begriff in die Gegenwart tragen. Am Freitag, den 14. November 2025, begann die Reihe mit der beleuchteten Textskulptur „I Don’t Have Another Land“ des schottischen Künstlers Nathan Coley von 2022.

Ziel der Stiftung ist es, bis zur Eröffnung des Exilmuseums in der Fasanenstraße 24 einen öffentlich zugänglichen Erinnerungs- und Kunstort zu schaffen. Damit soll der Anhalter Bahnhof – einst einer der größten Bahnhöfe Europas und Schauplatz von Flucht, Verfolgung und Deportation – wieder stärker ins städtische Gedächtnis Berlins rücken.

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Anhalter Bahnhof: Lichtinstallation „I DON’T HAVE ANOTHER LAND“ an der Portalruine

Die Eröffnungsveranstaltung zum Werk fand in der Sky-Bar des SOLAR Berlin statt. Das Werk bildet den Auftakt zu einer neuen Reihe von Kunstinstallationen am Anhalter Bahnhof, die die Stiftung Exilmuseum in den kommenden Jahren realisieren wird. Möglich wurde diese Ausstellung durch die Unterstützung der Deutschen Bahn AG, deren ehemaliger Vorstandsvorsitzender Rüdiger Grube anwesend war.

Der ursprüngliche Satz „I DON’T HAVE ANOTHER LAND“ stammt aus Jerusalem, wo Coley ihn Mitte der 2000er-Jahre als Graffiti entdeckte. Seitdem habe ihn die Aussage nicht mehr losgelassen und bereits zu früheren Installationen in Charleston (England) sowie in Prizren (Kosovo) inspiriert, einem ehemaligen Standort der deutschen Bundeswehr.

Deportationen während des Zweiten Weltkriegs: Historische Bedeutung des Standorts Anhalter Bahnhof

Nun hat die Stiftung Exilmuseum den Satz nach Berlin geholt, wo er eine tiefgreifende historische Bedeutung erhält. Vom Anhalter Bahnhof begaben sich nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 zahlreiche Menschen aus Angst vor Verfolgung auf die Flucht. Zwischen 1941 und 1943 wurden mehr als 9.600 Jüdinnen und Juden von diesem Ort aus in Vernichtungslager deportiert.

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Mit der Lichtinstallation startet die Stiftung Exilmuseum die neue Ausstellungsreihe „An der Ruine“ und rückt den historisch belasteten Ort erneut ins Bewusstsein der Stadtgesellschaft. In ihren Ansprachen betonten Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann sowie Ruth Ur, Direktorin des Exilmuseums, die Relevanz der Initiative.

Ausstellungsreihe „An der Ruine“ in Kreuzberg: Kultur, Erinnerung, Verantwortung

Zudem gab ein Künstlergespräch zwischen Nathan Coley und Konrad Schmidt-Werthern (Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien) Einblicke in Motivation, Anspruch und dem künstlerischen Kontext.

Die nun sichtbare Installation soll zum Nachdenken anregen, über Verluste, die Menschen im Laufe ihres Lebens erfahren. Gleichzeitig versteht Coley den Satz als Aufforderung, Hoffnungen, Identitäten und Rechte nicht widerstandslos aufzugeben.

Interkultureller Austausch: Die Eröffnungsveranstaltung zum Werk fand in der Sky-Bar des SOLAR Berlin statt. / ©  Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Quellen: Stiftung Exilmuseum Berlin, Studio Nathan Coley

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