Rund um die Janusz-Korczak-Straße in Hellersdorf gibt es mehrere Flächen, auf denen längst gebaut werden könnte. Genehmigungen liegen teilweise seit Jahren vor, frühere Zeitpläne sind inzwischen überholt. Ein Parkplatz mitten in der Hellen Mitte zeigt besonders deutlich, wie wenig sich bislang getan hat.

An der Janusz-Korczak-Straße sollten nach früheren Planungen unter anderem Apartments für Studierende und Hochschulbeschäftigte entstehen. Frühere Zeitpläne wurden nicht eingehalten. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
In Helle Mitte in Hellersdorf könnten mehrere hundert neue Wohn- und Appartment-Einheiten entstehen. Für mehrere Projekte an der Janusz-Korczak-Straße liegen Baugenehmigungen vor, einige Pläne reichen bis 2018 zurück. Trotzdem stehen die Bauflächen Ende September 2026 weiterhin leer oder dienen als Parkplatz.
- Bezirk: Marzahn-Hellersdorf
- Standorte: Janusz-Korczak-Straße 14 und 34
- Projektstatus: mehrere Baugenehmigungen vorhanden
Wer heute durch die Janusz-Korczak-Straße läuft, erkennt von den ambitionierten Plänen wenig. Dabei bestätigt eine Antwort des Berliner Senats gleich mehrere konkrete Vorhaben. Für die Janusz-Korczak-Straße 14 liegt eine Baugenehmigung für ein Boardinghouse mit 169 Einheiten für temporäres Wohnen vor. Für die Nummer 34 sind weitere 98 Einheiten genehmigt. In beiden Fällen teilte der Bezirk im Frühjahr 2026 lediglich mit, dass mit dem Vorhaben noch nicht begonnen worden sei.
Die Vorgeschichte reicht dabei weit zurück. Die Alice Salomon Hochschule informierte bereits 2023 über Projekte der damaligen Specta Development an den Hausnummern 16 und 34. Für Nummer 16 waren damals 250 Wohneinheiten angekündigt, überwiegend Ein-Zimmer-Apartments mit Bad und Küche sowie einige Zwei-Zimmer-Apartments. Beide Projekte sollten sich auch an Studierende und Beschäftigte der Hochschule richten.
Janusz-Korczak-Straße 16 und 34: Der alte Zeitplan ist längst überholt
Damals war die Planung schon erstaunlich konkret. Der Baustart sollte im ersten Halbjahr 2024 erfolgen, bis Ende 2025 sollten Bewohnerinnen und Bewohner einziehen können. Diese Termine wurden nicht eingehalten. Auffällig ist zudem eine Differenz zwischen den damaligen und heutigen Angaben: Während 2023 für Nummer 16 noch 250 Einheiten genannt wurden, führt die amtliche Antwort von 2026 stattdessen Nummer 14 mit 169 Einheiten auf.
Faktisch müsste es sich bei beiden Adressen um das unbebaute Grundstück Janusz-Korczak-Straße Ecke Fritz-Lang-Straße handeln. Heute führt die PFR Holding die Standorte Janusz-Korczak-Straße 16 und 34 als Referenzen. Das Unternehmen nennt Grundstücksentwicklung und temporäre Wohnformen als Geschäftsschwerpunkte.

An der Janusz-Korczak-Straße in Hellersdorf sind mehrere Boardinghouse-Projekte geplant. Trotz erteilter Baugenehmigungen hat der Bau bislang nicht begonnen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Parkplatz am Fritz-Lang-Platz: Baugenehmigung stammt bereits von 2018
Die Dreiecksflächen an der Janusz-Korczak-Straße Ecke Fritz-Lang-Straße wurde mittlerweile wieder als Parkplatz genutzt. Für das Grundstück aber beantragte der Eigentümer Boardinghäuser. Die Baugenehmigung stammt aus 2018 und wurde 2022 verlängert.
Die Flächen sind deshalb Teil eines größeren Wohnungsbaupotenzials in Helle Mitte. Im Bebauungsplan XXIII-7 bestehen auf mehreren noch freien Grundstücken Wohnmöglichkeiten. Der Bezirk nennt fünf Flurstücke zwischen 720 und 1.413 Quadratmetern. Je nach Grundstück sind drei bis fünf Vollgeschosse beziehungsweise Wohnnutzungen in einzelnen oder allen Geschossen planungsrechtlich möglich. Eine Gesamtzahl möglicher Wohnungen kann der Bezirk jedoch nicht nennen, weil diese unter anderem von Wohnungsgrößen und tatsächlich ausgeschöpftem Baurecht abhängt.
Warum wird in der Hellen Mitte trotzdem nicht gebaut?
Für die Projekte an der Janusz-Korczak-Straße steht deshalb bisher nur fest: Die Genehmigungen bestehen beziehungsweise wurden verlängert, doch die Projekte wurden nicht begonnen.
Gleichzeitig besteht politisch weiterhin Interesse an zusätzlichem Wohnraum. Bezirk und Land erklärten ausdrücklich, bezahlbaren Wohnraum für Studierende in der Hellen Mitte zu unterstützen. Damit bleibt die Frage umso aktueller, wann die seit Jahren geplanten Wohnangebote in direkter Nachbarschaft tatsächlich folgen.
Wohnungsbaupotenziale Helle Mitte
Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin: Schriftliche Anfrage 19/25300, Alice Salomon Hochschule Berlin, PFR Holding
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