In Mitte liegen neue Pläne für „Humboldthafen Süd“ vor. Der Bebauungsplan II-201da soll Kerngebiete, Uferpromenaden und Nutzungen am Wasser sichern.

Der rot markierte Bereich zeigt das Plangebiet des Bebauungsplanentwurfs II-201da „Humboldthafen Süd“ in Mitte. Geplant sind unter anderem neue Gebäude, öffentliche Uferpromenaden und publikumsorientierte Nutzungen entlang des Hafenbeckens. / © Luftbild: FIS-Broker, SenStadt
© Titelbild: Wikimedia Commons, Elisauer, CC BY-SA 4.0
Der Berliner Senat hat den Bebauungsplanentwurf II-201da „Humboldthafen Süd“ beschlossen. Damit rückt eine zentrale Fläche in Mitte in den nächsten Planungsschritt. Geplant sind zwei Kerngebiete am Hafenbecken, öffentliche Uferpromenaden auf beiden Seiten und publikumswirksame Erdgeschosse. Der Entwurf geht nun an das Abgeordnetenhaus von Berlin.
- Bezirk: Mitte
- Lage: Bereich zwischen Alexanderufer, Kapelle-Ufer, Hugo-Preuß-Brücke, Rahel-Hirsch-Straße, Friedrich-List-Ufer und Stadtbahn
- Fläche: rund 4,0 Hektar
- Geplante Nutzung: Kerngebiete, öffentliche Uferpromenaden, publikumswirksame Erdgeschosse
Der Bebauungsplan II-201da „Humboldthafen Süd“ betrifft den südlichen Teil des Humboldthafens in Mitte. Der Geltungsbereich umfasst Flächen rund um das Hafenbecken sowie Abschnitte der Stadtbahn und des Alexanderufers. Nach den Plänen sollen östlich und westlich des Wassers zwei Kerngebiete entstehen.
Pläne für „Humboldthafen Süd“ in Mitte
Kerngebiete sind im deutschen Baurecht eine besondere Gebietskategorie nach der Baunutzungsverordnung (BauNVO). Sie sind für zentrale Innenstadtlagen gedacht, in denen Arbeiten, Einkaufen, Dienstleistungen und teilweise auch Wohnen zusammentreffen. Sie sollen vor allem als lebendige Stadtzentren funktionieren. Deshalb stehen gewerbliche und öffentliche Nutzungen im Vordergrund.
Hinzu kommt im Bebauungsplan II-201da „Humboldthafen Süd“ eine öffentliche Uferpromenade auf beiden Seiten des Hafenbeckens. Die Wasserlage soll stärker in das hochverdichtete Umfeld am Hauptbahnhof eingebunden werden.
Südlicher Humboldthafen wird neu geordnet
Auf der östlichen Seite existiert bereits ein Bürogebäude. Dieses entstand nach Genehmigung auf Grundlage der Planreife im Jahr 2013. Der aktuelle Bebauungsplan sichert nun vor allem die weitere Ordnung des gesamten südlichen Hafenbereichs. Auf der westlichen Uferseite sieht der Entwurf ein Gebäude mit bis zu acht Vollgeschossen vor. Das Grundstück gehört dem Land Berlin und soll künftig unterschiedliche kerngebietstypische Nutzungen ermöglichen.
Das westliche Baufeld steht allerdings noch nicht frei zur Verfügung. Es dient derzeit als Baustelleneinrichtung für den Tunnelbau der S 21, der City-S-Bahn. Der Bebauungsplan regelt deshalb die planungsrechtliche Zulässigkeit für die Zeit nach Abschluss dieser Nutzung.

Die Uferpromenade am Humboldthafen in Mitte soll durch die Pläne für „Humboldthafen Süd“ ergänzt werden. Vorgesehen sind weitere Gebäude sowie öffentlich zugängliche Bereiche entlang des Hafenbeckens. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Uferpromenade, Erdgeschosse und Klimaanpassung
Ein zentrales Ziel der Pläne für „Humboldthafen Süd“ ist der dauerhafte Zugang zum Wasser. Nach Ende der Baustelleneinrichtung für die S21 soll das Ufer öffentlich erreichbar sein. Entlang der Promenade können in den Arkaden publikumswirksame Erdgeschossnutzungen entstehen, etwa Gastronomie. Die genaue Gestaltung der Uferpromenade, Baumpflanzungen und weitere Maßnahmen zur Klimaanpassung sollen erst in einem späteren Verfahren abgestimmt werden.
Der Bebauungsplan basiert auf einem städtebaulichen Konzept zur Umbauung des Humboldthafens. Dieses geht auf Wettbewerbsentwürfe des Büros Professor Ungers und eine Fortentwicklung durch Professor Winkens zurück. Der Planentwurf enthält außerdem umfangreiche Fachunterlagen, darunter Verkehrsuntersuchungen, Gutachten zu Lärm, Luftschadstoffen, Erschütterungen, Regenwasser, Artenschutz sowie Untersuchungen zum U5-Tunnel.
Da unter einem Teil des westlichen Baufelds ein Tunnel der U-Bahn-Linie U5 verläuft, ließ der Senat zusätzlich untersuchen, welche Gebäudelasten das Tunnelbauwerk aufnehmen kann und welche Anforderungen sich daraus für die Bebauung ergeben.
Humboldthafen
Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
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2 Kommentare
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Interessant, dass erst nach einem Tunnel und Bahnhofsbau sowie der Fläche für die zukünftige S21 eruiert wird, welche Gebäudelasten verträglich werden. Kurz gesagt, das muss doch ein Scherz sein?!
Bis die S21 das Gelände frei gibt dürften wohl noch 15 Jahre vergehen.