Die Sanierung des Ostteils des Hauptgebäudes der Humboldt-Universität verzögert sich erneut und belastet den Hochschulbetrieb erheblich. Die Universität kritisiert die unzureichende Kommunikation des Landes und muss zahlreiche Veranstaltungen verlegen. Besonders betroffen sind zwei zentrale Hörsäle, die für den Studienbetrieb unverzichtbar sind.

Das Hauptgebäude der Humboldt-Universität Unter den Linden, dessen Ostflügel wegen erheblicher Verzögerungen bei der Sanierung erst zum Wintersemester 2026 wieder genutzt werden kann. Dadurch fallen weiterhin die zwei größten Hörsäle aus und der Studienbetrieb bleibt bis mindestens 2026 deutlich beeinträchtigt. / © Foto: Wikimedia Commons, Christian Wolf, CC BY-SA 3.0 DE
© Titelbild: Wikimedia Commons, Michielverbeek, CC BY 4.0
Die Humboldt-Universität muss sich erneut auf eine längere Schließzeit des Ostflügels einstellen, da die schon seit Jahren laufende Sanierung abermals verschoben wurde. Damit bleibt ein zentraler Gebäudeteil weiterhin außer Betrieb und beeinträchtigt den Studienalltag in einem erheblichen Ausmaß.
Ursprünglich hatte das Land die Fertigstellung der Bauarbeiten für April 2021 angekündigt, doch der Termin konnte nie gehalten werden. Zunächst wurde auf September 2024, dann auf Ende 2025 verschoben und nun liegt der geplante Abschluss beim Ende des dritten Quartals 2026, wie aus den Unterlagen zum Doppelhaushalt 2026/2027 hervorgeht.
Gründe für die erneute Verzögerung laut Senatsverwaltung: Schlechter Bauzustand des Ostflügels der Humboldt-Universität und komplexe Planung
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen bestätigte auf Nachfrage des Tagesspiegel die jüngste Verzögerung und spricht von ineinandergreifenden Ursachen. Laut Verwaltung sei die ungewöhnlich schlechte Bausubstanz verantwortlich, da während der Arbeiten immer neue Hindernisse zutage traten, die Planungsänderungen erforderlich machten. Die Verwaltung versichert zugleich, dass der neue Termin nun verlässlich sei.
Durch die zusätzlichen Schwierigkeiten steigen die Kosten erheblich. Während ursprünglich 52 Millionen Euro eingeplant waren, geht die Senatsverwaltung inzwischen von rund 86 Millionen Euro aus. Damit wird die Sanierung des Hauptgebäudes zu einem der kostspieligeren Hochschulprojekte des Landes.
Auswirkungen auf den Lehrbetrieb an der HU in Mitte: Fehlende Räume und hoher organisatorischer Aufwand
Die Humboldt-Universität reagiert deutlich kritisch auf den Umgang des Landes mit den Verzögerungen. Eine Sprecherin erklärte laut Tagesspiegel, dass es irritierend sei, erst über den Hauptausschuss vom neuen Zeitplan erfahren zu haben. Zudem betonte sie, dass Büros, Hörsäle und Seminarräume dringend benötigt werden.
Im Ostflügel liegen die beiden größten Hörsäle der Universität, weshalb permanent umgeplant werden muss. Die HU nutzt kleinere Hörsäle, ein provisorisches Zelt und digitale Formate, um den Bedarf zu decken. Dieser Mehraufwand führt zu zusätzlichen Kosten und zu mehrfachen Umzügen einzelner Institute, da ursprüngliche Planungen nicht eingehalten werden können. Auch die Mietkosten für Ersatzflächen laufen länger als vorgesehen.
Folgen für Veranstaltungen an der Humboldt-Universität im Jahr 2026: Suche nach neuen Austragungsorten
Da große Veranstaltungen im Jahr 2026 von der Schließung betroffen sind, muss die Universität weitere Alternativen prüfen. Der Ostflügel sollte eigentlich wieder zur Verfügung stehen, doch nun ist absehbar, dass die Räume erst zum Wintersemester 2026/2027 genutzt werden können. Für die Humboldt-Universität bedeutet dies eine erneute Phase intensiver Abstimmung und zusätzlicher Kosten.
Quellen: Tagesspiegel, Humboldt-Universität zu Berlin
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