Der bislang weitgehend versiegelte südliche Schlossplatz am Humboldt Forum soll deutlich grüner werden. Mit drei neuen Bauminseln, Sitzgelegenheiten und klimaangepflanzten Gehölzen beginnt im Juni ein Umbau, der den Stadtraum langfristig aufwerten soll.

© Titelbild: bbz Landschaftsarchitekten

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Bäume, Entsiegelung und der Umgang mit städtischem Grün sind in Berlin immer wieder ein viel diskutiertes Thema – etwa im Zusammenhang mit Projekten wie dem Gendarmenmarkt oder der Baumschutzverordnung. Vor diesem Hintergrund dürfte es als positives Signal gewertet werden, dass am südlichen Schlossplatz des Humboldt Forums nun konkrete Maßnahmen zur Aufwertung versiegelter Flächen beginnen.

Der südliche Schlossplatz am Humboldt Forum gehört zu den am stärksten versiegelten Freiflächen in Berlins historischer Mitte. Nun beginnt dort eine Umgestaltung, die mehr Grün, Aufenthaltsqualität und Klimaanpassung in den öffentlichen Raum bringen soll. Anfang Juni starten die Bauarbeiten für drei großflächige Bauminseln, die künftig Schatten spenden und neue Aufenthaltsorte schaffen sollen.

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Bauminseln inspiriert von Humboldts Forschungsreisen

Geplant sind begrünte Inseln mit Sitzmöglichkeiten, die Besucherinnen und Besuchern einen ruhigeren Rückzugsort im Umfeld des Humboldt Forums bieten. Der bislang durchgehend gepflasterte Bereich soll dadurch stärker als öffentlicher Stadtraum wahrnehmbar werden und unterschiedliche Nutzungen miteinander verbinden.

Insgesamt sollen 18 verschiedene Baumarten gepflanzt werden. Das Pflanzkonzept greift die Forschungsreisen Alexander von Humboldts auf und gliedert die neuen Bauminseln in drei geografische und klimatische Räume: Amerika, Europa beziehungsweise den Mittelmeerraum sowie Asien.

Vorgesehen sind unter anderem nordamerikanische Baumarten mit markanter Herbstfärbung, heimische Gehölze sowie trockenheitsverträgliche mediterrane Arten. Ergänzt wird das Konzept durch asiatische Vertreter wie die japanische Kirschblüte. Die Auswahl der Bäume erfolgte nach Kriterien der Klimaresilienz und Biodiversität. Ziel ist es, unterschiedliche Klimaräume im Stadtraum sichtbar zu machen und gleichzeitig auf die Herausforderungen des Klimawandels zu reagieren.

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Die Grafik zeigt die geplanten Bauminseln rund um den Schlossplatz am Humboldt-Forum.

Drei neu angelegte Bauminseln sollen den Schlossplatz künftig strukturieren und mit Bäumen sowie Sitzgelegenheiten zusätzliche Aufenthaltsqualität bieten. / © Visualisierung: bbz Landschaftsarchitekten

Begrünung in Berlin-Mitte: Teil eines größeren Umbaus des Schlossplatzes

Die Maßnahme ist Bestandteil des Projekts „Klimagerechter Umbau des Schlossplatzes am Berliner Humboldt Forum“. Grundlage bildet eine Machbarkeitsstudie, die im Auftrag des Landes Berlin und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen unter Beteiligung der Stiftung Humboldt Forum erstellt wurde. Bearbeitet wurde die Studie vom Büro bbz Landschaftsarchitekten, das bereits ab 2012/13 die Freiraumgestaltung des Humboldt Forums geplant und begleitet hatte.

Mit der Begrünung setzt die Stiftung Humboldt Forum ihre Nachhaltigkeitsstrategie fort. Dazu zählen bereits mehrere Maßnahmen auf dem Areal, darunter eine Geothermie-Anlage, Regenwassernutzung sowie Bienenvölker auf der Dachterrasse. Die bauliche Herstellung der Bauminseln übernimmt die Stiftung selbst. Die Finanzierung der späteren Baumpflanzungen soll über Spenden und Baumpatenschaften erfolgen. Die Pflanzarbeiten sind für den Herbst 2026 vorgesehen.

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Humboldt Forum

Quellen: Humboldt Forum, AIV, bbz Landschaftsarchitekten, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Bezirksamt Mitte

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13 Kommentare

  1. Franz 5. Juni 2026 at 05:44 - Reply

    Sehr gut, endlich. Mehr davon. Zum Beispiel die Bepflanzung der Baumscheoben an der Rsthausstraße, also vom Roten Rathaus zum Alex. Ich schlage Platanen vor.

  2. Böhme 5. Juni 2026 at 06:44 - Reply

    Die Kernfrage bleibt ja, weshalb man das nicht gleich begrünt, sondern diese Steinwüste überhaupt erst hat entstehen lassen? Jetzt muss das Ganze wieder für viel teure Steuergelder aufgerissen und dann bepflanzt werden. In der Stadtplanung dieser hochverschuldeten Stadt gibt es eine einzige verlässliche Konstante: Das Verschleudern von Steuermillionen. Und bei der bisherigen Gestaltung hatte man sich doch was gedacht. Was passiert mit den irre teuren mitten auf der Fläche stehenden Granitmauern (deren gestalterischer Sinn sich mir noch nie erschlossen hatte!)? Und kommen dort die gleichen spargeligen Bäume hin wie vor dem ESMT Berlin oder auf der anderen Seite des Stadtschlosses?

    • Sebastian 5. Juni 2026 at 17:19 - Reply

      Ich empfehle den Betrag aufmerksamer zu lesen, etwas dass ich vielen Kommentareschreibern im Internet allgemein empfehlen würde, die mit einem reflexhaften bashing ein unangenehmes Klima in jegliche online Diskussion bringen:

      Zur Finanzierung:
      „Die bauliche Herstellung der Bauminseln übernimmt die Stiftung selbst. Die Finanzierung der späteren Baumpflanzungen soll über Spenden und Baumpatenschaften erfolgen.“

      Zur Bepflanzung:
      „Vorgesehen sind unter anderem nordamerikanische Baumarten mit markanter Herbstfärbung, heimische Gehölze sowie trockenheitsverträgliche mediterrane Arten. Ergänzt wird das Konzept durch asiatische Vertreter wie die japanische Kirschblüte. Die Auswahl der Bäume erfolgte nach Kriterien der Klimaresilienz und Biodiversität.“

      • Böhme 6. Juni 2026 at 03:05 - Reply

        Ich habe den Artikel durchaus vollständig gelesen und mag etwas falsch formuliert haben. Die Pflasterung einschließlich dieser – sauteuren – Granit“grenzbebauung“ hat der Steuerzahler gezahlt. Und die wird jetzt rausgerissen. Und: Die Herstellung der Bauminseln will die Stiftung selbst übernehmen! Die Bepflanzung soll über Spenden finanziert werden, es soll mit „der Bepflanzung“ (!!!) im Herbst 2026 losgehen! Hört, hört. Und was, wenn nicht genügend Spenden zusammenkommen? Bleiben die Bauminseln dann, bis genügend Spenden zusammengekommen sind, unbepflanzt???

        Bearbeitet wird die Studie durch die Landschaftsarchitekten bbz, die bereits 2012/2013 für die „Freiraumgestaltung“ des Humboldt-Forums planerisch und gestalterisch verantwortlich waren! Aha! Wofür sind Landschaftsarchitekten verantwortlich? Ist die bisherige Freiraumgestaltung der Ostseite des Schlosses „Landschafts“architektur??? Es ist eine vom Steuerzahler gezahlte Steinwüste. Weshalb haben Landschaftsarchitekten und Stiftung nicht viel früher zusammen gearbeitet und gleich eine „grüne“ Lösung gefunden.

        Was ist mit der geplanten Brunnenanlage? Zahlt die auch die Stiftung. Und was Sie verschweigen: Nach den mir bisher bekannte und auch hier veröffentlichten Planungen soll der gesamte Straßenbereich umgebaut werden. Es sollen Pflastersteine (Steuerzahler!!!) verlegt werden. Schauen Sie sich frühere Berichte hier auf der Seite – und meine Stellungnahmen dazu – an!

        Und was die Bepflanzung angeht: Mich würde schon mal interessieren, welche konkret zu benennenden Baumarten dort angepflanzt werden. Die bisherigen Bepflanzungen im Umfeld halte ich für unbefriedigend! Und Sie werden mir schon überlassen müssen, was ich für unbefriedigend halte (nennt sich Meinungsfreiheit, die es in diesem Land leider zunehmend schwerer hat!). Der Bereich sollte kein Botanischer Garten werden. Als einzige konkrete Baumart ist die japanische Zierkirsche benannt, die ich dann im Zusammenhang mit einer Baumbepflanzung für völlig deplatziert halte (Nach meiner Erinnerung standen Zierkirschen auf dem der Nordschlossfassade gelegenen Spreeufer, die aus mir bisher unerfindlichen Gründen „gekeult“ wurden. Dort passten die wunderbar hin!

        Meine Verärgerung ist auch dem Umstand geschuldet, dass das planerische Versagen im Schlossbereich eben in Berlin nicht einzigartig, sondern mehr oder weniger Regel ist. Nehmen wir nur den skandalösen so genannten „Tilla-Durieux-Park“ (was an dieser Anlage ein Park sein soll, habe ich noch nie verstanden)! Das Ganze ist nichts anderes als eine hässliche, aufwendig und millionenteuer gestaltete Rasenfläche. Wer Google-Maps aufruft, liest dort, dass es sich um einen „beliebten“ Grünstreifen (was für eine Beschreibung für eine angeblichen Park) für Picknicks handele. Hä?!? Welche Picknicks? Selbst die zugewanderten grillaffinen Gesellschaftsgruppen sind auf dieser Fläche, für eine niederländischer so genannter Landschaftsplaner Millionen kassiert hat, nicht anzutreffen. Die gigantischen Wippen werden von niemandem genutzt. Und die technische Ausführung dieser Rasenfläche – nicht Park und auch nicht Grünstreifen, einfach nur billige Rasenfläche – ist auch noch grottig schlecht ausgeführt. Und zwar auf meine Kosten als Steuerzahler. Die grottige Qualität dieser Anlage, die vor allem den niederländischen angeblichen Landschaftsarchitekten ausnahmslos zum Geldabgreifen gedient hat, soll denn nunmehr (die miese gestalterische Qualität ist dann Jahrzehnte später auch bei der Senatsverwaltung angekommen!!!) endlich umgestaltet werden. Ich bin mal gespannt, was für ein Mist dabei herauskommt!

        Ein weiteres Beispiel für bedingungsloses gestalterisches Versagen ist der Henriette-Herz-Park … man könnte hier endlos fortfahren!

        1991 wurde Hassemer u. a. Stadtentwicklungssenator. Ich hatte von diesem intellektuellen Mann sehr viel gehalten und gehofft, dass der Mann Niveau in die Provinzregierung Berlins brächte. Indes: Diese Provinzregierung schaffte es, den Mann ganz schnell auf Provinzniveau herunterzureißen. Alle Achtung … wenn Berlin was kann, dann das! War ja dasselbe bei Lüscher, der Senatsbaudirektorin, die – völlig zu Recht – die Arbeitsweise des unseligen Senatsbaudirektors Hans Stimmann (ich kannte sein Wirken als Schleswig-Holsteiner schon aus Lübeck) kritisiert und befürchtet hatte, dass Berlin aufgrund dessen Vorgaben die gleiche gesichtslose Architektur Washington D.C.’s erleide, und die dann – ich hatte irre viel Hoffnung in sie gesetzt – kein bisschen besser war (und Kahlstädt … versucht sich als Albertina Speer).

  3. Rudolf Schlehahn 5. Juni 2026 at 08:18 - Reply

    Da haben wir es wieder – jede Senatsabteilung wurschtet so vor sich hin und verplempert das Geld der Stadt.
    Warum hat man die Begrünung nicht gleich gemacht? Das Klima war ja schon vor Jahren im Arsch. Jetzt bekommen wir wieder eine monatelange Baustelle.
    Und die bescheuerte Einheitswippe wird auch immer teurer und nicht fertig.
    Man fragt sich, wozu Berlin so viele hochbezahlte und unfähige Verwaltungsmitarbeiter hat.
    Und es ist keine Besserung abzusehen.

  4. Christoph 5. Juni 2026 at 11:03 - Reply

    Ich fände schön, wenn der Neptunbrunnen bei dieser Gelegenheit wieder an seinen alten Standort gebracht werden könnte.

    • LunaSioux 5. Juni 2026 at 12:55 - Reply

      Ich finde ihn am aktuellen Standort eigentlich passend. Da ist er ja in die Platzgestaltung gut eingebunden und ist an einem sehr präsenten Ort, wo er auch wahrgenommen wird. Am Humboldtforum käme er wohl weniger zur Geltung. Ich halte persönlich auch wenig von Städtebau, der sich stark an der Wiederherstellung alter Zustände orientiert, sondern präferiere da Konzepte, die auf alte Zustände Bezug nehmen und Neues schaffen. Deswegen mag ich eigentlich die Pläne, dass man da einen neuen Brunnen schaffen will.

      • Christoph 5. Juni 2026 at 18:22 - Reply

        Ich finde zwischen Marienkirche, Rathaus und der Kaskade am Fernsehturm wirkt der Brunnen recht verloren. Zwischen Schloss und Marstall wäre er gefasster – für den Ort wurde er geschaffen. Ich bin bestimmt nicht grundsätzlich für Rekonstruktion, aber hier böte es sich an, finde ich.

      • Böhme 6. Juni 2026 at 03:53 - Reply

        Aha, Sie finden also diesen historischen Brunnen zwischen den so genannten „Zickzack-Betonsteinen“ der 70er Jahre gut eingehegt!! Soso!! Man möchte fast sagen, Sie sollten Ihren Psychologen wechseln!!! Das alles ist ziemlich hässlich, die Rosenrabatten leider ungepflegt, um die Anlagen zweifelhafte Gruppen von Migranten … und Pennern. Und dennoch bin ich gegenwärtig bei Ihnen: Die aktuelle Platzierung des Brunnens ist Berliner, ist DDR-Geschichte. Dazu gehöre auch die Zickzack-Betonsteine. Wir müssen wahrlich nicht alles an DDR-Stadtplanung kaputt machen … jedenfalls, solange es für die Bereiche keine besseren, anspruchvolleren Gestaltungsvorschläge gibt!

  5. S.Schmidt 5. Juni 2026 at 11:33 - Reply

    Da so einige hier rummosern. Naja der entsiegelungsdiskurs ist ja noch Recht neu – befeuert durch den gendarmenmarkt. Bis sowas sich in die Wahrnehmung so genannter Stadtverwalter schiebt dauert es eben. Gut dass hier die notwendigkeit erkannt und nachjustiert und eben nicht mehr einfach holzkopfartig verkannt und verschwiegen wird.

    • Böhme 6. Juni 2026 at 01:58 - Reply

      Nö, schlicht falsch, der „Entsiegelungsdiskurs“ ist „Asbach Uralt“. Gut, bei der geballten Unfähigkeit von Bezirksregierungen und Senat mag es sein, dass dieser „Diskurs“ erst jetzt bei denen angekommen ist. Es ändert überhaupt nichts daran, dass ich sklavengleich Frohnarbeit leiste, bei der mir erhebliche Teile meines von mir erarbeiteten Brutto-Lohns, der die Gegenleistung für die von mir erbrachte Arbeitsleistung ist, u. a. durch Steuern enteignet werden, und die Bezirks- und Senatsverantwortlichen schmeißen dieses mein Geld zum fröhlich Fenster raus. Ich empfinde das als absolute Respektlosigkeit mir als arbeitendem (wir haben ja genügend Mitbürger, die nicht arbeiten gehen und keinerlei Beitrag zu dieser Gesellschaft leisten!) Bürger gegenüber!

  6. M.Hillen 6. Juni 2026 at 05:01 - Reply

    An Sebastian:
    Für das unangenehme Klima sorgt Berlin selbst: mit der grandiosen und gnadenlosen Unfähigkeit seiner Behörden. Da braucht es kein zusätzliches Bashing von Dritten: die erschreckende Dummheit und Unfähigkeit der Stadt Berlin spricht für sich selbst. Man muss, darf, kann und soll diese grandiose Dummheit und Unfähigkeit als Steuerzahler auch benennen, ohne von Leuten wie Ihnen des Bashings bezichtigt zu werden. Wie sonst sollte sich die Empörung des Steuerzahlers Luft verschaffen? Es ist ja nicht nur so, dass wir mit dem planerischen Mist und Murks dieser Stadt leben müssen… Nein, wir finanzieren diesen Mist und Murks – und seine Korrektur – mit unseren Steuergeldern. Da wird man sich wohl Kritik erlauben dürfen. Wenn Sie brave und naive Bürger lieber mögen und erträglicher finden, bitteschön, es steht Ihnen frei, selbst brav und naiv zu sein. Aber lassen Sie andere anders sein. Ich meinerseits weiß dieses Forum gerade wegen Kommentatoren wie Böhme und anderen sehr zu schätzen.

  7. Martina 8. Juni 2026 at 14:45 - Reply

    Warum nicht gleich???
    Warum erst teures Pflaster verlegen und es dann für das, was von Anfang an hätte da sein sollen, wieder raus reißen?

    Die Diskussion um moderne Stadtentwicklung mit deutlich mehr Grünflächen zur Luftreinhaltung, Temperaturregulierung, Schwammstadt,… ist bereits mindestens 30 Jahre im Gange. Erfolgreich umgesetzte Beispiele gibt es überall auf der Welt.

    Auch in den Beteiligung zum Schlossumfeld ist das fehlende Grün immer wieder kritisiert worden.

    Jetzt fällt denen nach Jahren auf, dass die Kritik gar nicht mal so dumm war…

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