Das Hubertusbad in Lichtenberg wartet seit Jahren auf eine Sanierung. Obwohl Berlin bereits rund fünf Millionen Euro investiert hat, prüft der Senat inzwischen sogar einen Verkauf.

Das denkmalgeschützte Hubertusbad in Berlin-Lichtenberg wartet seit Jahren auf eine umfassende Sanierung. Trotz millionenschwerer Investitionen prüft das Land inzwischen auch einen Verkauf der Immobilie. / © Foto: Wikimedia Commons, Alchemist-hp, CC BY-SA 3.0
© Titelbild: Wikimedia Commons, Angela Monika Arnold, Berlin, CC BY-SA 3.0
Das Hubertusbad in Lichtenberg zählt zu den bekanntesten Industriedenkmälern Berlins. Doch seit mehr als drei Jahrzehnten wartet das ehemalige Stadtbad auf eine umfassende Sanierung. Eine aktuelle Antwort des Berliner Senats auf eine Schriftliche Anfrage zeigt nun deutlich, warum das Projekt seit Jahren feststeckt.
Obwohl bereits rund fünf Millionen Euro investiert wurden, fehlt bis heute das Geld für die eigentliche Sanierung. Inzwischen prüft das Land Berlin sogar einen Verkauf der Immobilie.
- Bezirk: Lichtenberg
- Adresse: Hubertusstraße 47, 10365 Berlin
- Fertigstellung: 1928
Das Hubertusbad wurde 1928 eröffnet und steht heute unter Denkmalschutz. Seit der Schließung des Badebetriebs im Jahr 1991 konnte das Gebäude nie wieder vollständig genutzt werden. Zwar wird die ehemalige Frauenschwimmhalle heute für Veranstaltungen sowie Film- und Fotoaufnahmen genutzt, große Teile des Gebäudes stehen jedoch weiterhin leer.
Wofür wurden die 5 Mio. Euro im Hubertusbad in Lichtenberg ausgegeben?
Auf den ersten Blick wirkt die Zahl überraschend: Nach Angaben des Berliner Senats flossen seit 1991 rund fünf Millionen Euro in das Hubertusbad. Wer deshalb eine weitgehend abgeschlossene Sanierung erwartet, irrt jedoch. Das Geld wurde nicht für die Wiederherstellung des Gebäudes verwendet.
Vielmehr finanzierte das Land über viele Jahre Planungsleistungen, Sicherungsmaßnahmen, Bauunterhaltung, vorbereitende Arbeiten und einzelne Bauabschnitte. Hinzu kamen Maßnahmen, um Teile des Gebäudes überhaupt wieder nutzbar zu machen. Die eigentliche Komplettsanierung blieb dagegen aus.

Die ehemalige Frauenschwimmhalle ist derzeit der einzige regelmäßig genutzte Bereich des Hubertusbads. Eine umfassende Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes steht weiterhin aus. / © Foto: BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH
Warum kommt die Sanierung des Hubertusbads in Lichtenberg seit Jahren nicht voran?
Die Antwort darauf fällt überraschend eindeutig aus. Nach Angaben des Senats begann die Berliner Immobilienmanagement GmbH Ende 2021 mit den Planungen für eine Gesamtsanierung. Das Projekt scheiterte nicht an fehlenden Konzepten oder am Denkmalschutz, sondern an der Finanzierung.
Für die folgenden Haushaltsjahre standen weder ausreichende Investitionsmittel noch die notwendigen Verpflichtungsermächtigungen zur Verfügung. Ohne diese finanzielle Grundlage konnte die Sanierung nicht umgesetzt werden. Die Planungen blieben damit weitgehend ohne praktische Folgen.
Auch mögliche Förderprogramme halfen nicht weiter. Zwar prüfte Berlin sowohl Landes- als auch Bundesförderungen. Förderanträge wurden letztlich jedoch nicht gestellt, weil die Gesamtfinanzierung des Projekts nicht gesichert war. Damit fehlte eine wesentliche Voraussetzung für eine Förderung.
Warum steht nun sogar ein Verkauf des Hubertusbads zur Diskussion?
In den vergangenen Monaten setzte Berlin zunächst auf ein Erbbaurechtsverfahren. Ziel war es, einen Investor zu finden, der das denkmalgeschützte Gebäude saniert und einer neuen Nutzung zuführt. Das Verfahren blieb jedoch ohne Erfolg.
Die aktuelle Schriftliche Anfrage zeigt nun einen neuen politischen Schritt. Der Senat prüft derzeit zwei Möglichkeiten: Zum einen könnte ein neues Erbbaurechtsverfahren mit längerer Laufzeit gestartet werden.
Zum anderen wird inzwischen ausdrücklich auch ein Verkauf der Liegenschaft geprüft. Dass diese Option offiziell auf dem Tisch liegt, zeigt, wie schwierig eine Finanzierung aus eigener Kraft inzwischen geworden ist.
Was würde ein Verkauf des Hubertusbads für Berlin bedeuten?
Ein Verkauf bedeutet nicht automatisch, dass der Denkmalschutz entfällt. Auch ein neuer Eigentümer müsste die denkmalrechtlichen Vorgaben einhalten. Entscheidend wäre vielmehr, welche Bedingungen das Land mit einem Verkauf verbindet. Dazu gehören Fragen der öffentlichen Zugänglichkeit, der zukünftigen Nutzung und des langfristigen Erhalts des Gebäudes.
Für Berlin wäre ein Verkauf deshalb vor allem ein Strategiewechsel. Statt selbst auf eine Finanzierung der Sanierung hinzuarbeiten, würde das Land versuchen, einen privaten Partner oder Käufer für die Zukunft des Hubertusbads zu gewinnen.
Ob dieser Weg tatsächlich schneller zu einer umfassenden Sanierung führt, ist derzeit offen. Klar ist jedoch: Nach Jahrzehnten des Stillstands und Millioneninvestitionen ohne grundlegenden Fortschritt sucht Berlin inzwischen nach neuen Lösungen.
Hubertusbad Lichtenberg
Quellen: Schriftliche Anfrage an das Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19/26347, BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH, Landesdenkmalamt Berlin, rbb24
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Dass so etwas gut funktionieren kann, sieht man doch beim Stadtbad Oderberger Straße! Das wurde von einer Sprachschule gekauft und saniert und ist wieder zugänglich