Die Sanierung des Ostflügels im Hauptgebäude der Humboldt-Universität Berlin ist weitgehend abgeschlossen, die Nutzung verzögert sich jedoch erneut. Grund sind noch ausstehende technische Arbeiten und Nachrüstungen beim Brandschutz. Ein Einzug ist nun erst für Ende 2026 vorgesehen.

Das Hauptgebäude der Humboldt-Universität Unter den Linden, dessen Ostflügel wegen erheblicher Verzögerungen bei der Sanierung erst zum Wintersemester 2026 wieder genutzt werden kann. / © Foto: Wikimedia Commons, Michielverbeek, CC BY 4.0
© Titelbild: Wikimedia Commons, Mike Peel, CC-BY-SA-4.0
Die Sanierung des Ostflügels im Hauptgebäude der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) steht kurz vor dem Abschluss, doch die Nutzung verzögert sich weiter. Nach aktuellen Angaben des Senats sind noch technische Restarbeiten sowie Nachrüstungen beim Brandschutz erforderlich.
- Bezirk: Mitte
- Adresse: Unter den Linden 6, 10117 Berlin
- Kosten: rund 86,39 Millionen Euro
- Fertigstellung: Ende drittes Quartal 2026
Dazu gehören technische Installationen, unter anderem an Bestandsaufzügen. Auch die Brandmeldeanlage erhält noch Ergänzungen, nachdem das Brandschutzkonzept aktualisiert wurde. Die zuvor genannten Mängel an den Entrauchungsanlagen gelten inzwischen als beseitigt.
HU-Hauptgebäude: Brandschutz und Technik verzögern die Nutzung
Der Zeitplan sieht nun eine Fertigstellung zum Ende des dritten Quartals 2026 vor. Damit bleibt die HU voraussichtlich bis in den Herbst auf Ersatzflächen angewiesen. Frühere Termine hatte Berlin mehrfach verschoben. Ursprünglich sollte der Bauabschnitt bereits 2021 fertig sein, später folgten neue Ziele für 2024 und 2025. Nach der jüngsten Planung soll die Nutzung nach Abschluss der Restarbeiten und Übergaben Ende 2026 möglich werden.
Die Kosten der „Grundinstandsetzung Hauptgebäude 1. BA“ liegen laut Projektangaben inzwischen bei rund 86,39 Millionen Euro. Die HWP Planung GmbH, die als Projektsteuerung tätig ist, nennt als Umfang eine vollständige Entkernung der Innenräume und der technischen Anlagen.
Im Mittelpunkt stehen Brandschutz, Gebäudetechnik und konstruktive Ertüchtigung. Zugleich saniert das Projekt historische Oberflächen, darunter Natursteinfassade und Glasmosaik. Die besondere Schwierigkeit liegt laut Projektbeschreibung in lückenhaft dokumentierten Beständen, statischen Besonderheiten, Schadstoffthemen und vielen Schnittstellen zwischen Planung und Gewerken.

Das Hauptgebäude der HU Berlin an der Straße Unter den Linden. Die Sanierung des Ostflügels soll nach aktuellem Stand Ende des dritten Quartals 2026 abgeschlossen werden. / © Foto: Wikimedia Commons, Christian Wolf, CC BY-SA 3.0 DE
Humboldt-Universität muss weiter Ersatzflächen und Hörsaalzelt nutzen
Die HU ist weiterhin auf Ausweichlösungen angewiesen, die erhebliche Zusatzkosten verursachen. Allein für das Hörsaalzelt fallen jährlich 265.608 Euro Miete an. Insgesamt belaufen sich die bisherigen Mietkosten bereits auf knapp 3 Millionen Euro. Der Senat begründet die Mietlösung damit, dass sie flexibler kündbar sei.
Einen Kauf standardisierter Ausweichobjekte für ähnliche Projekte auch anderer Hochschulen plant Berlin derzeit nicht. Der Senat verweist auf sehr unterschiedliche Anforderungen im Wissenschaftsbereich, etwa Hörsäle, Labore oder Versuchsflächen.
Das Hauptgebäude der HU zählt zu den zentralen Wissenschaftsadressen Berlins. Der Kernbau entstand im 18. Jahrhundert als Palais für Prinz Heinrich von Preußen. Seit 1810 nutzt die Berliner Universität das Gebäude Unter den Linden. Der heutige Ostflügel gehört zu den später ergänzten Gebäudeteilen. Mit der laufenden Sanierung soll der historische Bestand erhalten und zugleich technisch auf einen aktuellen Stand gebracht werden.
HU-Hauptgebäude
Quellen: Abgeordnetenhaus von Berlin, Schriftliche Anfrage 19/26084, Tagesspiegel, HWP Planung GmbH, Berlin.de
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.


