Berlin will das „House of Jazz“ im ehemaligen Kino L’Aiglon am Kurt-Schumacher-Damm einrichten. Die Finanzierung nimmt Form an, doch Machbarkeitsstudie, Bundesmittel und Betreibermodell bleiben offen.

Das Bild zeigt das ehemalige Kino L'Aiglon mit dem angrenzenden Gebäudeteil am Kurt-Schumacher-Damm 123 in Berlin-Reinickendorf. Das denkmalgeschützte Ensemble soll im Rahmen des Projekts House of Jazz künftig kulturell genutzt werden.

Zum geplanten „House of Jazz“ gehört neben dem ehemaligen Kinosaal auch der langgestreckte Gebäudeteil an der Adresse Kurt-Schumacher-Damm 123. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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Das geplante „House of Jazz“ in Berlin nimmt konkrete Formen an. Mit der Freigabe erster Landesmittel schafft das Land eine wichtige Voraussetzung für den Umbau des ehemaligen Kinos L’Aiglon in Reinickendorf. Ob das Projekt umgesetzt wird, hängt jedoch weiterhin von der ausstehenden Machbarkeitsstudie und weiteren Finanzierungsfragen ab.

  • Bezirk: Reinickendorf
  • Adresse: Kurt-Schumacher-Damm 123 und 127, 13405 Berlin
  • Machbarkeitsstudie: für Herbst 2026 angekündigt
  • Finanzierung: Mittel von Land und Bund vorgesehen

Das geplante „House of Jazz“ soll deutlich mehr sein als ein reiner Konzertort. Das bisherige Konzept umfasst auch Produktions- und Proberäume, Residenzen sowie Arbeitsmöglichkeiten für Musikerinnen und Musiker. Die IG Jazz Berlin, die Deutsche Jazzunion und der Trompeter Till Brönner treiben das Projekt gemeinsam voran. Die Gruppe hat der Kulturverwaltung bereits erste Anforderungen an Räume, Residenzprogramme, Proben, internationale Zusammenarbeit und mögliche Betriebsformen übermittelt.

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Machbarkeitsstudie für „House of Jazz“ soll Raumbedarf und Umbau prüfen

Wie viele Räume dafür benötigt werden und wie diese im L’Aiglon sowie in der benachbarten Villa untergebracht werden können, muss nun die Machbarkeitsstudie klären. Ursprünglich sollte das „House of Jazz“ in der Alten Münze in Berlin-Mitte entstehen. Nachdem dieser Standort aufgegeben wurde, fiel die Wahl auf das ehemalige Kino L’Aiglon in Reinickendorf.

Zum vorgesehenen Ensemble gehört neben dem früheren Kino L’Aiglon eine Villa auf dem Gelände des ehemaligen französischen Quartier Napoléon. Das Land Berlin kaufte beide Immobilien 2023 von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Der dokumentierte Kaufpreis betrug vier Millionen Euro. Die Kulturverwaltung finanzierte den Erwerb; heute gehören die Gebäude zum Sondervermögen für Daseinsvorsorge- und nicht betriebsnotwendige Bestandsgrundstücke, kurz SODA.

Das Bild zeigt die Seiten- und Rückansicht des ehemaligen Militärkinos L'Aiglon in Berlin-Reinickendorf. Vor dem denkmalgeschützten Gebäude stehen Bauzäune, Bäume und Grünflächen. Der Gebäudekomplex gilt als geplanter Standort für das House of Jazz in Berlin.

Die Rück- und Seitenansicht des ehemaligen L’Aiglon zeigt den Gebäudekomplex, der im Rahmen des geplanten „House of Jazz“ umfassend untersucht und weiterentwickelt werden soll. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Hauptausschuss gibt Berliner Mittel für das „House of Jazz“ frei

Die Projektgruppe hält den Standort grundsätzlich für geeignet. Die geplante Machbarkeitsstudie muss prüfen, ob das Raumprogramm, der Denkmalschutz, die technische Ertüchtigung und die finanziellen Grenzen miteinander vereinbar sind. Die Studie soll außerdem klären, ob das Land die bisherige Nutzungskategorie der Grundstücke ändern muss. Der Standort ist dort bislang für eine kulturelle Nutzung durch geeignete private Akteure auf eigenwirtschaftlicher Basis vorgesehen.

Bei der Finanzierung für das „House of Jazz“ gibt es inzwischen eine konkrete Entscheidung. Der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses stimmte am 24. Juni 2026 einstimmig der beantragten Mittelverschiebung zu.

13,1 Mio. Euro für „House of Jazz“ vorgesehen

Für das Projekt stehen zunächst rund 13,1 Millionen Euro Landesmittel bereit. Sie setzen sich aus rund 11 Millionen Euro aus dem bisherigen SIWA-Titel sowie weiteren 1,7 Millionen Euro aus der SIWA-Verstärkungsreserve zusammen. Weitere 54.000 Euro könnten nach Aufhebung einer Sperre folgen.

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Nach dem bisher vorgesehenen Modell soll das Land die Grundsanierung übernehmen. Der Bund soll den für das „House of Jazz“ erforderlichen Innenausbau und die Ausstattung finanzieren. Diese Aufteilung soll die Zuständigkeiten klar voneinander trennen.

Wann das „House of Jazz“ tatsächlich eröffnet werden kann, bleibt offen. Zunächst soll die Machbarkeitsstudie im Herbst 2026 klären, ob sich das Raumprogramm im denkmalgeschützten Gebäude umsetzen lässt und welche Kosten dafür entstehen.

Kino L'Aiglon

 

Quellen: Schriftliche Anfrage an das Abgeordnetenhaus von Berlin, Drucksache 19 / 26 487, Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, IG Jazz Berlin

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One Comment

  1. Reini 17. Juli 2026 at 23:03 - Reply

    Das Grundstück liegt im Bezirk Mitte und nicht in Reinickendorf.

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