Im historischen LUX-Ensemble in Friedrichshain nimmt das House of Games Berlin konkrete Formen an. Nach Verzögerungen steht nun fest, wann die ersten Unternehmen einziehen sollen. Und auch die Liste der künftigen Mieter wird länger.

Im historischen LUX-Ensemble an der Rotherstraße in Friedrichshain entsteht das House of Games Berlin. Ab Dezember 2026 sollen dort die ersten Mieter einziehen. / © Foto: IMAGO
© Titelbild: Daniel Hinz / LUX
Das lange angekündigte House of Games in Berlin-Friedrichshain nähert sich seinem Start. Am Freitag zeigte die landeseigene WISTA Management GmbH den Stand des Umbaus und nannte weitere Unternehmen, die sich für den Standort entschieden haben. Damit wird erstmals genauer sichtbar, wie sich das lange geplante Zentrum für die Games-Branche tatsächlich zusammensetzen soll.
- Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
- Adresse: Rotherstraße 8–11, 10245 Berlin
- Projekt: House of Games Berlin
- Standort: LUX-Gebäudeensemble
- Projektstatus: Innenausbau und Vermietung laufen
- Fertigstellung: Dezember 2026 geplant
Die entscheidende Neuigkeit betrifft den Zeitplan. Der Bezug soll nach Angaben von WISTA-Geschäftsführer Roland Sillmann ab Dezember 2026 etagenweise erfolgen. Der Ausbau orientiere sich dabei auch an den gewünschten Einzugsterminen der Unternehmen. Drei Monate vor der geplanten Fertigstellung sind bereits mehr als ein Drittel der insgesamt 12.000 Quadratmeter vergeben.
House of Games: Ubisoft und Kolibri Games gehören zu den großen Mietern
Damit konkretisiert sich der Zeitplan nach mehreren Verschiebungen. Ursprünglich sollte das House of Games bereits früher seinen Betrieb aufnehmen. Ende 2025 ging die WISTA bereits von einer Inbetriebnahme erst in der zweiten Jahreshälfte 2026 aus. Nun steht mit Dezember erstmals ein konkreter Monat für den Beginn des Einzugs fest.
Zu den prominentesten Unternehmen zählt Ubisoft Berlin. Der Spieleentwickler hatte seinen Mietvertrag Ende August auf der Gamescom 2026 unterzeichnet und wird die vierte und fünfte Etage nutzen. Dort soll das Berliner Studio unter anderem weiter an „Rainbow Six Siege“, „Rayman Legends Retold“ und der Snowdrop-Engine arbeiten.
Auch USK und Stiftung Digitale Spielekultur ziehen ins LUX
Neu hinzu kommt Kolibri Games. Das Berliner Mobile-Games-Studio ist vor allem durch „Idle Miner Tycoon“ bekannt. Außerdem haben Realities.io, das Games-Soundstudio AudioCreatures, das Games Change Lab, die Chrizlie Medien GmbH und der Berater Christoph Brosius Mietverträge abgeschlossen. Damit reicht das Spektrum inzwischen von klassischer Spieleentwicklung über Virtual Reality und Audio bis zu digitalen Bildungsangeboten.
Weitere künftige Ankermieter sind der Verband der deutschen Games-Branche, die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) und die Stiftung Digitale Spielekultur. Das Konzept geht damit über ein klassisches Bürohaus hinaus. Geplant sind gemeinsam genutzte Bereiche sowie Community- und Veranstaltungsflächen, die Unternehmen, Verbände und weitere Akteure zusammenbringen sollen.
Vom Glühlampenwerk zum Games-Standort in Friedrichshain
Der Standort selbst bringt Industriegeschichte mit. Das denkmalgeschützte LUX-Ensemble in Friedrichshain-Kreuzberg besteht aus vier zwischen 1906 und 1914 errichteten Industriegebäuden. Die sogenannte Lampenstadt diente rund acht Jahrzehnte der Herstellung von Leuchtmitteln. Heute gehört das Areal rund um den früheren Narva-Standort zu einem stark gewandelten Gewerbequartier nahe der Warschauer Straße.
Für das House of Games stellt das Land Berlin 4,6 Millionen Euro bereit. Seit Anfang 2026 trägt die WISTA die Projektverantwortung. Der nächste entscheidende Schritt folgt nun im Dezember: Dann sollen die ersten Nutzer tatsächlich ihre Räume beziehen.
House of Games Berlin
Quellen: WISTA Management GmbH, Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, House of Games Berlin, GamesCapitalBerlin, rbb24
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Cool für Berlin das sich hier große deutsche Spieleschmieden niederlassen, ich frage mich nur warum das hier in einem bestimmten Gebäude passiert? Gibt doch viele Büroräume die in Berlin leer stehen, warum sollte sich eine Spieleschmiede genau hier ansiedeln?
Weil es Friedrichshain ist und nicht Neu Hohenschönhausen.
Also als Direktkandidat für Neu-Hohenschönhausen würde ich mich natürlich auch freuen, wenn Studios zu uns kommen. Als Game Design Student sehe ich viel Potential im House of Games nicht weil es in Friedrichshain liegt, sondern weil der Mix aus verschiedenen Teams, Organisation u.m. Wissenstransfer und organische Netzwerkmöglichkeiten bietet, was in der Gamesbranche von großer Bedeutung ist.