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Am Spreeufer in Berlin-Friedrichshain entsteht ein neues Hotelprojekt mit sozialem Anspruch. Die „Villa Viva Holzmarkt“ soll bis 2027 fertiggestellt werden, mit 155 Zimmern, laut Projektentwicklern in nachhaltiger Bauweise und einem Teil der Gewinne für Trinkwasserprojekte.
Visualsierung der "Villa Viva Holzmarkt" in Holzbauweise mit begrüntem Dach.

Der geplante Hotelneubau „Villa Viva“ entsteht auf dem Gelände des Holzmarkt 25 in Berlin-Friedrichshain. Das achtgeschossige Gebäude wirkt durch seine versetzt angeordneten Baukörper und die horizontale Gliederung der Holzfassade dynamisch und unkonventionell. Große Fensterflächen ermöglichen Einblicke in die Zimmer und betonen die Offenheit des Konzepts. / © Visualisierung: Bloomimages

© Visualisierungen: Bloomimages

 

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Am Spreeufer in Berlin-Friedrichshain wächst ein neues Hotel mit ungewöhnlichem Anspruch: Auf dem Gelände des Kultur- und Veranstaltungsorts Holzmarkt 25 entsteht derzeit die „Villa Viva Holzmarkt“. Das Haus soll bis 2027 fertiggestellt werden und umfasst acht Geschosse mit 155 Zimmern. Die Bauarbeiten begannen im Juni, derzeit entstehen die Fundamente auf dem Grundstück zwischen Spreeufer, Holzmarktstraße und dem Gelände der Berliner Wasserbetriebe.

Christoph Klenzendorf, Vorstand von Holzmarkt 25, stellte das Projekt gemeinsam mit Viva con Agua vor am Donnerstag auf dem Areal vor. Die gemeinnützige Organisation, die sich für weltweiten Zugang zu Trinkwasser einsetzt, ist Mitbetreiberin des Hauses. Rund 60 Prozent der Hotelgewinne sollen später direkt in deren Projekte fließen, wie die Berliner Morgenpost berichtet.

Flexible Nutzung und einfache Ausstattung: Das Raumkonzept der Villa Viva am Holzmarkt

Die Zimmerpreise sollen bei 40 bis 50 Euro beginnen. Geplant sind Schlafräume mit schlichten Kojen und gemeinschaftlich genutzten Bädern ebenso wie klassische Zimmer und eine Suite in der siebten Etage. Die sogenannte „Suite 25“ ist laut Klenzendorf so groß, dass sie auch für Veranstaltungen oder Produktpräsentationen genutzt werden kann. Der Preis werde individuell angepasst.

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Laut Projektverantwortlichen verfolgt das Baukonzept das Ziel, ressourcenschonend zu sein. Vorgesehen sind unter anderem Holzfassaden, Fenster aus Holz sowie der Einsatz energieeffizienter Materialien. Betreiberin wird nicht eine große Hotelkette, sondern die Villa Viva Holding GmbH, die bereits ein ähnliches Projekt in Hamburg betreibt.

Viva con Agua und Schweizer Stiftung sichern Finanzierung des Projekts in Friedrichshain

Lange stand das Projekt auf der Kippe. Bereits 2016 war eine erste Umsetzung geplant, inklusive genehmigter Baugenehmigung und Finanzierung. Doch infolge der Corona-Pandemie und des Ukrainekriegs stiegen die Baukosten erheblich, was laut Berliner Morgenpost zur Absage des ursprünglichen Betreibers und zum Rückzug der Bank führte.

Erst durch die Unterstützung von Viva con Agua und der Schweizer Eckenstein-Geigy-Stiftung konnte die Finanzierung gesichert werden. Letztere übernimmt laut Holzmarkt-Vorstand etwa die Hälfte der erforderlichen Mittel in zweistelliger Millionenhöhe.

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Ein Ort für Begegnung: Hotel „Villa Viva“ als Teil des gemeinschaftlichen Holzmarkt-Konzepts

Die „Villa Viva“ versteht sich als integraler Bestandteil des Holzmarkt-Areals. Der Entwurf stammt vom Berliner Büro Pätzold Architekten, das bereits 2016 einen Architekturwettbewerb gewann. Die Planerinnen und Planer setzen auf einen unkonventionellen, gemeinschaftsorientierten Ansatz. Das Hotel soll nicht nur Gäste beherbergen, sondern auch ein Ort für Begegnung, Veranstaltungen und Kreativität werden.

Die Symbolik der Weintraube – mit ihren vielen Beeren an verzweigten Rispen – diente dem Entwurf als gestalterisches Leitbild. Die einzelnen Hotelzimmer werden als Beeren verstanden, die über ein gemeinsames System verbunden sind. So entsteht ein Hotelkonzept, das gleichermaßen auf Individualität und Gemeinschaft setzt.

Visualisierung der Hotellobby.

© Visualisierung: Bloomimages

Quellen: Pätzold Architekten, Berliner Morgenpost

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3 Kommentare

  1. Arne 18. Juli 2025 at 15:44 - Reply

    Existiert eigentlich ein Grund, warum praktisch sämtliche Bauten am Holzmarkt straßenseitig im Erdgeschoss nur Fenster als Schießscharte haben?

    Die Gebäude wirken so von der Straße aus abweisend gegenüber der Öffentlichkeit, fast asozial.

  2. M.Hillen 20. Juli 2025 at 17:06 - Reply

    Ja, natürlich gibt es einen Grund…Abgrenzungsbedürfnis zur normalen Stadt drumherum … also ja: Asozialität… Das ist der Grund. Ganz richtig erkannt.

  3. Moritz 22. Juli 2025 at 10:58 - Reply

    Ich finde ihre Antwort polemisch und wenig differenziert. Zum Einen befindet sich im Gebäude neben dem Bahnviadukt das Säälchen, ein Veranstaltungsraum, im Erdgeschoss. Der braucht keine Fenster. Zum Anderen befinden sich in den weiteren Gebäuden Bäckereien, Weinläden etc im Erdgeschoss. Wenn dort das Raumkonzept mit Öffnung hin zum Wasser hin mehr Sinn ergibt, dann muss man das wohl akzeptieren. Auf mich persönlich wirken die Gebäude dank der Bemalung und den Lücken mit Zugang zum HM deutlich einladender als diese gar schon menschenfeindliche, eintönige Blockbebauung gegenüber des Ostbahnhofes.

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