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Für die ehemalige Zwei-Sterne Hotel-Pension Victoria im Lichtenberger Kaskelkiez ist eine neue Nutzung vorgesehen. Nach der Einstellung des Pensionsbetriebs soll das Gebäude künftig als soziale Einrichtung zur Unterbringung von Bedürftigen, Wohnungslosen und Geflüchteten dienen. Eine Schriftliche Anfrage im Abgeordnetenhaus liefert nun Details zu Genehmigungen, Planungsrecht und Zeitplan.

© Foto Titelbild: Wikimedia Commons, Johan Jönsson (Julle), CC BY-SA 4.0  

 

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Das Hotel-Pension Victoria in der Kaskelstraße 50 wird nicht mehr als klassische Pension betrieben. Wann der Betrieb eingestellt wurde und aus welchen Gründen, ist den zuständigen Stellen allerdings nicht bekannt. Weder Bauaufsicht noch Wohnungsaufsicht des Bezirks Lichtenberg verfügen dazu über belastbare Informationen.

Fest steht jedoch, dass das Gebäude künftig eine andere Rolle im Quartier einnehmen soll. Die bisherige Nutzung als einfache Pension unter der Eigentümerin Tatjana Korcistij-Gerlitz, die auch Geschäftsführerin der La Festa GmbH ist, wird aufgegeben. Stattdessen ist eine soziale Nachnutzung vorgesehen, die auf aktuelle Bedarfe in der Stadt reagiert.

Seit Dezember 2025 wird die Hotel-Pension Victoria für eine soziale Nutzung umgebaut

Im Mai 2025 wurde ein Antrag auf Nutzungsänderung gestellt. Ziel ist die Umwandlung der früheren Pension in einen Beherbergungsbetrieb mit sozialer Zweckbestimmung. Vorgesehen ist die Unterbringung von Bedürftigen, Wohnungslosen und Geflüchteten. Der Bezirk Lichtenberg genehmigte diesen Antrag im Dezember 2025.

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Mit der Genehmigung begann auch der bauliche Umbau. Der Baubeginn erfolgte ebenfalls im Dezember 2025. Damit ist die neue Nutzung nicht nur planerisch, sondern auch praktisch auf den Weg gebracht. Gespräche über alternative Nutzungen zwischen Senat, Bezirk und Eigentümer fanden laut Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, darüber hinaus nicht statt.

Hotel Victoria im Kaskelkiez ist für das Land Berlin jedoch keine strategische Unterkunft für Geflüchtete

Der Senat betont, dass es sich nicht um einen strategisch ausgewählten Standort für die Unterbringung von Geflüchteten handelt. Eigene Überlegungen des Landes Berlin, das Gebäude gezielt als Unterkunft für Geflüchtete zu nutzen, habe es nicht gegeben. Auch derzeit existieren im Kaskelkiez oder in der Victoriastadt keine weiteren Unterbringungsplätze für Geflüchtete.

Die Umnutzung ist damit vor allem als einzelnes Projekt zu verstehen. Sie erfolgt im Rahmen des geltenden Planungsrechts und auf Initiative des Antragstellers, nicht als Teil eines übergeordneten Landesprogramms. Zulässig sind dort unter anderem Wohngebäude, soziale Einrichtungen, Läden zur Gebietsversorgung sowie Anlagen für gesundheitliche oder kirchliche Zwecke.

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Nachnutzung statt Leerstand: So soll das Hotel Victoria künftig in den Kiez eingebunden werden

Maßnahmen zur Förderung einer Zwischennutzung oder zur Vermeidung von Leerstand wurden bislang nicht ergriffen. Mit dem genehmigten Umbau ist ein längerfristiger Leerstand jedoch vorerst ausgeschlossen.

Mit der genehmigten Umnutzung erhält das Gebäude in der Kaskelstraße 50 damit eine neue, klar definierte Funktion im Quartier. Das frühere Hotel verschwindet aus dem Stadtbild, an seine Stelle tritt eine soziale Nutzung, die auf bestehende Bedarfe reagiert. Wie sich die neue Einrichtung langfristig in den Kaskelkiez einfügen wird, dürfte sich erst nach Abschluss der Umbauarbeiten zeigen.

 

Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin, Berlin.de

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