Zwischen Jannowitzbrücke und Ostbahnhof verändert sich die Stadt auf wenigen Kilometern an vielen Stellen zugleich. Neubauten sind fertig, große Baustellen laufen und andere Projekte warten noch auf ihren Start. Neun Vorhaben zeigen, was rund um die Holzmarktstraße gerade passiert.

JAHO
Das Büro- und Geschäftsprojekt JAHO an der Jannowitzbrücke befindet sich seit mehreren Jahren im Baustopp.
Central Tower
An der Jannowitzbrücke ist ein 105 Meter hohes Hochhaus mit 27 Geschossen und gemischten Nutzungen geplant.
Trias
Die BVG will ihre heutige Zentrale im Trias langfristig aufgeben. Eine konkrete Nachnutzung ist bislang nicht bekannt.
Holzmarkt 66
Auf dem früheren Kaufhallen-Areal ist ein Wohn-, Büro- und Geschäftshaus mit auffälliger gelber Fassade entstanden.
WIEWEIL
WIEWEIL soll Wohnungen, Büros, Sport, Gastronomie, Konferenzflächen und öffentlich zugängliche Freiräume verbinden.
Villa Viva Holzmarkt
Auf dem Holzmarkt-Areal entsteht ein achtgeschossiges Hotel mit 155 Zimmern und sozialem Nutzungskonzept.
Holzmarkt 51
Holzmarkt 51 verbindet eine neue öffentliche Schwimmhalle mit Studierendenwohnen, Büros, Einzelhandel und Freiflächen.
OFB-Quartier Holzmarktstraße
Auf dem früheren Tankstellenareal plant OFB ein gemischt genutztes Quartier mit Wohnen, Arbeiten, Einzelhandel und sozialen Angeboten.
LXK Campus
Am Ostbahnhof entsteht der LXK Campus mit Büroflächen, 150 Apartments, Gastronomie, Einzelhandel und begrünten Freiflächen.

 

© Titelbild / Visualisierung: Eller + Eller

ANZEIGE

 

Wer die Holzmarktstraße von der Jannowitzbrücke in Richtung Ostbahnhof entlanggeht, trifft derzeit auf sehr unterschiedliche Stadien der Berliner Stadtentwicklung. An manchen Stellen drehen sich Kräne, an anderen ist die Planung weit vorangekommen. Dazwischen stehen bereits fertige Neubauten – und eine Baustelle, auf der seit Jahren kaum etwas passiert.

Dabei geht es längst nicht nur um neue Büroflächen. Wohnungen, ein öffentliches Schwimmbad, ein Hotel, Gastronomie, Einzelhandel und neue Freiräume gehören ebenfalls zu den Planungen. Auch ein bestehender Gebäudekomplex rückt neu in den Blick, weil sein größter Nutzer in einigen Jahren ausziehen will.

ANZEIGE

JAHO: An der Jannowitzbrücke herrscht weiter Stillstand

Die Visualisierung zeigt, wie das "JAHO" einmal aussehen sollte.

Die Visualisierung zeigt, wie das „JAHO“ einmal aussehen sollte. / © Visualisierung: David Chipperfield Architects

Direkt an der Jannowitzbrücke beginnt der Rundgang mit einem Projekt, bei dem derzeit vor allem der Stillstand auffällt. Auf dem Grundstück Holzmarktstraße 3–5 soll das JAHO entstehen. Das Ensemble umfasst mehrere Bausteine, darunter den geplanten Jannowitz-Turm. Moderne Arbeitsflächen, Gastronomie, ein neuer Stadtplatz und kleinere Grünflächen sollten das bislang wenig einladende Umfeld des Bahnhofs neu ordnen.

Doch davon ist auf dem Grundstück bislang wenig zu sehen. ENTWICKLUNGSSTADT hat Anfang September 2026 erneut die seit rund drei Jahren ruhende JAHO-Baustelle besucht. Bislang ist im Wesentlichen die Baugrube vorhanden. Eine konkrete Perspektive für die Fortsetzung gibt es derzeit nicht. Damit unterscheidet sich das Projekt deutlich von mehreren anderen Baustellen entlang der Holzmarktstraße, die 2026 sichtbar vorangekommen sind.

ANZEIGE

Central Tower: 105 Meter hoher Neubau soll die Jannowitzbrücke verändern

Die Visualisierung zeigt den Außenbereich des Central Towers in Berlin-Mitte.

Visualisierung des geplanten Hochhaus-Projektes Central Tower an der Jannowitzbrücke in Berlin-Mitte. Die Entwurfsphase für das Projekt hat offiziell begonnen. / © Visualisierung: Dorte Mandrup architects

Nur wenige Schritte entfernt liegt ein weiteres großes Hochhausprojekt. Der Central Tower soll auf einem bislang unbebauten Grundstück an der Jannowitzbrücke entstehen. Vorgesehen sind 27 Geschosse und eine Höhe von 105 Metern. Damit würde das Gebäude die Silhouette rund um die Jannowitzbrücke deutlich verändern. Neben Büroflächen sollen unter anderem Gastronomie, Einzelhandel und öffentlich zugängliche Bereiche entstehen.

Im April 2026 begann die Entwurfsphase. Das Büro Dorte Mandrup koordiniert die gestalterischen Themen, während weitere Fachplaner an der technischen Ausarbeitung beteiligt sind. Projektentwickler HB Reavis erklärte im Interview mit ENTWICKLUNGSSTADT zum Central Tower, dass bis Ende 2026 ein architektonisches und technisches Konzept vorliegen soll. Einen verbindlichen Termin für den Baustart gibt es bislang nicht.

ANZEIGE

Trias: Was passiert nach dem geplanten Auszug der BVG?

Das Trias-Gebäude an der Jannowitzbrücke, ein bisheriger Standort der BVG in Berlin.

Das Trias-Gebäude an der Jannowitzbrücke gehört zu den bisherigen BVG-Standorten. Rund 1.200 Mitarbeitende arbeiten derzeit in dem Gebäude. / © Foto: depositphotos.com

Direkt an der Spree steht mit dem Trias bereits seit den 1990er-Jahren ein markanter Gebäudekomplex. Die drei Türme an der Holzmarktstraße 15–17 gehören seit Jahrzehnten zum Bild an der Jannowitzbrücke. Seit 2008 nutzt die BVG den Komplex als Unternehmenszentrale.

Nun stellt sich erstmals seit Langem die Frage nach der weiteren Zukunft des Gebäudes. Die BVG will mehrere bislang verteilte Arbeitsbereiche auf dem neu entstehenden RE(O Campus am Ostkreuz bündeln. Rund 2.000 Beschäftigte sollen dort künftig arbeiten. Im Trias sind derzeit rund 1.200 BVG-Beschäftigte tätig.

Fest steht damit, dass die BVG das Trias langfristig verlassen will. Offen ist dagegen, was anschließend mit den Flächen passiert. Eine konkrete Nachnutzung wurde bislang nicht vorgestellt.

Holzmarkt 66: Der gelbe Neubau ist inzwischen fertig

Gelbe Kachel-Fassade des Neubaus an der Holzmarktstraße 66 in Berlin-Mitte mit klaren Linien und Fensterbändern.

Die Architektur des Neubaus an der Holzmarktstraße 66 in Berlin-Mitte orientiert sich an der Ostmoderne der Umgebung. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Nur wenige hundert Meter entfernt zeigt sich bereits, wie Neubauten die Holzmarktstraße verändern. An der Holzmarktstraße 66 stand früher eine flache Kaufhalle aus DDR-Zeiten. Heute befindet sich dort ein Wohn- und Geschäftshaus, das vor allem durch seine gelbe Fassade auffällt.

Das Gebäude verbindet Wohnungen mit Büros, Gastronomie und weiteren Gewerbeflächen. Insgesamt entstanden 50 Mietwohnungen. Im Erdgeschoss liegen rund 1.000 Quadratmeter für Gastronomie und Dienstleistungen. Eine Besonderheit befindet sich unter dem Neubau: Beim Bau musste eine bestehende Fernwärmetrasse berücksichtigt und in das Projekt integriert werden.

WIEWEIL: Nach jahrelanger Planung liegt die Baugenehmigung vor

Das Bild zeigt das Projekt „WIEWEIL“ an der Holzmarktstraße in Friedrichshain mit mehreren Backsteingebäuden und drei Hochpunkten.

Drei Hochhäuser und ein robuster Sockel prägen die geplante Silhouette des „WIEWEIL“ am Holzmarkt. / © Visualisierung: KIM / WBM

Auf der südlichen Straßenseite folgt eines der größten geplanten Projekte im Gebiet. An der Holzmarktstraße 19–24 soll das WIEWEIL entstehen. Hinter dem Namen steckt ein gemischt genutztes Ensemble, das Wohnen, Arbeiten und öffentliche Angebote auf einem Grundstück zusammenführen soll.

Die Planung von GRAFT und Kleihues + Kleihues sieht drei Hochpunkte auf einem gemeinsamen Sockel vor. Insgesamt umfasst das Vorhaben rund 37.000 Quadratmeter Bruttogrundfläche. 2026 kam das lange vorbereitete Vorhaben einen entscheidenden Schritt weiter: Im Juli wurde die Baugenehmigung für das WIEWEIL erteilt. Nun folgt die weitere Ausarbeitung für die Umsetzung. Ein belastbarer Fertigstellungstermin liegt derzeit nicht vor.

Villa Viva Holzmarkt: 155 Hotelzimmer entstehen direkt an der Spree

Das Bild zeigt den Hotel-Neubau Villa Viva am Holzmarkt in Berlin, der als modernes Hotelprojekt direkt an der Spree entsteht.

Die „Villa Viva Holzmarkt“ in Berlin ist ein innovativer Hotel-Neubau am Spreeufer mit sozialem Konzept und öffentlicher Nutzung. / © Foto: Pätzold Architekten

Während bei WIEWEIL die eigentlichen Bauarbeiten noch ausstehen, wächst auf dem benachbarten Holzmarkt-Areal bereits ein neues Gebäude. Die Villa Viva Holzmarkt entsteht auf dem Gelände des Holzmarkt 25 unmittelbar an der Spree.

Der achtgeschossige Neubau soll insgesamt 155 Zimmer erhalten. Hinzu kommen gastronomische Bereiche. Das Projekt verbindet den Hotelbetrieb mit einem sozialen Ansatz: Villa Viva arbeitet mit der gemeinnützigen Organisation Viva con Agua zusammen, die sich für den Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitärversorgung einsetzt. Das Gebäude soll nach aktuellem Stand 2027 fertiggestellt werden.

Holzmarkt 51: Neue Schwimmhalle trifft auf 375 Apartments

Luftaufnahme, Blick auf den Abriss der Schwimmhalle an der Holzmarktstraße 51 in Berlin-Friedrichshain.

An der Holzmarktstraße 51 in Friedrichshain-Kreuzberg hat der Rückbau der ehemaligen Schwimmhalle begonnen. / © Foto: Berlinovo

Wenige Meter weiter hat 2026 eines der größten Projekte entlang der Straße sichtbar begonnen. An der Holzmarktstraße 51 entsteht ein gemischt genutztes Quartier, das eine neue öffentliche Schwimmhalle mit Wohnen, Büros und Einzelhandel kombiniert. Die frühere Schwimmhalle an diesem Standort war bereits 2018 für den Badebetrieb geschlossen worden.

Im Mittelpunkt des Neubaus steht wieder das Schwimmen. Geplant sind zwei 25-Meter-Becken mit jeweils fünf Bahnen sowie weitere Wasserflächen. Ergänzt wird das Bad durch rund 375 Apartments für Studierende, etwa 4.600 Quadratmeter Bürofläche und rund 1.500 Quadratmeter Einzelhandel. Auch Dach- und Freiflächen gehören zum Konzept.

Im Juli begann dann der Rückbau der alten Halle. Damit startete die erste sichtbare Phase des Neubauprojekts. Die Fertigstellung ist nach aktuellem Projektstand für Anfang 2030 vorgesehen.

Holzmarktstraße 36–42: Aus dem Tankstellenareal soll ein neues Quartier werden

An der Holzmarktstraße 36–42 in Berlin ist auf dem ehemaligen Tankstellenareal die Entwicklung eines nachhaltigen, gemischt genutzten Quartiers mit Wohnen, Arbeiten, Gewerbe und sozialen Nutzungen geplant.

An der Holzmarktstraße 36–42 in Berlin ist auf dem ehemaligen Tankstellenareal die Entwicklung eines nachhaltigen, gemischt genutzten Quartiers mit Wohnen, Arbeiten, Gewerbe und sozialen Nutzungen geplant. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

In Richtung Ostbahnhof folgt die nächste große Entwicklungsfläche. Auf dem rund 7.100 Quadratmeter großen Grundstück Holzmarktstraße 36–42 befand sich viele Jahre eine Tankstelle. Sie wurde inzwischen zurückgebaut, zudem ist die Bodensanierung nach Angaben des Projektentwicklers abgeschlossen.

Ende 2025 erwarb die OFB Projektentwicklung das Areal von der HERECON-Unternehmensgruppe. Geplant ist ein gemischt genutztes Quartier mit rund 35.000 Quadratmetern oberirdischer Bruttogrundfläche. Wohnen, Arbeiten, Einzelhandel und soziale Angebote sollen hier zusammenkommen. Ein positiver Bauvorbescheid liegt vor.

LXK Campus: Am Ostbahnhof nähert sich ein Großprojekt der Fertigstellung

Der LXK Campus am Berliner Ostbahnhof befindet sich im Bau. Die Glasfassaden der neuen Büro- und Wohngebäude sind bereits weitgehend montiert, während im oberen Bereich noch Bauarbeiten laufen.

Der LXK Campus nahe der Holzmarktstraße nimmt zunehmend Gestalt an. Am Ostbahnhof entsteht ein gemischt genutztes Quartier mit Büroflächen, Wohnungen, Gastronomie, Einzelhandel und begrünten Freiräumen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Am östlichen Ende des betrachteten Gebiets befindet sich mit dem LXK Campus eine der größten laufenden Baustellen. Das Quartier entsteht unmittelbar am Ostbahnhof und kombiniert vor allem Büroflächen mit Wohnen, Gastronomie, Einzelhandel und weiteren Angeboten.

Die offizielle Projektseite nennt 54.700 Quadratmeter Mietfläche für Büro sowie Gastronomie und Einzelhandel im Erdgeschoss. Hinzu kommen 9.600 Quadratmeter Wohnfläche mit insgesamt 150 Apartments. Rund 6.000 Quadratmeter begrünte Flächen sollen in den Innenhöfen und auf den Terrassen entstehen. Außerdem gehören unter anderem ein Fitnessangebot und ein Mobilitätshub zum Konzept.

Nach aktuellem Stand soll der Campus im vierten Quartal 2026 fertiggestellt werden. Damit steht am Ostbahnhof eines jener Projekte kurz vor dem Abschluss, die den Wandel rund um die Holzmarktstraße bereits konkret sichtbar machen.

Holzmarktstraße: Neun Projekte mit völlig unterschiedlichem Stand

Die neun Standorte zeigen, wie unterschiedlich schnell sich ein zusammenhängender Stadtraum entwickeln kann. Holzmarkt 66 ist bereits fertig. Beim LXK Campus läuft die Schlussphase. Villa Viva und Holzmarkt 51 befinden sich im Bau, während WIEWEIL mit der erteilten Baugenehmigung einen wichtigen Schritt genommen hat.

Daneben bleiben große offene Fragen. Beim JAHO ist weiterhin nicht geklärt, wann die Arbeiten fortgesetzt werden. Beim Central Tower läuft zunächst die Planung. Und beim Trias beginnt die eigentliche Diskussion über die Zukunft womöglich erst dann, wenn der Auszug der BVG näher rückt. Zwischen Jannowitzbrücke und Ostbahnhof dürfte die Holzmarktstraße deshalb auch in den kommenden Jahren eine der sichtbarsten Entwicklungsachsen im Berliner Zentrum bleiben.

 

Quellen: Bezirksamt Mitte von Berlin, Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, BVG, berlinovo, Berliner Bäder-Betriebe, OFB Projektentwicklung, HB Reavis, Holzmarkt 25, Villa Viva, GRAFT, Kleihues + Kleihues, LXK Berlin, Tishman Speyer

Jetzt PLUS-Kunde werden

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.

Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.