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Rund um die Holzmarktstraße entstehen drei ambitionierte Bauprojekte. Doch Baustart und Fertigstellung verzögern sich. Beim Bildungsquartier „WIEWEIL“ liegt aktuell ein Bauantrag vor, dadurch scheint ein Abschluss bis 2026 unrealistisch. Auch bei der neuen Schwimmhalle und dem Hochhausprojekt „JAHO“ stockt die Entwicklung.
Visualisierung der künftigen Schwimmhalle am Holzmarkt.

Eine neue, hochmoderne Schwimmhalle soll in Friedrichshain an der Holzmarktstraße ab Anfang 2026 errichtet werden, ein Projekt mit langem Vorlauf. / © Visualisierung: Eller + Eller Architekten

© Visualisierungen: Eller + Eller Architekten, Kilian Immobiliengruppe, David Chipperfield Architects, Art-Invest Real Estate

 

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Rund um die Holzmarktstraße sollen in den kommenden Jahren neue urbane Räume für Bildung, Wohnen und Freizeit entstehen. Mit dem Projekt „WIEWEIL“, dem Hochhauskomplex „JAHO“ und dem Neubau der Schwimmhalle „Holzmarkt 51“ setzen Senat, landeseigene Unternehmen und private Entwickler auf Mischnutzungen und moderne Architektur. Doch bislang gibt es vor allem eines: Verzögerungen.

Während das Projekt „WIEWEIL“ bereits einen Bauantrag vorweisen kann, verzögert sich der tatsächliche Baustart. Auch beim „JAHO“-Projekt ist die planerische Grundlage geschaffen, doch auf dem Gelände herrscht Stillstand. Und die Schwimmhalle, deren Neubau 2026 beginnen soll, wurde bereits 2018 geschlossen, ein Ende des jahrelangen Wartens ist frühestens 2029 in Sicht.

Wohnen, Lernen, Arbeiten: WIEWEIL soll Bildungsort und urbanes Quartier zugleich werden

Geplant sind mehrere Stadtgärten, Terrassen und ein Wissensmarkt, die den Austausch fördern sollen. Hochterrassen erweitern das Konzept. Ziel ist es, im „WIEWEIL“ Akteurinnen und Akteure aus Bildung, Forschung und Kreativwirtschaft zusammenzubringen. / © Visualisierung: Kilian Immobiliengruppe

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Das Wissensquartier „WIEWEIL“ entsteht auf einem lange umstrittenen Grundstück unweit des Holzmarkts. Anstelle des ehemaligen „Eckwerks“ realisieren die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) und die Kilian Immobiliengruppe ein Projekt, das Wohnen, Arbeiten und Lernen miteinander verzahnt. Rund 250 bezahlbare Wohnplätze für Studierende und Auszubildende sollen hier ebenso entstehen wie Räume für Workshops, Gastronomie, Veranstaltungen und Co-Working.

Geplant ist ein städtebauliches Ensemble aus drei Solitärbauten auf einem gemeinschaftlich genutzten Sockelbau. Das Nutzungskonzept betont die Verbindung von Bildungsarbeit und urbanem Alltag. Die Vision einer „wachsenden Wissenslandschaft“ soll sich in Stadtgärten, einem „Wissensmarkt“ und flexibel nutzbaren Flächen widerspiegeln. Auf ENTWICKLUNGSSTADT-Anfrage teilt die Kilian Immobiliengruppe mit, dass der Bauantrag gestellt wurde und aktuell auf die Baugenehmigung gewartet wird. Mit einer Entscheidung wird in den kommenden Monaten gerechnet. Dadurch verschiebt sich der Zeitplan, eine Fertigstellung bis 2026 ist nicht mehr realistisch.

Hochhaus an der Jannowitzbrücke: Bebauungsplan für „JAHO“-Projekt beschlossen, doch Umsetzung stockt

An der Jannowitzbrücke soll im Rahmen des Projekts „JAHO“ ein 75 Meter hohes Hochhaus mit rund 20.000 Quadratmetern Nutzfläche entstehen, entworfen von David Chipperfield Architects. Doch bislang wurde lediglich die Baugrube ausgehoben, die sich immer wieder mit Regenwasser füllt. / © Visualisierung: David Chipperfield Architects, Art-Invest Real Estate

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Auch das von David Chipperfield Architects entworfene Hochhaus „Jannowitz-Turm“, Teil des Projekts „JAHO“, kommt nicht voran. Zwar hat die Bezirksverordnetenversammlung Berlin-Mitte inzwischen den Bebauungsplan beschlossen, doch bisher wurde nur die Baugrube ausgehoben. Diese füllt sich regelmäßig mit Regenwasser, vom Turm fehlt jede Spur. 

Ein Gutachten warnt vor möglichen Risiken für den Tunnel der U-Bahnlinie U8 beim Bau der Tiefgeschosse. Die Projektentwickler betonen, dies sei nicht Ursache der Verzögerung. Vielmehr fehle bislang ein Hochbauunternehmen für die Umsetzung. Das ambitionierte Vorhaben mit Flächen für Gewerbe, Gastronomie und Einzelhandel bleibt damit vorerst Theorie.

Ersatz für geschlossene Schwimmhalle: Baustart für Holzmarkt 51 erst 2026 geplant

Statt eines 25 Meter-Beckens, wie es in der alten Halle zur Verfügung stand, soll es in der neuen Halle zwei Becken geben. Durch eine räumliche Trennung sollte diese schnell für unterschiedliche Nutzergruppen nutzbar gemacht werden. / © Visualisierung: Eller + Eller Architekten

Bereits seit 2018 ist die alte Schwimmhalle an der Holzmarktstraße geschlossen. Die Berliner Bäderbetriebe und das landeseigene Unternehmen Berlinovo planen einen Ersatzbau, der nicht nur eine neue Schwimmhalle, sondern auch Studentenwohnungen, Büros und Gewerbeflächen umfassen soll. Das Areal musste zuvor im Bebauungsplan umgewidmet werden, was das Projekt jahrelang verzögerte.

Die neue Halle soll doppelt so groß wie die alte werden und getrennte Becken für unterschiedliche Nutzergruppen bieten. Darüber entstehen 380 Apartments für Studierende. Der Baubeginn ist für Anfang 2026 vorgesehen, die Inbetriebnahme für 2029. Damit würde die Halle elf Jahre nach ihrer Schließung wiedereröffnet, vier Jahre später als ursprünglich geplant.

Zwischen Anspruch und Realität: Verzögerungen bei drei Schlüsselprojekten am Holzmarkt

Die drei Vorhaben rund um die Holzmarktstraße stehen exemplarisch für Berlins ambitionierte Stadtentwicklung: Mischnutzungen, sozialer Wohnraum und Bildungsangebote sollen entstehen. Doch zwischen Plan und Umsetzung liegen oft Jahre. Genehmigungsprozesse, technische Herausforderungen und fehlende Baupartner sorgen für Stillstand.

Ob „WIEWEIL“, „JAHO“ oder die neue Schwimmhalle – bislang ist auf den Flächen wenig passiert. Die Stadtgesellschaft erwartet moderne Infrastruktur und mehr Angebote für Bildung und Freizeit.

Quellen: WIEWEIL, Kilian Immobiliengruppe, Art-Invest Real Estate Management GmbH & Co. KG, CESA Group, BVV Berlin-Mitte, David Chipperfield Architects, Kuehn Malvezzi, Senatsverwaltung für Inneres und Sport, Berliner Bäderbetriebe, Berlinovo

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4 Kommentare

  1. Böhme 8. Juli 2025 at 18:57 - Reply

    Der Jannowitzturm ist die nächste architektonische Fehlleistung in dieser durch Architekten geschundenen Stadt. Nur, weil man die Schuhkartons mit Schießscharten als Fenstern aufeinanderstapelt und dabei eine wenig versetzt, ist das keine gute Architektur. Man beauftragt den welteweiten „Hochadel“ der Architektenschaft – und heraus kommt sowas!?!

    • Basti 9. Juli 2025 at 07:46 - Reply

      Sehe ich anders!
      Über Entwurfsdetails lässt sich sicherlich streiten, alles andere ist persönlicher, höchst individueller Geschmack, mit mehr oder auch weniger Kenntnis des Entwurfs, der Bezüge oder Anforderungen des Bauherren.
      Sein persönliches Missfallen kann man natürlich immer ausdrücken, die Frage ist nur, warum die Welt von der eigenen, persönlichen Meinung wissen muss? ..denn wenn es grade auf dieserWelt zuviel gibt, dann sind es Meinungen von allen, zu allem!
      Aber auch das ist nur meine persönliche Meinung.

      • Böhme 14. Juli 2025 at 15:23 - Reply

        Geht irgendwie völlig am Thema vorbei: Sie kritisieren, dass hier Meinungen zur städtischen Entwicklung und Architektur verbreitet werden. Aber genau dafür wird diese Webseite betrieben! Und mit der Architekturkritik setzen Sie sich schon mal überhaupt nicht auseinander. Beschreiben Sie doch mal, was denn diese Architektur so besonders macht, statt einfach nur mitzuteilen, dass Sie etwas anders sehen (was dann ja Ihre persönliche Meinung ist)! Die Architektur des Jannowitz-Turms ist trostlos, weil eben nichts anderes, als schon tausendmal entworfen und reproduziert, eben Schuhkartons mit länglichen Fensterschießscharten. Dem Architekten scheint das ebenfalls aufgefallen zu sein, weshalb man die auf den ersten Schuhkarton-Sockel aufgesetzten Schuhkartons versetzt hat.

        Natürlich ist das meine subjektive Meinung – nur an der steten Wiederholung ein und derselben Architekturstilelemente in Berlin ändert das leider nichts. Die Auffassung wird im Übrigen in weiten Teilen der Fachkreise inzwischen geteilt! Berlin hatte aufgrund seiner vielen „Wunden“ zum guten Teil aus dem Zweiten Weltkrieg so viele architektonische und stadtplanerische Chancen – und hat sie weitestgehend vertan!

  2. Freddie 9. Juli 2025 at 17:25 - Reply

    PLTFRM.Berlin ist ein weiteres Projekt rund um den Ostbahnhof, das derzeit nicht voranzukommen scheint.

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