Das geplante Hochhaus an der Jannowitzbrücke nimmt den nächsten wichtigen Planungsschritt. Für den 27-geschossigen Neubau in Berlin-Mitte wurden nun die Leistungen für Gebäudetechnik und Nachhaltigkeit vergeben.

So sollen die unteren Etagen des Hochhaus-Projektes Central Towers nahe der Jannowitzbrücke einmal aussehen. / © Visualisierung: Dorte Mandrup architects
© Visualisierungen: Dorte Mandrup architects
Auf einem bislang ungenutzten Grundstück an der Jannowitzbrücke in Berlin-Mitte soll in den kommenden Jahren ein neuer Hochhausturm entstehen. Der Projektentwickler HB Reavis hat im April die nächste Phase des Vorhabens eingeleitet. Nun wurde mit dem Start der Entwurfsplanung die Sweco GmbH mit Leistungen für die Technische Gebäudeausrüstung (TGA) sowie für Nachhaltigkeitskonzepte beauftragt.
- Projekt: Hochhaus „Central Tower Berlin“
- Standort: Brache zwischen Stralauer Straße, Alexanderstraße und Schicklerstraße an der Jannowitzbrücke
- Bezirk: Berlin-Mitte
- Projektentwickler: HB Reavis
- Höhe: rund 105 Meter, etwa 27 Geschosse
- Projektstand/Bauzeitraum: aktuell in der Entwurfsphase; konkreter Baustart noch offen
Geplant ist ein rund 27-geschossiger Neubau mit verschiedenen Nutzungen. Vorgesehen sind Büroflächen, Gastronomie, Einzelhandel, Kurzzeitwohnen sowie medizinische Nahversorgung. Das Hochhaus soll nach Angaben der Beteiligten dazu beitragen, das Umfeld rund um die Jannowitzbrücke städtebaulich neu zu ordnen und stärker mit dem öffentlichen Raum zu verknüpfen.
Hochhaus an der Jannowitzbrücke: Sweco übernimmt Technische Gebäudeausrüstung
Der Standort direkt an den Gleisen der Berliner Stadtbahn stellt besondere Anforderungen an die Planung. Gleichzeitig sehen die Projektbeteiligten darin die Chance, ein Gebäude zu entwickeln, das sich in die Umgebung einfügt und neue Aufenthaltsqualitäten schafft. Geplant sind unter anderem öffentlich zugängliche Terrassenflächen sowie ergänzende Mobilitätsangebote.

Öffentlich zugängliche, begrünte Terrassen sollen künftig den Blick auf die Umgebung ermöglichen. / © Visualisierung: Dorte Mandrup architects
Die Sweco GmbH übernimmt im Projekt die Planung aller TGA-Anlagengruppen mit Ausnahme der Fördertechnik. Darüber hinaus verantwortet das Unternehmen Nachhaltigkeitsleistungen wie Ökobilanzierungen, thermische Bauphysik, Klimaanpassungsplanung sowie Zertifizierungen nach LEED- und WELL-Standards.
Im Mittelpunkt der Planung sollen ein möglichst energieeffizienter Betrieb und der Einsatz erneuerbarer Energien stehen. Gleichzeitig sollen die Flächen innerhalb des Gebäudes flexibel nutzbar bleiben, sodass unterschiedliche Nutzungskonzepte langfristig angepasst werden können. Vorgesehen sind zudem begrünte Dach- und Fassadenflächen sowie ein Regenwassermanagement zur Verbesserung des Mikroklimas.

Im Sockel ist eine lebendige Mischung aus Gastronomie, Café, Einzelhandel, Wohnraum, medizinischen und sozialen Angeboten sowie öffentlich nutzbaren Terrassen vorgesehen. / © Visualisierung: Dorte Mandrup architects
„Central Tower Berlin“: Internationales Planungsteam arbeitet am Entwurf
HB Reavis entwickelt das Hochhaus gemeinsam mit einem internationalen Planungsteam aus Architektur, Tragwerksplanung, Brandschutz, Landschaftsarchitektur und TGA. Bislang trägt das Projekt den Arbeitstitel „CTB Berlin“, eine endgültige Bezeichnung soll später folgen.
Mit der nun gestarteten Entwurfsphase sollen die konzeptionellen Grundlagen bis zur Genehmigungsfähigkeit des Projekts ausgearbeitet werden. Weitere Details zur konkreten Gestaltung des Hochhauses dürften in den kommenden Monaten bekannt werden.
Quellen: Sweco GmbH, HB Reavis, Bezirksamt Mitte, BVV Berlin-Mitte, Dorte Mandrup A/S, Ausschuss für Stadtentwicklung und Facility Management Bezirk Berlin-Mitte
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20 Kommentare
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Ich habe jahrelang in 32.nd Floor gewohnt und das war schön da oben. Aus der Sicht kann ich die Berliner Höhenangst nach wie vor nicht nachvollziehen.
Schön wenn man sich das leisten kann. Der rest darf dann im dunklen sitzen.
Peking, 450€/warm. Keiner saß im Dunkeln.
Auf das Berlin genauso steril wird wie Frankfurt am Main. Weg mit dem kulturmixcharm. Clubs werden verdrängt… Und mit jedem hässlichen Kasten der gebaut wird… Unbezahlbar für Leute mit normalem Einkommen… Mehr Obdachlosigkeit und Drogenabhängige. Ich habe mich in Berlin echt mal zu Hause gefühlt. Aber es wird immer trauriger… verbauter, angepasster,steriler. Wo bleibt die Lebensqualität? Urban gardening statt Trabantenstadt! Bitte!!
Berlin hat mit Tempelhof die grösste Urban Gardening Fläühe der Welt. Das sollte genügen.
Jeder darf diese Stadt auch verlassen. Dieses ständige Gewimmer hilft doch keinem weiter.
Mein Tipp: In den Speckgürtel von Berlin ziehen oder gleich tief ins leere Brandenburg.
Also ein Bürotower mit“Kurzzeitwohnen“. Der nächste Neubau, der Anden Bedürfnissen der Bevölkerung (mehr bezahlbarer Wohnraum) völlig vorbei geht. Danke für nichts!
Wer Bedürfnisse hat, der möge sie sich gefälligst selbst erfüllen. Auch Wohnbedürfnisse. Andere sind grundsätzlich nicht dazu da, einem irgendwelche Bedürfnisse zu erfüllen..
@viviane Ich denke man sollte nicht alle Projekte über einen Kamm scheren. Clubs werden hier keine verdrängt und die Gegend um die Jannowitzbrücke bekommt mit diesem Projekt ein bisschen urbane Stadtentwicklung, ich persönlich freue mich schon die öffentlich zugängliche begrünte Dachterrasse zu besuchen und über die Stadt schauen zu können. Man darf auch nicht vergessen einen Stadt wie Berlin kann nicht nur von Luft und Liebe leben, es braucht auch Investoren die mit ihren Projekten Einnahmen für die Stadt generieren und Unternehmen anlocken. Das sich hier wegen einem 105m Türmchen schon wieder aufgeregt wird, passt gut ins das teilweise dörfliche Mindset von vielen. Berlin kann in meinen Augen beides sein, kulturelles Mekka mit diversen Kiezen und Clubs sowie auch urbane Weltstadt mit dem einen oder anderen repräsentativen Hochhaus.
Gut gesagt…
Bitte bloß nichts Buntes oder Gemeinnütziges! Hässliche Büroklötze müssen schließlich immer mitten im Zentrum sein und können auf gar keinen Fall in günstigen Randlagen wie Johannisthal entstehen.
Weg mit den Hochhäusern in Berlin die haben hier nicht verloren, sie sind hässlich und passen nicht ins Stadtbild. Wir brauchen kein FaM 2.0.
Ich finde das Aussehen des Towers wirklich gelungen. Vor allem auch mit dem vielen Grün. Und bin echt sehr gespannt darüber, wie dieser Turm letztendlich später aussehen wird, wenn man mit der S-Bahn direkt an ihm vorbeifahren kann!
Die Fläche, wo der Turm gebaut wird, ist übrigens aktuell eine langweilige, leere und hässliche Brache. Die sieht nicht schön aus – weshalb ich wirklich froh bin, dass sich an dieser Stelle endlich etwas tut.
Einen Club, der vertrieben werden könnte, gibt es auf exakt dieser Fläche übrigens nicht.
Sobald der Turm fertig ist, werde ich mir definitiv den Dachgarten anschauen. Berlin braucht mehr Grün – und wenn das so entstehen kann, ist es wirklich super 👍
Abgesehen davon bin ich auf die Fernsicht gespannt, die man von dem Dachgarten des Turms aus hat!
Der Dachgarten auf dem Turm kommt nicht, weil dem Baukollegium die damit einhergehende Gebäudehöhe von 115 Meter zu hoch war, zugelassen sind jetzt nur 105 Meter!?! Man hat also wegen der 10 (in Worten: zehn!) Meter Höhenunterschied auf die der Öffentlichkeit zugängliche und geplant begrünte Dachkrone verzichtet – sowas bringt auch auch nur das Berliner Baukollegium zustande!
Man könnte meinen, bei dem Baugremium handelt es sich um ein Gremium von Minderbemittelten.
Wer Urban Gardening braucht und all den anderen Ökokram, der sollte aus Berlin ins Umland wegziehen wo man sich dann mit seinen Dorfphantasien ausleben kann. Berlin will und ist nun einmal Metropole und da gehören sowas wie Hochhäuser und Wolkenkratzer einfach dazu, auch dieses jetzt geplante an der Jannowitzbrücke. Wird Zeit das Berlin endlich ein neues Gesicht bekommt, weg von diesem Schmuddel- und arm aber sexy Image, letzlich wird hier richtig investiert, was die Wirtschaft in Berlin fördert und letztlich die Wirtschaftskraft und den Wohlstand erhöht, von armen heruntergekommenen Clublanschaften die nicht nachhaltig sind kann Berlin nämlich nicht leben, billige Sauf- und Partytouris lassen nämlich gar nicht so viel Geld in der Stadt wie manche glauben wollen und Party geht auch anders. Mittlerweile sollte auch der letzte begriffen haben, dass die Zeit der Billigheimer in Berlin langsam vorbei ist.
Auf den Visualisierungen fehlen die verrosteten, rosaroten Abwasserröhren, die just an jener Stelle alles verstellen.
Müssen Hochhäuser nicht einen gewissen Wohnanteil haben, also nicht nur Kurzzeitwohnen?
Vieles spricht gegen dieses weitere Hochhaus. 1. Am Alexanderplatz entstehen gerade weitere sehr hohe Hochhäuser und werden eine Art Cluster bilden. Ein einzelner „Zahn“ an der Jannowitzbrücke passt nicht ins Stadtbild. 2. Deutschland soll „kriegstüchtig“ werden. Da sind Schutzräume eher angebracht und Hochhäuser entlang wichtiger Verkehrsinfrastruktur kontraproduktiv. 3. Im Stadtzentrum werden die Temperaturen im Sommer zunehmend unerträglich. Gerade dieser Standort an einer viel befahrenen Kreuzung wäre prädestiniert für eine Kühlinsel mit vielen Bäumen. 4. Ein Stützpunkt zur Versorgung von Obdachlosen und anderen Hilfsbedürftigen – neben dem Bahnhof Jannowitzbrücke – wäre auch überlegenswert.