Im Märkischen Viertel entsteht ein 17-geschossiges Hochhaus mit 176 Wohnungen, von denen 90 Prozent als geförderter Wohnraum vorgesehen sind. Das Projekt wird von der landeseigenen GESOBAU in Zusammenarbeit mit privaten Partnern umgesetzt. Neben Wohnraum entstehen auch Gewerbeflächen, der Baubeginn ist für Anfang 2026 geplant.

Im Märkischen Viertel prägen bereits mehrere hohe Wohnhäuser den Wilhelmsruher Damm. An der Hausnummer 150 soll nach dem Abriss eines Postbank-Flachbaus aus den 1960er-Jahren ein neues Wohnhochhaus entstehen. / © Foto: Wikimedia Commons, Fridolin freudenfett (Peter Kuley), CC BY-SA 3.0
© Visualisierung: LS Architekten / TREUCON
© Foto: Wikimedia Commons, Fridolin freudenfett (Peter Kuley), CC BY-SA 3.0
Im Berliner Ortsteil Märkisches Viertel soll bis 2026 ein neues Hochhaus entstehen. Auf dem Grundstück am Wilhelmsruher Damm 150 wird die landeseigene GESOBAU AG gemeinsam mit der TREUCON Gruppe und Kondor Wessels ein 17-geschossiges Gebäude errichten. Geplant sind 176 Wohnungen sowie mehrere Gewerbeeinheiten. Rund 90 Prozent der Wohnungen sollen als geförderter Wohnraum zu einer Nettokaltmiete ab sieben Euro pro Quadratmeter angeboten werden.
Das 3.048 Quadratmeter große Grundstück ist derzeit noch mit einem Flachbau aus den 1960er-Jahren bebaut, der abgerissen werden muss. Die Postbank, die bislang dort ansässig war, wird ihr Angebot an einem nahegelegenen Standort fortführen. Auffällig ist zudem, dass ein bestehendes Brückenbauwerk in den Neubau integriert werden soll.
Architektonischer Entwurf und bauliche Herausforderungen beim Hochhausprojekt am Wilhelmsruher Damm
Der Entwurf für den Neubau stammt vom Berliner Architekten Lukasz Siubiak. Die Wohnanlage wird über eine Gesamtwohnfläche von rund 9.899 Quadratmetern verfügen. Geplant sind Wohnungen mit ein bis vier Zimmern, alle barrierefrei und mit Balkon. Hinzu kommen rund 1.900 Quadratmeter Gewerbefläche.
Das Projekt gilt als anspruchsvolle Nachverdichtung, da die Fläche im Verhältnis zum Hochhaus eher klein ist. Auch die Baustellenlogistik und die Integration des Brückenkopfes stellen besondere Herausforderungen dar. Die Baugenehmigung wurde im August erteilt.
Projektpartner betonen langfristige Zusammenarbeit und Bedeutung für den bezahlbaren Wohnungsbau
Thomas Doll, Geschäftsführer der TREUCON-Gruppe, erklärte, dass die Zusammenarbeit mit der GESOBAU bereits seit rund 30 Jahren bestehe. Er verwies auf frühere Projekte in Weißensee, Reinickendorf und Pankow und betonte, private Projektentwickler könnten einen wichtigen Beitrag zum bezahlbaren Wohnungsbau leisten. Zudem hob er die architektonische Qualität des aktuellen Entwurfs hervor.
Auch Christian Wilkens, Vorstandsmitglied der GESOBAU AG, sprach von einem wichtigen Schritt. Mit dem Neubau werde ein attraktives Solitärgebäude entstehen, das die Bestandsstruktur des Märkischen Viertels ergänze. Er betonte, die GESOBAU leiste damit einen weiteren Beitrag zur Versorgung von Familien, Senioren und jungen Erwachsenen mit bezahlbarem Wohnraum.
Bedeutung des Projekts für das Märkische Viertel und die Rolle der beteiligten Unternehmen
Die TREUCON Gruppe ist seit 1987 in der Projektentwicklung tätig und hat seitdem über 145 Projekte mit einem Volumen von rund 3,5 Milliarden Euro realisiert. Kondor Wessels ist seit mehr als 30 Jahren am deutschen Immobilienmarkt aktiv und spezialisiert auf Wohnungsbau sowie die Revitalisierung von Bestandsimmobilien. Die GESOBAU als landeseigenes Unternehmen bewirtschaftet derzeit rund 48.500 Wohnungen, vor allem im Berliner Norden und erweitert ihren Bestand kontinuierlich.
Mit dem Hochhausprojekt am Wilhelmsruher Damm wächst der Anteil geförderter Wohnungen im Märkischen Viertel. Das Quartier erhält nicht nur dringend benötigten Wohnraum, sondern auch neue Gewerbeflächen. Zugleich zeigt sich an dem Projekt, dass Nachverdichtung im Bestand oft komplexe bauliche und logistische Fragen aufwirft. Dennoch soll der Neubau einen wichtigen Beitrag zu einer sozial ausgewogenen Stadtentwicklung im Norden Berlins leisten.

Visualisierung des Neubaus, der ab Anfang 2026 am Wilhelmsruher Damm 150 in Reinickendorf entstehen soll. / © Visualisierung: LS Architekten / TREUCON
Quellen: GESOBAU AG, TREUCON Gruppe
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8 Kommentare
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Ich bin an Wohnungsangeboten sehr interessiert.
Was ist mit dem angrenzenden Baumspielplatz, der seit Jahrzehnten besteht. Fällt dieser dem Bauprojekt zum Opfer?
Vielleicht wird ja bei aller Euphorie auch einmal an die Langzeit Bewohner gedacht die sich verkleiern möchten weil die Kinder aus dem Haus sind.
Eine Wohnraum Verkleinerung ist oft teurer und macht keinen Sinn.
Hier fehlen aus meiner Sicht die Angebote der Gesobau.
Ich wohne in Wittenau mit 2 Zimmern und möchte gerne in der Gegend (mv) bleiben, mich jedoch vergrößern. Vielleicht geht da ja etwas unter den Mietern (gesobau seit 2021)
Ŵas wird nun mit der ewigen Baustelle
Im Märkischen Zentrum? Warum ist dort seit Jahren keine neue Bebauung?
Auch dazu haben wir im Juli ein Update veröffentlicht: https://entwicklungsstadt.de/maerkisches-quartier-baugenehmigung-fuer-739-wohnungen-noch-2025/
Viele Grüße, die ENTWICKLUNGSSTADT Redaktion
Architektur gibt es wohl nicht mehr in Deutschland vom Paul Loebe Haus, über die Gemälde Gallerie, die neue und alte Schule in der Bouche Straße bis zu dieser Grausamkeit. Es wird die Phase der Korrektur Kommen in der man 95% der nach dem 2. Krieg gebauten Monster entfernen wird.
176 neue Wohnungen ist ja sehr schön. Wo parken dann die 176 Mieter Autos? Darüber wird nicht gesprochen.