Mit dem John Jahr Haus ist an der Kurfürstenstraße in Berlin-Tiergarten ein neuer Hochpunkt entstanden, der den Stadtraum sichtbar neu ordnet. Gemeinsam mit dem benachbarten Equalizer und den Planungen für das „KF62“ formiert sich in der City West ein neues Hochhauscluster.

Mit dem John Jahr Haus ist an der Kurfürstenstraße ein neuer Hochpunkt entstanden, der den Stadtraum sichtbar neu ordnet. Gemeinsam mit dem benachbarten Equalizer und den Planungen für das „KF62“ formiert sich in der City West ein neues Hochhauscluster. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT

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Wer sich heute der Kurfürstenstraße nähert, nimmt das neue John Jahr Haus längst als fertiges Gebäude wahr. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln der City West ist der 17-geschossige Turm längst deutlich sichtbar; ein neuer Hochpunkt, der den Stadtraum an der Kreuzung zur Schillstraße ordnet und zugleich selbstbewusst dominiert.

Auf dem Grundstück des ehemaligen Pressehauses „Constanze“, das sich seit 1967 im Besitz der Familie Jahr befindet, entsteht ein Mixed-Use-Ensemble aus Bürohochhaus und zwei ergänzenden Gebäuden mit Wohnungen.

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John Jahr Haus in Berlin-Tiergarten dominiert den Stadtraum an der Kurfürstenstraße

Bauherrin ist die Jahr-Gruppe, realisiert wird das Projekt gemeinsam mit ZECH Hochbau und Hamburg Team nach einem Entwurf von Barkow Leibinger. Statt einer Sanierung des Bestands entschied man sich für einen vollständigen Neubau; auch, weil das Gebäude aus den 1960er Jahren technisch und wirtschaftlich an seine Grenzen gestoßen war.

Das Ensemble schafft 46 Wohnungen, darunter 18 mietpreisgedämpfte Einheiten, sowie moderne Büroflächen mit flexiblen Grundrissen. Ein Drittel der Flächen ist bereits langfristig vermietet. Trotz Pandemie, Baukostensteigerungen und eines Dachbrands im Sommer 2025 liegt das Projekt im Zeitplan; die Fertigstellung soll in den ersten Monaten des laufenden Jahres erfolgen. Das Vorhaben ist aber nicht das einzige Projekt seiner Art an der Schnittstelle zwischen Tempelhof-Schöneberg und Mitte.

Weiterer Hochhauscluster in der City West: Equalizer setzt farblichen Akzent

Direkt nebenan wächst mit dem Projekt Equalizer ein weiterer markanter Turm in die Höhe. Besonders ins Auge fällt die charakteristische rote Fassade, die dem Gebäude bereits im Bauzustand eine starke Identität verleiht.

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Der Neubau steht exemplarisch für die fortschreitende Verdichtung entlang der Kurfürstenstraße. Während das John Jahr Haus eher auf helle Materialien und eine ruhige, vertikale Gliederung setzt, formuliert der Equalizer einen bewussten Kontrast. Gemeinsam beginnen die dich beieinander liegenden Projekte, eine neue städtebauliche Kante auszubilden; weg von der heterogenen Nachkriegsstruktur, hin zu einer klarer definierten Hochhauszone in der City West.

Gleichzeitig aber werden die neuen Hochbauten aber von mehreren Bestandsbauten der Nachkriegsära eingefasst, wodurch ein völlig neues Zusammenspiel verschiedener Architekturen beginnt.

Equalizer in roter Fassade in der City West

Rote Fassade: So sieht das Projekt Equalizer an der Kurfürstenstraße aus. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Werkstattverfahren für das „KF62“: Noch ein Hochhaus an der Kurfürstenstraße geplant

Die Transformation ist damit jedoch nicht abgeschlossen. Für das Grundstück Kurfürstenstraße 62 läuft derzeit ein Werkstattverfahren, das die Grundlage für ein weiteres Hochhausprojekt schaffen soll. Unter dem Projektnamen „KF62“ wird ein zusätzlicher Turm diskutiert, der die Entwicklung der Achse weiter verdichten könnte.

Damit zeichnet sich an der Kurfürstenstraße ein Hochhauscluster ab, das den Charakter des Quartiers nachhaltig verändern dürfte. Während das John Jahr Haus kurz vor der Fertigstellung steht und der Equalizer seine Fassadenidentität entfaltet, wird mit dem Vorhaben „KF62“ bereits die nächste vertikale Etappe vorbereitet. Die City West erlebt damit eine Neuordnung, die nicht nur einzelne Gebäude betrifft, sondern einen ganzen Stadtraum in Bewegung setzt.

Quellen: HAMBURG TEAM, dba

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3 Kommentare

  1. Christoph W. 21. Februar 2026 at 21:40 - Reply

    Das John Jahr Haus ist jedenfalls an Hässlichkeit, Banalität und Brutalität kaum zu überbieten, ein entsetzlicher Rückfall in die 60er Jahre! Hatte man sich zuerst über den Abriss des klobigen Vorgängerbaus noch gefreut, wünscht man sich diesen jetzt, als geringeres Übel, zurück. Da macht auch etwas rote Farbe an der nächsten banalen Fassade keine Weltklasse aus dem Berliner Trauerspiel der architektonischen Sackgasse.

    • M.Hillen 22. Februar 2026 at 20:06 - Reply

      Sie sprechen wahre Worte gelassen aus. Danke.

  2. Löwe 22. Februar 2026 at 21:33 - Reply

    Insgesamt eine solide Bereicherung für die Gegend.

    Zitat: „..Zusammenspiel verschiedener Architekturen.“
    Das umschreibt mit einem hauch Schmeichelei etwas abwegig die alte gedrückte minderwertige Architektur, wie man auf dem Foto links von der roten Fassade gut erkennen kann. Leider ist dies immer noch ein häufiges Bild in den Seitenstraßen, jedenfalls schön das es hier auch mal mutig vorangeht.

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