Noch stehen Skateanlage, Club und ein altes Bahnhofsgebäude auf der Brache am S-Bahnhof Greifswalder Straße. Bald soll hier ein neues Wohnquartier mit Hochhaus entstehen. ENTWICKLUNGSSTADT hat sich vor Ort umgesehen, und zeigt, was aktuell noch da ist und was bald verschwindet.

Betonfläche mit Skaterampen und Graffiti, im Hintergrund ein begrüntes Gelände mit Bauwagen, im Vordergrund ein liegender Hund.

Der Skatepark auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Greifswalder Straße soll laut Investor Christian Gérôme auch im künftigen Wohnquartier erhalten bleiben. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT

ANZEIGE

 

Nördlich des Ernst-Thälmann-Parks liegt seit Jahren eine Brache, um die Bezirk und Investor lange gerungen haben. Christian Gérôme kaufte das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs bereits 2011 von der Deutschen Bahn und plante zunächst deutlich mehr Wohnungen, als heute vorgesehen sind. Erst Ende 2025 einigte er sich mit dem Bezirksamt Pankow auf gemeinsame Eckpunkte, sodass die Planung seither konkreter wird.

Vorgesehen sind aktuell rund 400 Wohnungen sowie ein Hochhaus mit 16 bis 17 Geschossen, das sich an der Höhe der benachbarten Plattenbauten orientieren soll. Über die Gestaltung entscheidet derzeit ein Architekturwettbewerb, an dem sich sechs Büros beteiligen. Das Ergebnis wird für September erwartet, weshalb sich am Bestand vorerst nichts ändert.

ANZEIGE

Güterbahnhof an der Greifswalder Straße: Der Blick vor Ort

Eingeschossiges Backsteingebäude mit grünen Fensterrahmen, Sitzbänken und Pflanzkübeln davor.

Das historische Bahnhofsgebäude von 1870 gilt als Herzstück des geplanten Wohnquartiers am Güterbahnhof Greifswalder Straße. Anders als die übrigen Bauwerke auf dem Gelände soll es dauerhaft erhalten bleiben und in das künftige Quartier integriert werden. / © ENTWICKLUNGSSTADT

Wer das Gelände heute besucht, findet keine Baustelle, sondern eine lebendige Zwischennutzung. Auf einer großen Betonfläche liegt der Skatepark mit Rampen und zahlreichen Graffiti, direkt daneben der Club Jonny Knüppel in bunt bemalten Containern. Dazwischen parken Transporter, während sich zwischen den Sträuchern weitere mit Farbe besprühte Fahrzeuge finden.

Etwas abseits steht das historische Bahnhofsgebäude von 1870, ein Backsteinbau mit gepflegter Außenfläche und jungen Bäumen davor. Blickt man von der Skateanlage aus in Richtung Park, ragen bereits die grauen Bestandshochhäuser über die Baumkronen und deuten an, in welcher Höhenordnung sich der geplante Neubau künftig bewegen soll.

ANZEIGE

Neues Quartier am Thälmannpark: Wohnungen, Hochhaus und Nahversorgung

Für das künftige Quartier sind neben dem Hochhaus eine achtgeschossige Zeilenbebauung entlang der Ringbahn sowie ein niedrigerer Baukörper mit kleinteiligen Läden geplant. Rund 30 Prozent der Wohnungen sollen als geförderter Wohnraum entstehen, der Großteil dagegen als Mikroapartments, deren Mieten laut Investor bei 15 bis 20 Euro pro Quadratmeter liegen sollen. Damit will Gérôme die hohen Baukosten refinanzieren.

Ergänzt wird das Vorhaben durch einen Quartiersplatz sowie eine Fußgängerbrücke, die künftig auch für den Radverkehr geöffnet werden soll. Dadurch entstünde erstmals seit Langem wieder eine durchgehende Wegeverbindung durch den Thälmannpark bis zur Prenzlauer Allee. Parallel dazu plant das Land Berlin eine eigene Schule auf einem angrenzenden Grundstück.

Zwischennutzungen auf dem Gelände: Was bleibt und was verschwindet?

Nicht alle heutigen Nutzungen haben eine Zukunft auf dem Gelände. Club und Kinderzirkus müssen laut Bezirk und Investor weichen, sobald die Baugenehmigung vorliegt. Diese Regelung sei von Beginn an so vereinbart gewesen, erklärt Gérôme, der zugleich betont, dass er den Skatepark im neuen Quartier erhalten wolle.

ANZEIGE

Auch das historische Bahnhofsgebäude soll bestehen bleiben, denn es soll laut Gérôme künftig als Herzstück des neuen Quartiers dienen. Ob und wie lange die übrige Zwischennutzung noch bestehen bleibt, hängt letztlich vom weiteren Verlauf des Architekturwettbewerbs und des anschließenden Genehmigungsverfahrens ab.

Betonweg zwischen parkenden Lieferwagen, im Hintergrund bunt bemalte Container, rechts ein besprühter Anhänger im Gebüsch.

Der Club Jonny Knüppel gehört zu den kulturellen Zwischennutzungen auf dem Gelände des Güterbahnhofs Greifswalder Straße. Laut Bezirk und Investor Christian Gérôme muss der Club das Areal räumen. / © ENTWICKLUNGSSTADT

Quellen: Bezirksamt Pankow, SPD Pankow, rbb24 Abendschau, Tagesspiegel

Jetzt PLUS-Kunde werden

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.

Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.