In Berlin entstehen derzeit zahlreiche neue Hochhäuser, vor allem im Osten der Stadt. Doch auch die City West hat in den vergangenen Jahren immer wieder mit großen Turmprojekten für Schlagzeilen gesorgt. Wie steht es heute um diese Vorhaben?
Chipperfield-Entwurf
Langhof-Entwurf
Europa Center 2
Messeturm
© Titelbild / Visualisierung: Langhof GmbH
Die Skyline der City West wird längst von markanten Hochhäusern geprägt. Türme wie das Upper West oder Zoofenster gehören heute zum festen Erscheinungsbild des Berliner Westens. Zuletzt kamen mit dem John Jahr Haus und dem Bürohochhaus RED City West weitere Neubauten hinzu, die das Quartier ergänzen.
Während aktuell vor allem die geplanten Hochhausprojekte im Osten Berlins für Aufmerksamkeit sorgen, gibt es auch im Westen weiterhin Ideen für neue Türme. Doch einige der einst diskutierten Großprojekte werden voraussichtlich nicht realisiert. Zwischen Tiergarten, Hardenbergplatz und Europa-Center stehen mehrere Hochhausvisionen vor schwierigen Rahmenbedingungen – oder sind bereits ins Stocken geraten.
Kein Hochhaus am Tiergarten: Baukollegium lehnt Pläne ab

Modellentwurf für die geplanten Hochhäuser am Tiergarten: Die Pläne von Garbe und David Chipperfield Architects wurden vom Berliner Baukollegium abgelehnt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Für den Bereich am Rand des Tiergartens und nahe der City West gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Überlegungen für eine Hochhausentwicklung. Zuletzt stellten der Investor Garbe und David Chipperfield Architects im Dezember einen Entwurf für zwei neue Türme an dem Standort vor.
Die Pläne stießen jedoch auf deutliche Kritik. Das Berliner Baukollegium lehnte den Entwurf aus städtebaulichen und denkmalpflegerischen Gründen ab und verwies auf die besondere Bedeutung des angrenzenden Tiergartens sowie des geschützten Hansaviertels. Damit dürfte die Hochhausvision an diesem Standort vorerst nicht weiterverfolgt werden.
Hardenbergplatz: Neuordnung statt Hochhaus?

Architekt Christoph Langhof schlug vor, den Hardenbergplatz neu zu ordnen und mit zusätzlichen Hochpunkten städtebaulich aufzuwerten. Die Vision wurde jedoch bislang nicht weiterverfolgt. / © Visualisierung: Langhof GmbH
Auch am Hardenbergplatz wurde lange über eine neue städtebauliche Perspektive diskutiert. Der Platz vor dem Bahnhof Zoologischer Garten gilt als wichtiger Verkehrsknotenpunkt und soll künftig neu gestaltet werden.
Im Zusammenhang mit der Umgestaltung gab es auch Überlegungen für eine bauliche Verdichtung und einen möglichen Hochpunkt. Im Mittelpunkt der aktuellen Debatte stehen jedoch vor allem Fragen zur Aufenthaltsqualität, zum Verkehr und zur Gestaltung des öffentlichen Raums. Ein neues Hochhaus ist dabei zuletzt zunehmend in den Hintergrund gerückt.
Europa-Center: Die Vision eines neuen Turms bleibt offen

Das Europa-Center am Breitscheidplatz: Die Idee eines zweiten Hochhauses wurde mehrfach diskutiert, eine Umsetzung ist bislang offen. / depositphotos.com
Am Breitscheidplatz gab es über viele Jahre hinweg Überlegungen für eine Erweiterung des Europa-Centers um einen zweiten Hochpunkt. Zeitweise war sogar ein rund 300 Meter hoher Turm im Gespräch, der zu den höchsten Gebäuden Deutschlands gezählt hätte.
Die Pläne wurden mehrfach angepasst und diskutiert, eine konkrete Perspektive für eine Realisierung zeichnet sich bislang jedoch nicht ab. Wie sich der Standort künftig entwickeln wird, hängt von verschiedenen städtebaulichen, wirtschaftlichen und planerischen Faktoren ab.
Messeturm am Westkreuz: Gespräche laufen weiter

Eine Visualisierung zeigt die geplante Entwicklung des „Stadteingang West“ rund um das ICC und das Autobahndreieck Funkturm. / © Visualisierung: REALACE GmbH
Etwas weiter westlich, außerhalb der eigentlichen City West, wird ebenfalls über eine neue Hochhausentwicklung diskutiert. Am Westkreuz rund um den bestehenden Messeturm gab es in den vergangenen Jahren Überlegungen für einen neuen Tower auf dem Gelände des ehemaligen Artemis-Standorts.
Eine konkrete Umsetzungsperspektive gibt es bislang jedoch nicht. Die Pläne stießen zunächst auf politische Zurückhaltung, gleichzeitig ist die Entwicklung des Umfelds weiterhin in Bewegung. Neue Impulse könnte die geplante Transformation des benachbarten ICC bringen: Die dort vorgesehenen zwei Hochhäuser könnten die städtebauliche Debatte rund um das Westkreuz neu beleben und auch angrenzende Entwicklungsflächen beeinflussen. Ob daraus tatsächlich neue Perspektiven für das Artemis-Grundstück und einen möglichen Messeturm entstehen, bleibt jedoch ungewiss.
Wie viel Höhe verträgt der Berliner Westen?
Die City West bleibt damit ein Quartier zwischen Bestand und Zukunftsvisionen. Während bestehende Hochhäuser weiterhin die Skyline prägen und einzelne Neubauten hinzukommen, zeigt der Blick auf die vergangenen Projekte: Nicht jede Idee für einen neuen Turm schafft den Weg von der Planung in die Realität. Die Frage, wie viel Höhe der Berliner Westen künftig verträgt, bleibt damit weiter Teil der städtebaulichen Debatte.
Quellen: Sitzung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen am 2. Dezember 2025, Der Tagesspiegel, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Schriftliche Anfrage Abgeordnetenhaus von Berlin, Drucksache 19 / 21 196, „SMART SPACE Hardenbergplatz“, Ketano Gesellschaft für Öffentlichkeitsarbeit, REALACE GmbH, Berliner Baukollegium, Max Dudler, C.F. Møller Architects
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Zwei Messetürme wären besser, wenn auf der andern Autobahnseite eh gebaut wird. dann könnten sie ein Tor zum Westend bilden. Müssen dann nicht 200 m hoch sein, 150 m reichen.