Das neue und alte Hochhaus M50 in Kreuzberg ist von außen nahezu fertig. Das frühere Postscheckamt wird zum Herzstück der Macherei am Halleschen Ufer.

Die neue Gebäudehülle greift die strenge Rasterstruktur des früheren Postscheckamts auf. Entworfen wurde der Umbau des M50 von Eike Becker Architekten. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Über Jahrzehnte gehörte das Postscheckamt zu den markantesten Hochhäusern in Kreuzberg. Nun ist die Verwandlung des rund 90 Meter hohen Turms weit fortgeschritten. Die neue Fassade des M50 ist komplett montiert, während im Inneren und rund um den Sockel weiter gearbeitet wird. Dabei blieb deutlich mehr vom alten Hochhaus erhalten, als der neue Auftritt zunächst vermuten lässt.
- Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
- Adresse: Hallesches Ufer 50, 10963 Berlin
- Projekt: M50 – Die Macherei Berlin-Kreuzberg
- Projektstatus: Umbau und Innenausbau
- Baubeginn M50: 2023
- Geplante Fertigstellung: Sommer 2026
- Höhe: rund 90 Meter
- Geschosse: 24
Wer heute vom Landwehrkanal oder von der Möckernbrücke auf das Quartier „Die Macherei“ in Kreuzberg blickt, sieht ein Hochhaus, das äußerlich kaum noch nach Baustelle aussieht. Die neue Fassade zieht sich vollständig über den schlanken Baukörper. Dunkle vertikale Profile und große Glasflächen geben dem M50 wieder die strenge Rasterstruktur, die schon das frühere Postscheckamt geprägt hatte. Der Entwurf von Eike Becker Architekten greift damit bewusst die Gestaltung des Bestands auf.

Die schlanke Form des früheren Postscheckamts blieb beim Umbau erhalten. Die vollständig erneuerte Fassade gibt dem M50 jedoch ein deutlich verändertes Erscheinungsbild. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
M50 in Kreuzberg: Vom Postscheckamt zum modernen Büro-Hochhaus
Abgeschlossen ist das Projekt dennoch nicht. Vor allem am Fuß des Hochhauses laufen Ende August 2026 weiterhin Arbeiten. Bauzäune, Erdhaufen und Baumaschinen prägen einzelne Bereiche unmittelbar vor dem Gebäude. Im Turm selbst läuft der Innenausbau. Damit hat sich die Arbeit inzwischen deutlich von der Gebäudehülle in die Innenräume und die Außenanlagen verlagert.
Die Geschichte des Turms reicht mehr als ein halbes Jahrhundert zurück. Das Postscheckamt Berlin West entstand zwischen 1965 und 1971 nach Plänen des Oberpostdirektors Prosper Lemoine. Hintergrund war die deutsche Teilung: Für West-Berlin war bereits nach 1948 ein eigenes Postscheckamt nötig geworden. Später entstand dafür am Halleschen Ufer der große Verwaltungsstandort. Die Gestaltung des Hochhauses orientierte sich am internationalen Stil; als Vorbild für die Fassadenwirkung nennt die heutige Projektgesellschaft auch das Seagram Building von Mies van der Rohe in New York.

Das M50 ist der höchste Baukörper der Macherei in Kreuzberg. Im Inneren des ehemaligen Postscheckamts laufen weiterhin Ausbauarbeiten. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Neue Fassade fertig: M50 erinnert bewusst an das historische Hochhaus
Der Umbau geht deshalb weit über eine klassische Fassadensanierung hinaus. Das Hochhaus wurde weitgehend entkernt und die frühere nichttragende Fassade vollständig entfernt. Die Arbeiten betrafen die Bestandsgeschosse vom zweiten Untergeschoss bis zum 21. Obergeschoss. Hinzu kamen zwei neue obere Geschosse sowie ein neuer Sockelbereich. Nach Angaben des am Rohbau beteiligten Unternehmens Hirsch + Lorenz umfasst die neue Sockelzone außerdem zwei Untergeschosse und einen vom ersten Obergeschoss erreichbaren Dachbereich.
Von diesem tiefen Eingriff ist von außen inzwischen nur noch wenig zu erkennen. Das Hochhaus präsentiert sich wieder als klar gegliederter, rechteckiger Turm. Die neue Gebäudehülle zitiert bewusst die Aluminium-Glas-Fassade des früheren Postscheckamts. Dadurch bleibt die charakteristische Wirkung des Hochhauses erhalten, obwohl technisch praktisch eine neue Außenhaut entstanden ist.

Das Hochhaus M50 bildet den weithin sichtbaren Mittelpunkt der Macherei in Berlin-Kreuzberg. Die neue Fassade des ehemaligen Postscheckamts ist inzwischen vollständig montiert. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Büros, Coworking und Skylounge: Das ist im M50 geplant
Im Inneren entstehen vor allem moderne Büroflächen. Die Grundrisse sollen unterschiedliche Arbeitsformen ermöglichen und flexibel aufgeteilt werden können. Vorgesehen sind außerdem Meeting- und Coworking-Bereiche. Im Erdgeschoss sollen Gastronomie und weitere gewerbliche Angebote hinzukommen. Damit soll das Hochhaus nicht mehr als weitgehend abgeschlossener Verwaltungsbau funktionieren, sondern stärker mit dem neuen Quartier verbunden werden.
Eine besondere Rolle spielt das Dach. Dort planen die Projektentwickler eine Skylounge beziehungsweise Aussichtsterrasse mit einem Blickwinkel von rund 270 Grad über Berlin. Auch ein Sportbereich auf dem Dach gehört zum Konzept. Gerade diese öffentlichkeitswirksameren Nutzungen unterscheiden das neue M50 deutlich vom früheren Postscheckamt, dessen Flächen vor allem Verwaltungszwecken dienten.

Während die Fassade des M50 fertiggestellt ist, laufen am Sockel und im direkten Umfeld des Hochhauses weiterhin Bauarbeiten. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Die Macherei in Kreuzberg: M50 wird zum Hochpunkt des neuen Quartiers
Das M50 steht nicht allein. Zusammen mit den Gebäuden M40 und M60 bildet es den gewerblichen Teil der Macherei am Halleschen Ufer. M40 und M60 waren bereits im Frühjahr 2025 fertiggestellt. Im M40 entstand unter anderem ein großer Supermarkt. Zu den weiteren Mietern im Quartier zählen Unternehmen wie Accenture und Vestas. Auf demselben Areal hat die landeseigene degewo zudem 337 Mietwohnungen mit rund 21.000 Quadratmetern Wohnfläche errichtet.
M50 – Die Macherei Berlin-Kreuzberg
Quellen: Art-Invest Real Estate, Die Macherei Berlin-Kreuzberg, Eike Becker Architekten, Hirsch + Lorenz, Müller-BBM Building Solutions, Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg
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Der Name „Macherei“ erinnert an Hipster, Dinkel-Dörte und Soja-Sören.
Ganz phantastisch und passt zum neuen Berlin!