Die Arbeiten am John Jahr Haus in Berlin-Mitte laufen auf Hochtouren. Das Projekt nähert sich der Fertigstellung, im März 2026 sollen die ersten Mieter einziehen. ENTWICKLUNGSSTADT durfte die Baustelle mit Adalbert Freiherr von Uckermann, Geschäftsführer der Jahr Holding GmbH, exklusiv besichtigen.

Adalbert Freiherr von Uckermann im Showroom des John Jahr Hauses. ENTWICKLUNGSSTADT war mit dem Bauherrn exklusiv auf der Baustelle. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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In der Kurfürstenstraße entsteht derzeit eines der ambitioniertesten privaten Bauprojekte der Berliner Innenstadt: das neue John Jahr Haus, ein modernes 17-geschossiges Mixed-Use-Gebäude mit Büro-, Einzelhandels- und Gastronomie-Flächen sowie Wohnungen. Bauherr ist die Jahr-Gruppe, die das Projekt gemeinsam mit dem Bauunternehmen ZECH Hochbau AG und dem Service-Developer Hamburg Team realisiert.
2026 soll das Gebäude eröffnet werden. ENTWICKLUNGSSTADT durfte die Baustelle exklusiv mit Adalbert Freiherr von Uckermann, Geschäftsführer der Jahr Holding GmbH, besichtigen – und erfuhr dabei den aktuellen Stand des Projekts.
Kurfürstenstraße: Neubau einer Mixed-Use-Immobilie statt Sanierung des alten Pressehauses
Das Grundstück in der Kurfürstenstraße 72-74 befindet sich seit 1967 im Besitz der Familie Jahr. Einst stand dort das Pressehaus „Constanze“. Das Haus aus den 1960er Jahren war zuletzt an eine Großkanzlei und eine Bank vermietet. „Das Gebäude näherte sich dem Ende seines Lebenszyklus, da mussten wir entscheiden: Bauen wir neu oder sanieren wir komplett?“, erklärt von Uckermann. „Wir haben abgewogen, was sinnvoller ist – auch wirtschaftlich –, und uns für einen Neubau entschieden.“
Der Entwurf für das neue Hochhaus stammt vom Architekturbüro Barkow Leibinger, das den Architekturwettbewerb im Jahr 2019 gewann. Im Februar 2022 wurde die Baugenehmigung für die Fläche an der Kreuzung Kurfürstenstraße / Schillstraße erteilt. Seitdem wächst das John Jahr Haus in die Höhe. „Wir konnten uns mit der Stadt auf ein ein Ensemble aus drei Gebäuden einigen – ein Bürohochhaus und zwei Gebäude, in denen wir wieder Wohnungen unterbringen“, so von Uckermann.
Berlin-Mitte: John Jahr Haus schafft 46 neue Wohnungen
Insgesamt entstehen 46 Wohnungen in dem Ensemble, davon 18 mietpreisgedämpfte Einheiten mit einer Kaltmiete von rund 200 Euro. Die 1- bis 3-Zimmer-Wohnungen mit Flächen von 28 bis etwa 100 Quadratmetern verteilen sich auf elf Etagen. Die meisten Einheiten verfügen über Balkone, die auf den begrünten Innenhof mit Spielplatz ausgerichtet sind.
„Wir haben hochwertig gebaut und dabei haltbare Materialien verwendet“, sagt von Uckermann. Ziel sei es, das Gebäude möglichst lang nutzen zu können und im Familienbesitz zu behalten. Auch in puncto Nachhaltigkeit verfolgt das Projekt ambitionierte Ziele: Das John Jahr Haus strebt eine DGNB-Platin-Zertifizierung an. Photovoltaikanlagen, eine vollständige Versorgung mit grünem Strom sowie der Anschluss an das Fernwärmenetz sorgen für eine 100-prozentig regenerative Energieversorgung. Begrünte Dächer und schadstoffarme Materialien runden das ökologische Konzept ab.
Trotz Brand: Bauarbeiten an der Kurfürstenstraße sind im Zeitplan
Auf der Baustelle laufen derzeit die Arbeiten an den Außenanlagen und der Innenausbau der obersten Büro-Etagen auf Hochtouren. „Wir liegen perfekt im Zeitplan“, sagt von Uckermann. Die öffentlich-rechtliche Gesamtabnahme soll noch in diesem Jahr erfolgen. Aktuell laufen bereits die technischen Abnahmen.
Die Fertigstellung des John Jahr Hauses ist für Ende Januar 2026 geplant, der Einzug der Mieter soll im März 2026 erfolgen. Selbst ein Dachbrand im Juni 2025 führte nicht zu Verzögerungen. „Das Brandkonzept hat hervorragend funktioniert. Es war nur ein Dachsegment betroffen. Wir sind sehr dankbar, dass es nur Sachschäden gab“, berichtet von Uckermann. Dank Generalunternehmer ZECH habe der Bau ungehindert fortgesetzt werden können.
City West: Ein Drittel der Büroflächen ist bereits vermietet
Bereits jetzt ist ein Drittel der Büroflächen langfristig an die Grant Thornton AG vermietet. Es ist die größte gewerbliche Einzelvermietung des Jahres 2024 in Berlin. „Bis zur Eröffnung wird voraussichtlich die Hälfte des Gebäudes vermietet sein – Wohnungen eingerechnet“, so von Uckermann. Man sei bereits in Gesprächen mit weiteren Mietinteressenten.
Die Büroeinheiten im 17-geschossigen Hochhausturm lassen sich flexibel aufteilen und entsprechen damit modernen Standards: 350 Quadratmeter oder 700 Quadratmeter Fläche stehen pro Stockwerk zur Verfügung. In den oberen Etagen bietet sich ein 360-Grad-Blick über Berlin.
John Jahr Haus: Trotz Hürden wurde der Kostenrahmen beinahe eingehalten
Das Investitionsvolumen des Projekts beläuft sich auf insgesamt rund 130 Millionen Euro, der Kostenrahmen wurde laut von Uckermann trotz Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg und Dachbrand „ziemlich gut eingehalten“.
In den kommenden Jahren sollen alle vier Eckgrundstücke an der Kreuzung neu entwickelt werden. Das John Jahr Haus macht den Anfang. Wenn alles nach Plan läuft, könnte es bereits 2026 mit seiner zentralen Lage zu einer der gefragtesten Adressen auf dem Berliner Büro- und Wohnungsmarkt werden.

Letzte Woche wurden die Kräne abgebaut. Die Fassade des John Jahr Hauses ist fertig. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Exklusiver Einblick: Die Büroflächen in den obersten Stockwerken werden derzeit fertiggestellt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Exklusiver Ausblick: Aus den höherliegenden Büroetagen kann man in allen Himmelsrichtungen über die Stadt schauen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Die Arbeiten an den Außenanlagen laufen. Ein begrünter Innenhof inklusive Spielplatz sollen Aufenthaltsqualität schaffen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Beim Bau entschied man sich für hochwertige Materialien wie diese Steinfassade. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Quellen: HAMBURG TEAM, dba
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