Direkt am Bahnhof Zoo soll eines der markantesten neuen Hochhausquartiere der Berliner City West entstehen. Vier Türme mit bis zu 110 Metern Höhe sind vorgesehen. Ein neuer Vertrag bringt Bewegung in die Planung – doch vor dem Baustart muss noch ein zentrales Problem gelöst werden.

Petra Kahlfeldt und Oliver Reiß präsentieren den unterzeichneten Rahmenvertrag für das geplante Hochhausquartier Hertzallee Nord am Bahnhof Zoo.

Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeldt und Oliver Reiß, Geschäftsführer der Projekt Berlin Hertzallee GmbH, bei der Unterzeichnung des Rahmenvertrags für die Hertzallee Nord. Dort sind vier Hochhäuser mit bis zu 110 Metern Höhe geplant. / © Reiß & Co. GmbH / Foto: Christoph Schiebe, SenStadt

© Titelbild / Visualisierung: yellow z

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Direkt neben dem Bahnhof Zoologischer Garten soll sich eine heute noch stark von Verkehrs- und Nebenflächen geprägte Zone grundlegend verändern. Die Hochhauspläne für die Hertzallee sind bereits seit Jahren bekannt, doch nun haben das Land Berlin und ein privater Grundstückseigentümer eine weitere Grundlage für die Entwicklung geschaffen. Bis die ersten Hochhäuser gebaut werden können, sind allerdings noch mehrere Schritte nötig.

  • Bezirke: Mitte und Charlottenburg-Wilmersdorf
  • Standort des privaten Projekts: Hertzallee 41, 10787 Berlin
  • Projektstatus: Bebauungsplanverfahren / städtebaulicher Rahmenvertrag unterzeichnet
  • Hochhäuser im Quartier: vier Türme mit 75 bis 110 Metern Höhe

Die Projekt Berlin Hertzallee GmbH und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen haben einen städtebaulichen Rahmenvertrag für die Hertzallee Nord unterzeichnet. Er folgt auf eine Absichtserklärung, die Projektgesellschaft, Senatsverwaltung und BVG bereits 2021 geschlossen hatten. Für das gesamte Areal sieht die Planung rund 150.000 Quadratmeter Geschossfläche mit Hochschulnutzungen, Büros und verschiedenen Wohnformen vor.

Hochhäuser folgen auf Riesenrad-Planung am Bahnhof Zoo

Dabei war auf dem privaten Grundstück früher ein ganz anderes Großprojekt vorgesehen: das „Great Berlin Wheel“. Das geplante Riesenrad wurde trotz begonnenen Vorbereitungen nie verwirklicht. Reiß & Co. übernahm das Areal später und verfolgt dort inzwischen die Campus- und Hochhausentwicklung.

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Die Entwicklung betrifft Flächen an der Grenze von Mitte und Charlottenburg-Wilmersdorf. Die Senatsverwaltung koordiniert die Gesamtentwicklung deshalb mit beiden Bezirken.

Vier Hochhäuser mit bis zu 110 Metern am Bahnhof Zoo geplant

Der städtebauliche Entwurf sieht vier Hochhäuser mit Höhen zwischen 75 und 110 Metern vor. Der Senat hatte den übergeordneten Rahmenplan bereits im Mai 2022 beschlossen. Für die beiden privaten Türme stehen auf dem Gelände der Projekt Berlin Hertzallee GmbH rund 54.500 Quadratmeter Bruttogeschossfläche für Büros und Gewerbe zur Verfügung. Auf landeseigenen Grundstücken sollen zusätzlich 500 Apartments für Studierende und 210 Wohnungen entstehen.

Damit werden die bereits länger bekannten Pläne für ein Hochhausquartier an der Hertzallee konkreter. Der zugrunde liegende Entwurf stammt von yellow z urbanism architecture gemeinsam mit bgmr Landschaftsarchitekten. Das Konzept ging aus einem Gutachterverfahren hervor. Die Türme sollen sich in ihrer Höhe staffeln und damit zwischen den bestehenden Hochpunkten der westlichen Innenstadt vermitteln.

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BVG-Endhaltestelle entscheidet über den weiteren Zeitplan

Ein unmittelbarer Baustart folgt aus dem neuen Vertrag jedoch nicht. Zunächst muss die Betriebsendhaltestelle der BVG innerhalb des Plangebiets verlegt werden. Vorgesehen ist eine neue, eingehauste und elektrifizierte Halle auf dem Grundstück der Projekt Berlin Hertzallee GmbH. Erst wenn die dafür erforderlichen weiteren städtebaulichen Verträge geschlossen sind, kann nach Angaben der Senatsverwaltung das Bebauungsplanverfahren zur Schaffung des Baurechts abgeschlossen werden.

Die Hertzallee soll damit langfristig mehr als eine Ansammlung einzelner Hochhäuser werden. Geplant sind öffentliche Wege, Grün- und Freiräume sowie Läden, Gastronomie und weitere öffentliche Nutzungen in den Erdgeschossen. Ein neuer Stadtplatz soll ebenfalls entstehen. Der neue Rahmenvertrag bringt diese Planung einen Schritt weiter. Einen belastbaren Termin für Baustart oder Fertigstellung der Hochhäuser gibt es bislang aber nicht.

Hochhausquartier Hertzallee Nord
An der Hertzallee Nord beim Bahnhof Zoo sind vier Hochhäuser mit Höhen zwischen 75 und 110 Metern sowie Büro-, Gewerbe-, Wohn- und Hochschulnutzungen geplant.

Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Reiß & Co., yellow z, Berliner Morgenpost

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4 Kommentare

  1. Löwe 2. Oktober 2026 at 21:57 - Reply

    Zitat:“..am Bahnhof Zoo soll eines der markantesten neuen Hochhausquartiere der Berliner City West entstehen.“

    Die ganze Gegend dort eignet sich für Hochhäuser weil sich dort ein wichtiger Knotenpunkt der Stadt befindet. Leider erkennt man auf dem Entwurf oben nicht genau wie sich das räumlich einpasst, aber es sieht spannend aus. Das grün lässt hoffen, weil davon kann die ganze Gegend dort mehr vertragen.

    Zitat:“Geplant sind öffentliche Wege, Grün- und Freiräume sowie Läden..“

    Warum gibt es dazu keine 3D Animation? Und ich plädiere dafür Nebenan, am Breitscheidplatz, den regulären Autoverkehr zu beenden, und die Planungen für mehr Freiräume dort hingehend weiter zu entwickeln.

    • Max H. 3. Oktober 2026 at 19:12 - Reply

      Sehe ich bzgl. der Hochhäuser anders. Der Bahnhof Zoo dient schon der City West als Impulsgeber für Hochpunkte. Die sind aber wirklich extrem zentral gelegen zwischen Bahnhof Zoo, Breitscheidplatz und Kudamm. Mehr Zentrum geht nicht und das rechtfertigt auch eine Hochhausentwicklung dort, die gern weiter gefördert werden kann.
      An der Hertzallee gibt es aus meiner Sicht allerdings mehrere Gründe, die dort gegen eine Hochhausentwicklung mit bis zu 110 Metern sprechen. Erstens gibt es dort bisher keinerlei Hochpunkte, die Gebäudehöhe ist dort sehr homogen. Zweitens liegt auf der anderen Seite der Schienen direkt der Zoo, ich finde es nicht schön, wenn der von allen Seiten mit Hochpunkten eingebaut ist. Das größte Problem ist allerdings, dass das eine unbedeutende Nebenstraße ist, die nach 20 Uhr abweisend und ausgestorben ist, weil dort kein Wohnen, keine Kultur, keine Freizeit stattfindet stattfindet. Das ganze Quartier ist ausgerichtet auf Bildung, Wissenschaft, Öffentliche Verwaltung. Die vier Hochhäuser werden hier keine Belebung anstoßen können, dafür gibt die Hertzallee viel zu wenig her. Und Hochhäuser mit 100 Metern Höhe in einer nach 20 Uhr toten Umgebung… das riecht ganz stark nach Frankfurt Downtown bzw. amerikanischer Downtown. Sowas wollen wir nicht in Berlin. Es ist absehbar, dass dies eine ruhige Umgebung bleiben wird, also sollte hier niedriger gebaut werden. Man kann natürlich für die städtebauliche Dichte die homogene Gebäudehöhe etwas aufbrechen und ein paar Geschosse drüber gehen, aber man sollte das Gefüge nicht völlig sprengen. Das Resultat wäre nämlich eine weitere Versprengung der Hochhausgruppen, denn die City West ist schon ein gutes Stück entfernt von der Hertzallee und wäre ziemlich alleinstehend dort. Und auch die Entfernung zum Ernst-Reuter-Platz mit seinen Hochpunkten ist groß.

      In der City West kann man wie am Alex meinetwegen größer denken, weil diese eh von der Monofunktion Kommerz geprägt ist und kaum nutzungstechnische Vielfalt bietet. Die Hertzallee sollte man dagegen mit mehr Behutsamkeit und Sinn entwickeln.

  2. Torsten Behrend 5. Oktober 2026 at 16:39 - Reply

    Und wieder nur 110 Meter? Da wären doch mal richtige Hochhäuser 150-200 Merer angezeigt.
    Berlin ist und bleibt provinziell, will aber so gern metroplös sein.

  3. Suppe 6. Oktober 2026 at 01:14 - Reply

    110 m, etwas süß ist das ja schon. Klar brauch es auch jemand, der es bauen lässt, aber 110 m ist schon eine komisch niedrige Vorgabe.

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