Das geplante Hochhaus an der Rudolfstraße sorgt erneut für Diskussionen. Im Mittelpunkt steht diesmal weniger der Entwurf als das Tempo des Planungsverfahrens. Ob tatsächlich schon bald Baurecht entstehen kann, ist allerdings noch offen.

Das Straßenschild der Rudolfstraße in Berlin-Friedrichshain steht im Vordergrund, während im Hintergrund der „Amazon Tower“ und die aktuellen Hochhaus-Pläne nahe der Warschauer Straße sichtbar werden.

An der Rudolfstraße nahe der Warschauer Straße prüft ein Investor den Bau eines weiteren Hochhauses mit Wohnnutzung. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: Henning Larsen Architects

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An der Warschauer Brücke könnte eines der höchsten Wohngebäude Berlins entstehen. Seit Monaten läuft für das Hochhaus-Vorhaben an der Rudolfstraße 17–18 ein Bebauungsplanverfahren. Nun rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie schnell die Planung so weit vorangetrieben werden kann, dass bereits vor dem endgültigen Abschluss des Verfahrens eine Genehmigung möglich wäre.

  • Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
  • Adresse: Rudolfstraße 17–18 / Ehrenbergstraße 15, 10245 Berlin
  • Bebauungsplan: V-67a VE
  • Projektstatus: Bebauungsplanverfahren läuft
  • Höhe: bis zu 167 Meter
  • Wohnungen: rund 1.060

Die Planung sieht einen rund 52 Geschosse hohen Wohnturm sowie weitere Gebäude vor. Nach dem zuletzt veröffentlichten Stand sollen auf dem Areal etwa 1.060 Wohnungen entstehen, rund 366 davon gefördert. Der Entwurf von Henning Larsen und Müller Reimann ging aus einem zweistufigen Werkstattverfahren hervor. Die Planungen für das 167-Meter-Hochhaus an der Warschauer Brücke sehen außerdem einen öffentlichen Stadtplatz, einen begrünten Wohnhof und ergänzende Nutzungen vor.

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Die Visualisierung zeigt das Hochhaus, das in der Rudolfstraße entstehen soll.

Der Entwurf für das Hochhaus in der Rudolfstraße kombiniert konkav ausgebildete Bögen mit vertikalen Fassadenelementen. / © Visualisierung: Henning Larsen Architekten

Hochhaus an der Rudolfstraße: Berichte über schnelle Planreife sorgen für neuen Streit

Nach Informationen des Tagesspiegels soll die Senatsverwaltung prüfen, die sogenannte Planreife in den kommenden Wochen festzustellen. Damit könnte eine Genehmigung grundsätzlich schon vor der endgültigen Festsetzung des Bebauungsplans möglich werden. Offiziell bestätigt ist dieser Zeitplan jedoch nicht. Die Senatsverwaltung erklärte auf Anfrage der Zeitung, derzeit lasse sich nicht sagen, wann Planreife erreicht oder erklärt werden könne. Zudem sei ein Widerspruchsverfahren noch nicht abgeschlossen.

Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg kritisiert das Vorgehen rund um das Hochhaus an der Rudolfstraße. Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) wirft dem Senat nun vor, das Verfahren zu stark zu beschleunigen. Dabei verweist er unter anderem auf offene Fragen zu Verkehrs- und Sozialinfrastruktur sowie auf Bahnflächen.

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„Der angebliche ‚Turbo‘ für dringend benötigten Wohnraum entpuppt sich bei Lichte besehen vor allem als Gefälligkeitsplanung für hochpreisiges Investment in luftiger Höhe, während die echte soziale Infrastruktur, die Grünflächen und die Belastungen für die Anwohnerinnen und Anwohner völlig ungelöst bleiben“, erklärt er in einer Mitteilung.

Der Bereich an der Rudolfstraße in Berlin-Friedrichshain zeigt den möglichen Standort eines weiteren Hochhauses nahe der Warschauer Straße mit Blick auf den „Amazon Tower“.

Das Grundstück an der Rudolfstraße zählt zu den umstrittenen Hochhaus-Plänen an der Warschauer Straße und liegt nahe dem „Amazon Tower“. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Hochhaus an der Warschauer Brücke: Bahnflächen bleiben offener Punkt

Bereits im Juli war bekannt geworden, dass neben dem regulären Bebauungsplanverfahren auch andere Wege zum Baurecht geprüft wurden. Eine Bauvoranfrage hatte der Bezirk abgelehnt, anschließend legte die Vorhabenträgerin Widerspruch ein. Auch die mögliche Freistellung angrenzender Bahnflächen spielt weiter eine Rolle.

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Die Planung selbst ist inzwischen weit ausgearbeitet. Fachunterlagen behandeln unter anderem Verkehr, Lärm, Wind, Stadtklima, Regenwasser, Artenschutz, Baugrund und mögliche Auswirkungen auf technische Anlagen. Auch Visualisierungen von Henning Larsen stehen über die offiziellen Planungsunterlagen des Landes Berlin zur Verfügung. Damit liegen umfangreiche Grundlagen vor. Ob daraus kurzfristig Planreife folgt, bleibt jedoch eine noch offene verfahrensrechtliche Frage.

167-Meter-Hochhaus an der Warschauer Brücke
An der Rudolfstraße nahe der Warschauer Brücke ist ein bis zu 167 Meter hohes Wohnhochhaus als Teil eines Quartiers mit rund 1.060 Wohnungen geplant.

 

Quellen: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, meinBerlin, Henning Larsen Architects, Tagesspiegel

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