Am Montag stellten die fünf Planungsteams ihre überarbeiteten Entwürfe für das Viktoriaspeicherareal vor. Anwohnerinnen, Anwohner und weitere Interessierte konnten dabei ein letztes Mal ihre Meinung einbringen. Wie geht es nun mit dem letzten großen Grundstück an der Spree weiter?

Container, Stellflächen und die alte Kranbahn zeugen von der industriellen Vergangenheit des Areals. Mehrere Entwürfe greifen diese Spuren bewusst auf und führen sie in die Gestaltung des künftigen Quartiers über. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Die BEHALA und die Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM) haben für das Areal zwischen Köpenicker Straße und Spree ein städtebaulich-freiraumplanerisches Werkstattverfahren ausgelobt. Fünf interdisziplinäre Teams entwickeln Konzepte für rund 1.000 Wohnungen, dazu für Gewerbe und öffentliche Freiräume. Am Montag Abend präsentierten sie ihre angepassten Entwürfe und nahmen Anmerkungen von Anwohnerinnen und Anwohnern entgegen.
Gestern bewertete die Jury die Entwürfe in einer nicht öffentlichen Sitzung. Einen klassischen Sieger soll es nicht geben, am Ende steht vielmehr ein Ranking, das über die Zukunft des Geländes entscheidet. Bezirksstadtrat Florian Schmidt sprach von einem komplizierten Grundstück und rechnet mit etwa drei Jahren bis zur Baureife. Zugleich könne das Verfahren eine Grundsatzentscheidung zum Bebauungsplan noch vor der Sommerpause ermöglichen.
Neues Wohnquartier an der Köpenicker Straße: Was die fünf Entwürfe verbindet

Die viel befahrene Köpenicker Straße bildet die südliche Kante des Areals. Alle Teams setzen hier auf einen baulichen Rücken, der den Lärm abhält und so im Inneren des Quartiers und am Wasser ruhige Wohnlagen ermöglicht. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Trotz unterschiedlicher Handschriften teilen die Teams einen gemeinsamen Rahmen. Der historische Viktoriaspeicher bleibt in allen Konzepten der zentrale Bezugspunkt und wird freigestellt in Szene gesetzt. Entlang des Wassers ist durchgängig eine öffentliche Uferpromenade vorgesehen. Zur Köpenicker Straße bildet die Bebauung einen ruhigen Rücken gegen den Lärm, während sich die Quartiere zur Spree hin öffnen.
Auch programmatisch ähneln sich die Ansätze. Alle Teams setzen auf eine Mischung aus Wohnen und Gewerbe sowie auf ein weitgehend autoarmes Quartier. Sogenannte „Spreefenster“, also Sichtachsen von der Stadt zum Wasser, tauchen mehrfach auf. Hinzu kommt der bewusste Umgang mit dem industriellen Erbe, etwa mit Kaimauer, Kranbahn und alten Belägen.
Promenade am Spreeufer: Großflächiges Grün prägt die öffentlichen Räume

Entlang der Spree wird das Gelände bislang als Lagerfläche genutzt. Künftig soll hier eine durchgängige öffentliche Uferpromenade verlaufen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Am deutlichsten verbindet die Entwürfe das Ziel, die öffentlichen Räume großflächig zu begrünen. Die Teams planen zusammenhängende Uferparks, zahlreiche neue Baumpflanzungen und entsiegelte Flächen. Wildblumenwiesen, Stauden und Regengärten sollen Schatten spenden, das Mikroklima verbessern und Lebensräume für Insekten und Vögel schaffen. So soll aus dem heutigen Lagerplatz ein klimaangepasstes Stück Stadt werden.
Im Detail unterscheiden sich die Vorstellungen jedoch. Mehrere Entwürfe legen geschützte Klimahöfe und gemeinschaftliche Gärten in den Wohnblöcken an, andere setzen auf Dachgärten und begrünte Plätze. Auch der Charakter des Ufers fällt unterschiedlich aus, denn ein Team plant eine raue, industriell geprägte Hafenkante, ein anderes eine durchgestaltete Promenade.
Entwicklung des Viktoriaspeicherareal: Hochpunkte bis zu 60 Metern geplant

Der historische Viktoriaspeicher ist das prägende Wahrzeichen des Areals. In allen fünf Entwürfen bleibt er als Identitätsanker des neuen Quartiers erhalten und wird freigestellt in Szene gesetzt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Zum auffälligsten Kontrast wird die Höhenentwicklung. Mehrere Teams planen markante Hochpunkte, einer davon ein Wohnhochhaus von bis zu 60 Metern mit öffentlicher Dachbar. Ein anderer Entwurf ordnet drei Türme nach eigenen Angaben in die Berliner Hochhausreihe an der Spree ein, während ein weiteres Team einen bewusst zurückhaltenden Akzent setzt. Damit steht die Frage im Raum, wie hoch am Ufer gebaut werden soll.
Nach der gestrigen Sitzung erstellt die Jury ihr Ranking, das die Projektpartner für das weitere Vorgehen nutzen. Bis aus den Plänen ein Quartier wird, dürften noch Jahre vergehen. Schmidt verwies auf das Stichwort Mediaspree und darauf, dass ein durchgehender Grünzug von der Schillingbrücke bis zur Oberbaumbrücke weiter auf sich warten lasse.

Der Blick über die Spree zeigt die bereits bebaute Friedrichshainer Seite. Sie dient in der Debatte um das Viktoriaspeicherareal als Referenz für die weitere Entwicklung. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Quellen: BEHALA, WBM
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Guten Tag,
im Jahre 2003 mussten Gewrrbetreibende Grundstücke in diesem Bereich räumen da hier gebaut werden sollte. Das ist 23 Jahre her.
Jetzt gibt es Gedanken für die Gestaltung.
Das ist Berlin.
Peter Wisotzki