In Berlin sollen mehrere Hochhäuser auf heutigen Parkplätzen und Garagenflächen entstehen. ENTWICKLUNGSSTADT zeigt Standorte und den vorgesehenen Ersatz für wegfallende Stellplätze.

Hohenschönhauser Straße
Vincent-van-Gogh-Straße
Lea-Grundig-Straße
Helene-Weigel-Platz
Greifswalder Straße
Märkisches Quartier
Mollstraße

 

© Titelbild: Ten Brinke Group B.V

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Berlin sucht Flächen für neue Wohnungen. Dabei geraten Grundstücke in den Blick, die seit Jahrzehnten fast ausschließlich abgestellten Autos dienen. Große Parkplätze, ein früherer Busabstellplatz und Garagenhöfe bieten Platz für eine deutlich dichtere Bebauung.

Mehrere dieser Vorhaben sollen Hochhäuser oder zumindest markante Hochpunkte erhalten. Doch der Abriss von Garagen und der Wegfall von Parkplätzen sorgen regelmäßig für Konflikte. Während die Projektträger auf neue Wohnungen, geförderte Mieten und bereits versiegelte Grundstücke verweisen, fragen Anwohnerinnen und Anwohner, wo ihre Autos künftig stehen sollen.

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Hochhäuser auf Parkplätzen: Berlin nutzt bereits versiegelte Flächen

Die Entwicklung zeigt sich besonders deutlich in den großen Wohnsiedlungen im Osten und Norden Berlins. Viele dieser Quartiere entstanden zu einer Zeit, als Stadtplaner große Flächen für den Autoverkehr reservierten. Zwischen Wohnblöcken, Einkaufszentren und Hauptstraßen liegen deshalb bis heute ausgedehnte Stellplatzanlagen.

ENTWICKLUNGSSTADT zeigt, wo neue Hochhäuser Parkplätze verdrängen und welche Alternativen für den ruhenden Verkehr vorgesehen sind.

Hohenschönhauser Straße: 580 Wohnungen auf einem früheren Busparkplatz

Der frühere Busparkplatz an der Hohenschönhauser Straße und am Weißenseer Weg in Berlin soll für Wohnungen, ein Hochhaus, eine Schule und eine Quartiersgarage weichen.

Auf dem früheren Busparkplatz an der Hohenschönhauser Straße in Berlin-Lichtenberg plant die HOWOGE ein Quartier mit rund 580 Wohnungen und einem 16-geschossigen Hochhaus. / © Visualisierungen: AG.URBAN für SenSBW, auf Basis des städtebaulichen Entwurfs der BSM mbH

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  • Bezirk: Lichtenberg
  • Adresse: Hohenschönhauser Straße / Weißenseer Weg, 10369 Berlin
  • Ehemalige Nutzung: Busabstellplatz
  • Projektstatus: Bebauungsplan beschlossen
  • Künftige Wohnungszahl: 580 Wohnungen
  • Baubeginn: Viertes Quartal 2026 angekündigt
  • Fertigstellung: Etwa 2029 angestrebt

An der Kreuzung Hohenschönhauser Straße und Weißenseer Weg plant die landeseigene HOWOGE ein neues Stadtquartier. Das Grundstück im Ortsteil Fennpfuhl diente früher als Busparkplatz. Damit entsteht das Vorhaben auf einer bereits weitgehend versiegelten Fläche, die bislang kaum städtebauliche Qualität bot.

Zum Quartier gehören rund 580 Wohnungen. Etwa die Hälfte soll öffentlich gefördert werden. Darüber hinaus plant die HOWOGE Wohnungen für Studierende und Auszubildende. Der höchste Baukörper soll 16 Geschosse erreichen. In seinen unteren sechs Etagen sind gewerbliche Nutzungen vorgesehen, darüber Wohnungen.

Für Autos soll eine mindestens viergeschossige Quartiersgarage gebaut werden. Wie viele Stellplätze sie genau aufnehmen wird, ist bislang nicht veröffentlicht. Der angekündigte Baubeginn im vierten Quartal 2026 hängt zudem von den noch erforderlichen Genehmigungen und weiteren Verfahrensschritten ab.

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Vincent-van-Gogh-Straße: Hochhaus ersetzt große Parkplatzfläche

Die Architekturvisualisierung zeigt den geplanten Neubau mit Wohnungen an der Vincent-van-Gogh-Straße, einer mehrgeschossigen Fassade, Bäumen, Fußwegen und Menschen im Außenbereich.

Die Visualisierung zeigt die Pläne für rund 140 Wohnungen an der Vincent-van-Gogh-Straße in Neu-Hohenschönhausen mit begrüntem Umfeld und öffentlich nutzbaren Erdgeschossflächen. / © Visualisierung: Winking / Froh Architekten

  • Bezirk: Lichtenberg
  • Adresse: Vincent-van-Gogh-Straße 33–41, 13057 Berlin
  • Ehemalige Nutzung: versiegelte Parkplatzfläche
  • Projektstatus: Bauantrag im März 2026 eingereicht
  • Künftige Wohnungszahl: 140 Wohnungen
  • Baubeginn: Frühjahr 2027 angekündigt

Auch in Neu-Hohenschönhausen setzt die HOWOGE auf einen Parkplatz als Baugrundstück. An der Vincent-van-Gogh-Straße soll ein langgestrecktes Wohngebäude mit einem Hochpunkt entstehen. Der Neubau beansprucht überwiegend eine heute versiegelte Stellplatzfläche.

Vorgesehen sind rund 140 Mietwohnungen mit einem bis vier Zimmern. Hinzu kommen größere Clusterwohnungen, die gemeinschaftliche Wohnformen ermöglichen sollen. Alle Wohnungen plant die HOWOGE barrierearm, 20 Einheiten sollen die Anforderungen für Rollstuhlnutzende erfüllen. Etwa die Hälfte der Wohnungen soll öffentlich gefördert werden.

Das Erdgeschoss soll nicht allein den Bewohnerinnen und Bewohnern dienen. Die Planung sieht medizinische, gastronomische und soziale Angebote vor. Damit könnte das Gebäude auch Funktionen für das umliegende Quartier übernehmen.

Lea-Grundig-Straße: 19-Etagen-Hochhaus auf einem Parkplatz in Marzahn

Ein Straßenschild in Marzahn zeigt die Lea-Grundig-Straße Ecke Jan-Petersen-Straße.

In Marzahn an der Lea-Grundig-Straße Ecke Jan-Petersen-Straße soll ein 19-geschossiges Hochhaus entstehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT /KI

  • Bezirk: Marzahn-Hellersdorf
  • Adresse: Lea-Grundig-Straße / Ecke Jan-Petersen-Straße, 12679 Berlin
  • Ehemalige Nutzung: Parkplatzfläche
  • Projektstatus: Positiver Vorbescheid
  • Künftige Wohnungszahl: 96 Wohnungen

Eines der höchsten Projekte dieser Übersicht plant die Wohnungsbaugenossenschaft Marzahner Tor. An der  Lea-Grundig-Straße soll ein 19-geschossiges Hochhaus mit rund 61,55 Meter Höhe entstehen. Der Standort dient heute als Parkplatz.

Das Gebäude soll 96 Wohnungen erhalten. Nach dem bisherigen Konzept gehören dazu zwei Senioren-Wohngemeinschaften. Ergänzend sind eine Arztpraxis, Physiotherapie, ein Veranstaltungsraum sowie kleinere Gewerbeeinheiten geplant. Insgesamt stehen dafür rund 460 Quadratmeter Gewerbefläche im Raum. Unter dem Hochhaus soll eine Tiefgarage mit 48 Stellplätzen entstehen. Damit verlagert das Projekt einen Teil des ruhenden Verkehrs unter das Gebäude.

Helene-Weigel-Platz: Hochhaus-Bau auf Rewe-Parkplatz

Die Luftbildmontage zeigt den Helene-Weigel-Platz in Marzahn mit den geplanten Neubauten. Rot markierte Gebäude kennzeichnen die Standorte für neue Wohnhäuser, ein Parkhaus und ein Wohn- und Geschäftshaus im Rahmen der Pläne für mehr als 500 Wohnungen.

Die Visualisierung zeigt die geplanten Neubauten am Helene-Weigel-Platz in Marzahn aus der Vogelperspektive. Die rot markierten Gebäude verdeutlichen den Umfang der geplanten Wohnbebauung. / © Grafik: ENTWICKLUNGSSTADT; Foto: ENTWICKLUNGSSTADT; Quelle: Berliner Morgenpost

  • Bezirk: Marzahn-Hellersdorf
  • Adresse: Helene-Weigel-Platz, 12681 Berlin
  • Ehemalige Nutzung: Parkplatz des Rewe-Marktes sowie Parkflächen am ehemaligen Kino Sojus
  • Projektstatus: Zwei laufende Bebauungsplanverfahren
  • Künftige Wohnungszahl: mehr als 500 Wohnungen im Gesamtbereich

Am Helene-Weigel-Platz in Marzahn zeigt sich besonders deutlich, wie konfliktträchtig der Bau auf Parkplatzflächen sein kann. Für die Westseite des Platzes laufen Planungen auf dem Gelände rund um den Rewe-Markt. Auf der Ostseite soll das Areal des früheren Kinos Sojus neu geordnet werden.

Nach Angaben der Anwohnerinitiative wollen die Projektentwickler auf Hochhäuser unmittelbar am zentralen Platz verzichten. Stattdessen könnten längliche Gebäude an den bestehenden Straßenachsen entstehen. Ein Hochhaus mit bis zu 13 Geschossen ist demnach an der Märkischen Allee auf dem Rewe-Parkplatz vorgesehen.

Für wegfallende Parkplätze ist ein fünfgeschossiges Parkhaus vorgesehen. Wie viele Stellplätze tatsächlich entfallen und wie viele im Neubau entstehen, steht noch nicht abschließend fest.

Greifswalder Straße 86: Hochhaus auf einem Nahversorgungsparkplatz

Blick auf den EDEKA-Markt an der Greifswalder Straße in Berlin-Prenzlauer Berg. Das Foto zeigt den Bestandsbau an einer stark befahrenen Kreuzung mit Autos, Radfahrern und Fußgängern. Hinter dem Supermarkt erhebt sich ein mehrgeschossiges Wohngebäude.

Der EDEKA-Markt an der Greifswalder Straße in Berlin-Prenzlauer Berg: Das Areal gilt als potenzieller Entwicklungsstandort und wird im Zusammenhang mit Überlegungen zu einer möglichen Nachverdichtung und neuen Hochhausprojekten diskutiert. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

  • Bezirk: Pankow
  • Adresse: Greifswalder Straße 86, 10409 Berlin
  • Ehemalige Nutzung: Nahversorgungszentrum mit eingeschossigen Gewerbebauten und Parkplätzen
  • Projektstatus: Frühe Planung und Vorabstimmungen

An der Greifswalder Straße 86 in Prenzlauer Berg soll ein 13-geschossiges Hochhaus entstehen. Der Standort liegt nördlich des S-Bahnhofs Greifswalder Straße an der Kreuzung mit der Storkower Straße. Heute prägen zwei eingeschossige Gewerbebauten und die dazugehörigen Parkplätze das Grundstück.

In den Bestandsgebäuden befinden sich mehrere Einzelhandelsbetriebe, darunter ein Edeka-Markt. Die Planung sieht weiterhin Verkaufsflächen im Erdgeschoss vor. Darüber sollen Wohnungen entstehen. Der geplante Baukörper soll rund 43,4 Meter hoch werden, 13 Geschosse umfassen und etwa 10.600 Quadratmeter Bruttogeschossfläche erreichen.

Märkisches Quartier: Zwei Hochhäuser und 690 Wohnungen am Einkaufszentrum

Visualisierung des geplanten Hochhauses im „Märkischen Quartier“ am Wilhelmsruher Damm 128 mit Wohnungen, Gewerbeflächen und begrünten Außenbereichen neben dem Märkischen Zentrum in Berlin-Reinickendorf.

Die Visualisierung zeigt die geplanten Hochhäuser des „Märkischen Quartiers“ am Wilhelmsruher Damm 128. Neben dem Märkischen Zentrum sollen Wohnungen, Gewerbeflächen und begrünte Freiräume entstehen. / © Visualisierung: Kintyre Investments GmbH

  • Bezirk: Reinickendorf
  • Adresse: Wilhelmsruher Damm 128/140 und Senftenberger Ring, 13439 Berlin
  • Ehemalige Nutzung: Teil des Einkaufszentrums mit Handels-, Liefer- und Stellplatzflächen
  • Projektstatus: Baugenehmigung für fünf Wohn- und Geschäftshäuser erteilt
  • Künftige Wohnungszahl: 690 Wohnungen

Am Märkischen Zentrum in Reinickendorf soll ein neues Quartier mit fünf Wohn- und Geschäftshäusern entstehen. Zwei der Gebäude sind als Hochhäuser geplant. Insgesamt umfasst das genehmigte Konzept 690 Wohnungen auf einem rund 19.100 Quadratmeter großen Grundstück. Zwei geplante Tiefgaragen sollen zusammen 153 Pkw-Stellplätze aufnehmen. Hinzu kommen mehr als 1.500 Fahrradstellplätze.

Das Areal gehört zum weitläufigen Einkaufs- und Stadtteilzentrum am Wilhelmsruher Damm. Die Flächen dienten bislang vor allem dem Handel, der Erschließung und dem ruhenden Verkehr. Die Planung ordnet diesen Bereich grundlegend neu: Wohnungen entstehen über gewerblich genutzten Sockelgeschossen, während neue Plätze, Wege und Höfe das bislang stark auf Einkauf und Autos ausgerichtete Grundstück öffnen sollen.

Mollstraße: 84 Wohnungen auf einem ehemaligen Parkplatz in Friedrichshain

Ein Blick auf die Baufläche in der Berliner Mollstraße, wo bis 2027 ein neues Wohnhochhaus entsteht.

Blick auf die Baufläche in der Berliner Mollstraße, wo bis 2027 ein neues Wohnhochhaus entsteht. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

  • Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
  • Adresse: Mollstraße 22, 10249 Berlin
  • Ehemalige Nutzung: Parkplatz
  • Projektstatus: Im Bau
  • Künftige Wohnungszahl: 84 Wohnungen
  • Baubeginn: April 2026
  • Fertigstellung: Voraussichtlich Ende 2027

An der Mollstraße hat die landeseigene WBM im Frühjahr 2026 mit dem Bau eines neuen Wohn-Hochhauses begonnen. Das Grundstück im Barnimkiez diente zuvor als Parkplatz. Mit dem Neubau wird eine bereits versiegelte Fläche für den Wohnungsbau genutzt, ohne zusätzliche Grünflächen in Anspruch zu nehmen.

Das Wohnhochhaus soll 84 Mietwohnungen erhalten. Geplant sind überwiegend Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen, von denen ein Teil barrierefrei ausgeführt wird. Das Gebäude entsteht aus Infraleichtbeton, der ohne zusätzliche Fassadendämmung auskommt und dadurch Material einsparen soll. Die WBM rechnet derzeit mit einer Fertigstellung bis Ende 2027.

Parkplätze bleiben ein zentraler Teil der Berliner Hochhaus-Planung

Die Projekte zeigen ein wiederkehrendes Muster. Berlin bebaut keine einheitliche Kategorie ungenutzter Flächen. Einige Parkplätze dienen vor allem dem Einzelhandel, andere den Bewohnerinnen und Bewohnern großer Siedlungen. Am Helene-Weigel-Platz kommen Umsteigende der S-Bahn hinzu, während der frühere Busparkplatz an der Hohenschönhauser Straße eine andere Funktion hatte.

Entsprechend unterschiedlich fallen die Ersatzkonzepte aus. Dazu kommt: Nur ein Teil der Vorhaben hat bereits einen fortgeschrittenen Genehmigungsstand. Damit steht auch der konkrete Verlust vieler Parkplätze noch nicht unmittelbar bevor. Bei mehreren Standorten können sich Gebäudehöhen, Wohnungszahlen, Stellplatzkonzepte und Zeitpläne im weiteren Verfahren verändern. Sicher ist bislang nur die grundsätzliche Richtung: Große Stellplatz- und Garagenflächen spielen bei der Suche nach Bauland für neue Wohnungen und Hochhäuser in Berlin eine wachsende Rolle.

 

Quellen: Bezirksamt Reinickendorf, HOWOGE, STADT UND LAND, ioo Planungsgesellschaft, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Bezirksamt Lichtenberg, Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf

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