Frankfurts Hochhauslandschaft befindet sich in einem stetigen Wandel. Das Jahr 2026 markiert dabei einen Moment, in dem Fertigstellungen, Umbauten und Abrisse zugleich sichtbar werden und die Skyline nachhaltig verändern.

FOUR
Main Plaza
Börse 14
KWU Türme
Sparda Bank Tower

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

 

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Frankfurt zählt zu den wenigen deutschen Städten, deren Stadtbild maßgeblich von Hochhäusern geprägt wird. Über Jahrzehnte hinweg standen vor allem Neubauten und Höhenrekorde im Fokus. Inzwischen richtet sich der Blick aber vermehrt auch auf Nutzungsmischung, Bestandserhalt und städtebauliche Einbindung.

Das Jahr 2026 bündelt diese Entwicklung in besonderer Weise. Während sich zahlreiche Hochhausprojekte kontinuierlich im Bau befinden werden, erreichen andere Vorhaben besonders wichtige Etappen: Gebäude werden fertiggestellt, markante Hochhäuser umfassend umgebaut oder vollständig zurückgebaut. In dieser Gleichzeitigkeit wird sichtbar, wie vielfältig sich die Entwicklung der Frankfurter Skyline derzeit vollzieht.

„FOUR“ Frankfurt im Endspurt: Die Innenstadt wächst nach oben

FOUR Frankfurt Visualisierung

© Visualisierung: Groß & Partner

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Anfang 2026 erreicht „FOUR“ Frankfurt, eines der ambitioniertesten innerstädtischen Hochhausprojekte Deutschlands, mehrere wichtige Meilensteine. Auf dem früheren Deutsche-Bank-Areal entsteht ein Ensemble aus vier Türmen mit Büros, Wohnungen, Hotels und öffentlich zugänglichen Flächen. Ziel ist es, die Frankfurter Innenstadt funktional zu erweitern und auch außerhalb der Bürozeiten zu beleben.

Der zentrale Stadtplatz vor Turm 1 ist inzwischen fast fertiggestellt, die Erdgeschossbereiche aller Türme werden zunehmend nutzbar. In Turm 2 schreitet der Innenausbau voran, inklusive Fitnessstudio und Supermarkt, während Turm 3 und 4 ihre Sockelzonen für Handel und Gastronomie fertigstellen. Damit nimmt das Quartier seine finale Gestalt an und wird erstmals funktional erlebbar.

„Börse 14“: Verdichtung an prominenter Stelle vor Fertigstellung

Ein Foto der Baustelle rund um das Projekt "Börse 14"

© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Am Eschenheimer Tor nähert sich der Neubau „Börse 14“ seiner Fertigstellung im Jahr 2026. Das Hochhaus ersetzt einen Bestandsbau und positioniert sich an der Schnittstelle zwischen historischer Innenstadt und Bankenviertel. In Höhe und Gestaltung bleibt das Gebäude vergleichsweise zurückhaltend.

Gerade diese Zurückhaltung wird als Versuch gewertet, den sensiblen Stadtraum nicht zu überformen. Gleichzeitig verdeutlicht das Projekt, wie stark zentrale Lagen weiter verdichtet werden. Ob „Börse 14“ dem Anspruch gerecht wird, städtebauliche Präsenz mit Maß zu verbinden, wird sich nach der Fertigstellung zeigen.

„Sparda-Bank Tower“: Turm am Messezugang wird 2026 fertig

Sparda Bank Tower im Bau

© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Ein weiteres Projekt, das 2026 ins Blickfeld rückt, ist der „Sparda-Bank Tower“ im Europaviertel. Der knapp 124 Meter hohe Turm wächst seit 2022 an der Europa-Allee und soll im zweiten Quartal 2026 fertiggestellt werden. Er kombiniert verschiedene Nutzungen: Neben der Zentrale einer Genossenschaftsbank sind in unteren Geschossen ein Hotel der Atlantic-Gruppe sowie Flächen für die Messe Frankfurt vorgesehen.

Der Bauverlauf verlief nicht reibungslos: Zwischenzeitliche Qualitätsprobleme und ein Wechsel des Bauunternehmens führten zu Verzögerungen und verschoben die Fertigstellung gegenüber ursprünglichen Planungen in Richtung 2026. Das Projekt steht damit für die praktischen Herausforderungen großer gemischt genutzter Hochhäuser im innerstädtischen Kontext.

„Main Plaza“: Art-Déco-Wolkenkratzer wird ab 2026 umgebaut

Ein Foto des Hochhauses Main Plaza in Frankfurt

© Foto: Wikimedia Commons, Roberto Strauss from Frankfurt am Main, CC BY 2.0

Am westlichen Mainufer steht mit dem „Main Plaza“ ein Hochhaus im Fokus, das seit Jahren zum Stadtbild gehört. Ab 2026 soll der markante Art-déco-Turm umfassend modernisiert werden. Ziel ist es, das Gebäude technisch und energetisch zu erneuern, ohne seinen architektonischen Charakter aufzugeben.

Der Umbau verdeutlicht den wachsenden Stellenwert von Transformation im Hochhausbau. Statt Abriss und Neubau rückt der Umgang mit dem Bestand in den Vordergrund. Ob der Spagat zwischen Denkmalschutz, Wirtschaftlichkeit und zeitgemäßer Nutzung gelingt, bleibt eine der zentralen Fragen.

KWU-Türme: Ein Rückbau mit Signalwirkung

Ein Foto der KWU-Hochhäuser am Kaiserlei in Offenbach

© Foto ABG, Jochen Müller

Mit dem geplanten Abriss der KWU-Türme am Kaiserlei im Frühjahr 2026 verschwindet ein lange prägendes Hochhauspaar am östlichen Stadteingang. Die Türme stehen für eine Phase funktionalistischer Büroentwicklung, die heute vielfach als überholt gilt. Der Rückbau eröffnet die Chance für eine grundlegend neue Entwicklung des Areals. Auch der Abschied von bestehenden Türmen wird damit Teil der Frankfurter Skyline-Geschichte.

Frankfurts Skyline: Umnutzung von Bestandsgebäuden wird 2026 prägend

Die fünf Projekte verdeutlichen, dass sich Frankfurts Skyline 2026 nicht allein durch neue Höhen definiert. Umbauten und Abrisse gewinnen an Bedeutung und verändern den Blick auf Hochhäuser als langfristige Stadtbausteine. Ob daraus eine ausgewogenere und nachhaltigere Hochhausentwicklung entsteht, wird sich erst in den kommenden Jahren erweisen.

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