Angesichts der Hitzewelle am Wochenende ruft die Stadt dazu auf, Straßenbäume zusätzlich zu wässern. Insbesondere junge Bäume leiden unter Trockenstress. Gleichzeitig wird deutlich, wie groß die Herausforderungen beim Erhalt und Ausbau des Stadtgrüns inzwischen sind.
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Mit den steigenden Temperaturen verändert sich das Stadtbild in Berlin spürbar: Straßen wirken heißer, Schattenplätze werden knapper, und junge Bäume geraten schneller an ihre Belastungsgrenzen. Vor diesem Hintergrund hat die zuständige Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz einen Appell veröffentlicht, Stadtbäume zusätzlich zu wässern; insbesondere dort, wo sie noch nicht tief genug verwurzelt sind.
Auch aus den Bezirken kommt der Hinweis, sich an der Bewässerung zu beteiligen. So verweist etwa Friedrichshain-Kreuzberg auf die Bedeutung zusätzlicher Wassergaben in Hitzephasen, um das Anwachsen junger Bäume zu sichern. Die Botschaft ist klar: Die kommenden Tage könnten für das Stadtgrün erneut eine kritische Phase werden.
Berlin kämpft mit wachsenden Lücken im Baumbestand
Hinter den aktuellen Aufrufen steht eine längerfristige Entwicklung. Nach Angaben aus der Umweltverwaltung werden bis Ende 2027 rund 5.000 Nachpflanzungen von Straßenbäumen erforderlich sein, um Ausfälle auszugleichen. Das entspricht etwa 2.500 Neupflanzungen pro Jahr – deutlich mehr als die bislang üblichen rund 1.200 jährlich. Gleichzeitig gehen jedes Jahr schätzungsweise rund 2.000 Bäume durch Alter, Schäden oder klimatische Belastungen verloren.
Zwar liegt Berlin beim Gesamtbestand mit rund 439.328 Straßenbäumen Ende 2025 rechnerisch nah an der Zielmarke, doch bleibt der Spielraum gering. Das im vergangenen Jahr beschlossene Klimaanpassungsgesetz setzt das Ziel von 440.000 Straßenbäumen bis Ende 2027. Umweltstaatssekretär Andreas Kraus bezeichnet die Aufgabe als „ambitioniert, aber machbar“. Unterstützt werden soll sie durch ein beschleunigtes Pflanzprogramm.
Mehr Bäume für Berlin: Langfristige Stadtentwicklung unter Klimadruck
Perspektivisch soll sich das Stadtbild weiter verändern: Bis 2040 sieht das Klimaanpassungsgesetz vor, dass im Durchschnitt alle 15 Meter ein Straßenbaum steht. Je nach Berechnungsgrundlage wären dafür bis zu 750.000 Bäume notwendig, Initiativen wie der „BaumEntscheid“ gehen sogar von einer Million aus. Ergänzt wird das Programm durch Maßnahmen wie Entsiegelung, Regenwassermanagement, Hitzeaktionspläne und Fassadenbegrünung.
Am Ende bleibt jedoch auch eine Frage im Raum, die sich in vielen Kiezen stellt: Warum die Verantwortung für das Wässern junger Bäume zunehmend bei Anwohnenden liegt, obwohl die klimatischen Belastungen steigen.
Praktische Hinweise zur Bewässerung – etwa ausreichend große Wassermengen direkt im Wurzelbereich und das Gießen in den frühen Morgen- oder Abendstunden – sollen helfen, die Wirkung zu verbessern. Dennoch zeigt sich: Zwischen ambitionierten Zielzahlen und der alltäglichen Pflege vor Ort bleibt eine Lücke, die nicht allein durch Engagement der Stadtgesellschaft geschlossen werden kann.
Quellen: Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg
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Da muss auch die Stadt mehr tun.
Wassersäcke (gefüllt), Versickerungsrohre, mehr wasserdurchlässige Fläche für den Baum, Wassermanagement, etc.