Im Berliner Mauerpark ist mit dem „Cooling Point“ ein erster Rückzugsort zur Hitzelinderung im öffentlichen Raum entstanden. Die kleine, grüne Installation ergänzt die laufenden Umgestaltungen im Park rund um den Falkplatz und steht sinnbildlich für neue Strategien zur Klimaanpassung in der Stadtentwicklung.
Sportgeräte im Mauerpark Berlin

Der Mauerpark wird derzeit an vielen Stellen neugestaltet. Im vergangenen Monat wurden am Falkplatz neue Sportgeräte installiert und die Rasenflächen erneuert. Nun wurde an anderer Stelle Berlins erster Cooling Point eröffnet. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Foto Titelbild: Wikimedia Commons, Traktorminze, CC BY 3.0 

 

ANZEIGE

Mit einer symbolischen Geste – dem Gießen von Pflanzen – ist im Mauerpark ein Projekt in Betrieb gegangen, das auf zunehmende Hitzebelastung in der Stadt reagiert. Der erste sogenannte Cooling Point Berlins bietet auf rund 25 Quadratmetern einen Rückzugsort mit Schatten, Begrünung, Sitzmöglichkeiten und kostenlosem Trinkwasserzugang. Als Pilotprojekt ist die kleine Anlage Teil einer umfassenderen Strategie zur Klimaanpassung im öffentlichen Raum.

Das Angebot will sich ausdrücklich an alle Menschen richten, unabhängig von sozialem Hintergrund oder Mobilität. Die Fläche ist barrierearm und jederzeit frei zugänglich. Entwickelt wurde der Cooling Point im Rahmen des Modellvorhabens UrbanHeat Labs, gefördert durch das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) koordiniert das Projekt.

Trinkwasserbrunnen am Mauerpark: Zusammenarbeit zwischen Land, Bezirk und Zivilgesellschaft

Die Realisierung erfolgte in enger Kooperation mit dem Bezirksamt Pankow, Grün Berlin GmbH und der Union Sozialer Einrichtungen (USE). Der Trinkwasserbrunnen wird von den Berliner Wasserbetrieben bereitgestellt. Die Nutzung ist bis Oktober 2025 vorgesehen, ab dem Folgejahr ist eine Erweiterung mit Sprühnebel-Technologie geplant.

ANZEIGE

Aus Sicht des Lageso-Präsidenten Alexander Straßmeir zeigt das Projekt, wie eine an den Klimawandel angepasste Stadtgestaltung konkret umgesetzt werden kann. Der Cooling Point biete besonders gesundheitlich gefährdeten Menschen einen geschützten Ort zur Abkühlung.

Inklusive Umsetzung und soziale Verantwortung: Erste Maßnahmen für Hitzeschutz in Pankow

Bei Bau und Kommunikation zum Projekt war ein inklusives Team der USE beteiligt. Geschäftsführer Martin Kaufmann sieht im Cooling Point ein Beispiel für gesellschaftliche Teilhabe: Menschen mit und ohne Behinderung arbeiteten gemeinsam an Planung und Aufbau.

Die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Manuela Anders-Granitzki würdigte das Projekt als einen Ort, der Erholung und Aufenthaltsqualität in einem dicht genutzten Stadtraum schafft. In Zeiten des Klimawandels seien solche niedrigschwelligen Lösungen besonders relevant.

ANZEIGE

Sportstationen und Sitzgelegenheiten: Neuerungen rund um den Falkplatz ergänzen das Konzept

Der Cooling Point ist nicht die einzige Veränderung im Mauerpark. Bereits seit Juni stehen neue Parkflächen am Falkplatz zur Verfügung, neun Monate früher als geplant. Rund 4.300 Quadratmeter wurden neu gestaltet und mit Sportstationen, Sitzgelegenheiten und ökologisch optimierten Wegen ausgestattet. Auch hier lag ein Fokus auf nachhaltiger Entwicklung und barrierefreier Nutzung.

Bis 2027 laufen die weiteren Bauarbeiten im Park abschnittsweise weiter. Geplant sind neue Baumpflanzungen, Spielplatzsanierungen und naturnahe Grünflächen, etwa durch Wildblumenwiesen. Insgesamt fließen rund 16 Millionen Euro aus der Städtebauförderung in das Gesamtprojekt. Die Maßnahmen sollen helfen, dem steigenden Bedarf an wohnortnahen Erholungsräumen im Bezirk gerecht zu werden.

Mauerpark in Pankow: Stadtentwicklung im Zeichen des Klimas

Der Cooling Point und die Umgestaltung des Falkplatzes markieren exemplarisch eine Richtung, die Berlin in der Stadtentwicklung verstärkt verfolgt: klimabewusste, inklusive und sozial orientierte Gestaltung des öffentlichen Raums. In einem stark frequentierten Park wie dem Mauerpark treffen diese Ansätze auf besonders vielfältige Nutzergruppen, und bieten so wertvolle Erkenntnisse für künftige Planungen.

ANZEIGE

Quellen: Bezirksamt Pankow, Grün Berlin GmbH

Jetzt PLUS-Kunde werden

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.

Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag

One Comment

  1. M.Hillen 18. Juli 2025 at 00:18 - Reply

    „Cooling Point“ … was für ein affiger Begriff! Man könnte meinen, die eigene Sprache sei unbrauchbar geworden… in einem Deutschland, das anscheinend mehr und mehr affig wird und sich für keine sprachliche Blödheit mehr zu schade ist..

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.