Das Berliner Pflanzenschutzamt modernisiert seine Klimakammern. Künftig sollen dort unter kontrollierten Bedingungen die Auswirkungen von Hitze, Trockenheit und anderen Klimafolgen auf Bäume, Gehölze und Pflanzenkrankheiten untersucht werden.

Berliner Stadtbäume stehen zunehmend unter dem Druck von Hitze und Trockenheit. Die modernisierten Klimakammern des Pflanzenschutzamtes sollen helfen, ihre Widerstandsfähigkeit unter veränderten klimatischen Bedingungen zu untersuchen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: depositphotos.com
Berlin erlebt einen weiteren Hitzesommer. Während sich die Temperaturen über längere Zeit auf hohem Niveau bewegen, werden aus grünen Wiesen vielerorts braune Flächen. Auch um die Berliner Stadtbäume machen sich immer mehr Menschen Gedanken: Wie lange halten sie Hitze und Trockenheit noch aus – und welche Bäume kommen mit den Bedingungen der kommenden Jahrzehnte überhaupt zurecht?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich auch das Pflanzenschutzamt Berlin. Dort werden derzeit die Klimakammern grundlegend modernisiert. Die neuen Anlagen sollen künftig unterschiedliche Klimabedingungen simulieren können, um unter kontrollierten Bedingungen zu untersuchen, wie Bäume, Gehölze, Schädlinge und Pflanzenkrankheiten auf die Folgen des Klimawandels reagieren.
Forschung unter kontrollierten Klimabedingungen
Den Startschuss für die Modernisierung gab Umweltsenatorin Ute Bonde bei einem Besuch des Pflanzenschutzamtes gemeinsam mit Tatjana Adams aus der Geschäftsleitung der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM). Die Klimakammern sollen eine bessere wissenschaftliche Grundlage dafür schaffen, wie sich das Berliner Stadtgrün an zunehmend heiße und trockene Sommer anpassen lässt.
In den Anlagen können unter anderem steigende Temperaturen und längere Trockenperioden nachgebildet werden. So lässt sich untersuchen, welche Baumarten besonders widerstandsfähig sind und wie Pflanzen auf unterschiedliche Belastungen reagieren. Auch die Entwicklung und Ausbreitung von Schadorganismen und Pflanzenkrankheiten kann unter definierten Bedingungen erforscht werden.

Beim Pflanzenschutzamt Berlin werden Pflanzen unter kontrollierten Bedingungen untersucht. Die modernisierten Klimakammern sollen künftig zusätzliche Untersuchungen zu den Folgen des Klimawandels ermöglichen. / © Foto: depositphotos.com (Symbolbild)
1,7 Millionen Euro für die Modernisierung der Klimakammern
Das Thema ist für Berlin längst nicht mehr nur eine Frage der Zukunft. Stadtbäume stehen heute bereits unter erheblichem Stress. Hohe Temperaturen, ausbleibender Regen und versiegelte Böden erschweren ihre Versorgung mit Wasser. Gleichzeitig können geschwächte Bäume anfälliger für Krankheiten und Schädlinge werden.
Die Erneuerung der Klimakammern wird von der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt gemeinsam mit der BIM umgesetzt. Für die Maßnahme sind nach Angaben der BIM rund 1,7 Millionen Euro vorgesehen.
Pflanzenschutzamt untersucht Schädlinge und Pflanzenkrankheiten
Das Pflanzenschutzamt hat dabei ein deutlich breiteres Aufgabenfeld als die Forschung zum Stadtgrün. Die Behörde überwacht unter anderem Pflanzenbestände auf Schadorganismen, kontrolliert den Umgang mit Pflanzenschutzmitteln und berät Unternehmen, Behörden und Privatpersonen. Auch Untersuchungen zu Pflanzenkrankheiten und Schädlingen gehören zu den Aufgaben.
Mit den modernisierten Klimakammern erhält das Amt nun neue Möglichkeiten, die Auswirkungen veränderter klimatischer Bedingungen experimentell zu untersuchen. Die Ergebnisse können langfristig dabei helfen, besser zu entscheiden, welche Pflanzen und Baumarten für die sich verändernden Bedingungen in Berlin geeignet sind.
Quellen: Pflanzenschutzamt Berlin, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt
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