Der historische Festsaal an der Buddestraße in Tegel hat eine neue Perspektive. Der Eigentümer will den rund 400 Quadratmeter großen, denkmalgeschützten Saal künftig mit einem Verein als Kulturort erhalten.

Hinter der unscheinbaren Fassade an der Buddestraße verbirgt sich der historische Festsaal, der künftig als Kulturort erhalten bleiben soll. / © Foto: IMAGO / Jürgen Ritter
© Titelbild: Landesdenkmalamt, Berlin Hamid Djadda
Jahrzehntelang war von ihm nichts zu sehen. Hinter der Fassade eines Gebäudes an der Buddestraße in Tegel lag ein rund 400 Quadratmeter großer Festsaal verborgen – überdeckt von einer Zwischendecke, unter der zuletzt ein Discounter seine Verkaufsfläche eingerichtet hatte. Seit 2024 ist der historische Raum wieder sichtbar. Nun zeichnet sich ab, wie es mit ihm weitergehen könnte.
Eigentümer Hamid Djadda will den etwa 125 Jahre alten Saal künftig als Kulturort erhalten. Der Unternehmer ließ die Zwischendecke im März 2024 entfernen und holte anschließend das Landesdenkmalamt hinzu. Der Saal wurde unter Denkmalschutz gestellt. Eine Sanierung ist allerdings aufwendig: Brandschutz, Statik und technische Infrastruktur müssen ertüchtigt werden.
Verein soll Kultur im historischen Saal ermöglichen
Inzwischen hat Djadda seine Pläne konkretisiert. Wie der Tagesspiegel berichtete, soll im September der „Tanzsaal Tegel e.V.“ gegründet werden. Der Verein soll den Saal künftig als Ort für Kunst und Kultur betreiben. Vorgesehen sind unter anderem Ausstellungen, Lesungen und Theateraufführungen. Voraussetzung ist, dass die Veranstaltungen mit der Nachbarschaft vereinbar bleiben.
Zuvor hatte Djadda nach einem kommerziellen Nachnutzer gesucht. Ein geplantes Boxstudio scheiterte an der Insolvenz des Betreibers. Später standen laut Medienberichten unter anderem ein türkischer Supermarkt und die Unterbringung von Wohncontainern im Raum. Stattdessen entschied sich der Eigentümer nun für eine kulturelle Nutzung.
Für den Verein werden Fördermitglieder gesucht. Zusätzlich ist ein Café an der Fensterfront geplant. Es soll dazu beitragen, die laufenden Kosten des Saals zu decken.
Trapp’sche Festsaal Tegel: Restaurierung soll schrittweise erfolgen
Auch die bauliche Zukunft ist damit noch nicht endgültig gesichert. Zunächst soll die historische Kassettendecke aufgearbeitet werden, später sind unter anderem die Fenster vorgesehen. Langfristig soll der Saal nach seinen Vorstellungen in eine gemeinnützige Stiftung übergehen und so dauerhaft als Kulturort gesichert werden.
Einen Vorgeschmack auf die mögliche Zukunft gab es bereits: Die Künstlerin Valeska Peschke nutzte den Saal für ihre Installation „Vulkan“. Im Oktober soll dort zudem die erste Lesung zu Djaddas neuem Buch „Der Paradieskreis“ stattfinden. Aus einem jahrzehntelang verborgenen Raum könnte damit wieder ein öffentlich zugänglicher Ort in Tegel werden – sofern Verein, Finanzierung und Sanierung wie geplant zusammenfinden.
Quellen: Tagesspiegel, rbb24, Landesdenkmalamt Berlin, Geschichtsforum Tegel, Berliner Morgenpost
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